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Lot 2419: Borchardt, Carl Wilhelm: Schriftlicher Nachlaß

Literature and Autographs

by Galerie Bassenge

October 18, 2013

Berlin, Germany

Live Auction
Sold
  • Borchardt, Carl Wilhelm: Schriftlicher Nachlaß
  • Borchardt, Carl Wilhelm: Schriftlicher Nachlaß
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Description: Preußische Mathematik: von Königsberg nach Europa
Borchardt, Carl Wilhelm, bedeutender Berliner Mathematiker, Schüler C. G. J. Jacobis und W. Bessels in Königsberg, Universitätsdozent und Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin (1817-1880). Schriftlicher Nachlaß, bestehend aus 32 Urkunden, ca. 194 eigh. Briefen und diversen weiteren Dokumenten. 1836-1880.

Der in Berlin geborene, aus wohlhabender jüdischer, zum protestantischen Glauben konvertierter Familie stammende Borchardt wurde zunächst in Bonn von Privatlehrern erzogen, besuchte dann das Französische Gymnasium in Berlin bis zum Abitur und bezog anschließend für drei Jahre die Berliner Universität, um Mathematik zu studieren. Zum Sommersemester 1839 wechselte er nach Königsberg (Ostpr.) über, wo sich die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer unter Wilhelm Bessel, Carl Gottfried Neumann und vor allem Carl Gustav Jacob Jacobi eines sehr guten Rufes erfreuten. 1843 in Königsberg promoviert, folgte Borchardt seinem Lehrer Jacobi nach Rom, wo er auch mit den Mathematikern Schläfli, Dirichlet und Steiner Umgang pflegte. 1848 erhielt er einen Lehrauftrag an der Berliner Universität, nachdem er sich 1846 bis 1847 in Paris aufgehalten hatte. 1855 wurde Borchardt zum Ordentlichen Mitglied der Preußischen Akademie der Künste ernannt; zugleich übernahm er die Redaktion von Crelles Journal für die reine und angewandte Mathematik. Zahlreiche in- und ausländische Ehrungen wurden ihm zuteil; so war er Mitglied der Königl. Bayerischen Akademie und der Göttinger Königl. Gesellschaft der Wissenschaften, Ehrenmitglied der Royal Irish Academy, korrespondierendes Mitglied des Institut de France und der Kaiserlichen Akademie in St. Petersburg, ferner Ritter des schwedischen Nordstern-Ordens etc. Borchardts Biographie in der ADB schrieb Moritz Cantor; seine gesammelten Werke wurden von G. Hettner herausgegeben.

I. Die hier vorliegenden Urkunden und Briefe dokumentieren recht vollständig die Laufbahn des Gelehrten: Zeugnis der Reife, ausgestellt von der Prüfungskommission des Französischen Gymnasiums in Berlin, mit Unterschriften von 9 Prüfern, darunter Heinsius, Mullack und Erman (21.III.1836). - Immatrikulations-Urkunde der Friedrich Wilhelms-Universität Berlin (20.IV.1836; beschädigt). - Bestätigung der Immatrikulation, mit Unterschrift von August Böckh (20.IV.1836). - Reisepaß für C. W. Borchardt für eine Reise "zum Vergnügen" durch Franken, Württemberg, Baden, Bayern, Böhmen und Sachsen, unterzeichnet vom preußischen Innen- und Polizeiminister Gustav von Rochow (1.IX.1836). - Abgangszeugnis der Berliner Universität mit Aufzählung aller besuchten Vorlesungen von 1836 bis 1839 (25.III.1839). - Immatrikulations-Urkunde der Universität Königsberg (26.IV.1839). - Studienbuch der Universität Königsberg mit Eintragungen der Vorlesungen und Dozenten für zwei Semester, darunter die Signaturen von Neumann, Bessel ("Mit dem größten, mir zu ungewöhnlichem Vergnügen gereichenden Eifer besucht") und Jacobi ("Die ausgezeichnet eifrige Theilnahme bescheinigt C. G. J. Jacobi") (1839-1840). - Abgangszeugnis der Universität Königsberg mit Aufzählung der besuchten Vorlesungen (6.VI.1840). - Promotions-Urkunde der Universität Königsberg (30.VI.1843; 3 Exemplare). - Einladung zur Antrittsvorlesung Borchardts an der Berliner Universität (15.I.1848). - Mitteilung über die Verleihung des Professorentitels an Borchardt durch das preuß. Unterrichtsministerium, "für hervorragende Verdienste um die Wissenschaft und die günstigen Erfolge, mit welchen Sie längere Zeit hindurch an der hiesigen Königlichen Universität mathematische Vorlesungen gehalten", unterzeichnet vom Minister v. Mühler (18.III.1864). - Urkunden der Ernennung zum Korrespondierenden und zum Auswärtigen Mitglied der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, mit Signatur von Heinrich Ewald (3.XII.1864 und 2.XII.1876). - Urkunde und Begleitschreiben zur Ernennung zum Korrespondierenden Mitglied der Königl. Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die Urkunde unterzeichnet von Justus von Liebig (25.VII. und 22.VIII.1865). - Urkunde und Begleitschreiben zur Ernennung zum Auswärtigen Mitglied der Königl. Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die Urkunde unterzeichnet von Franz von Kobell (25.VII.1872). - Begleitschreiben zur Verleihung des Kronen-Ordens III. Kl. durch den König Wilhelm I. von Preußen (6.IV.1875). - Pergament-Urkunde der Ernennung zum Ehrenmitglied der Royal Irish Academy in Dublin (25.III.1876). - 2 Schreiben des Institut de France, betr. die Ernennung Borchardts zum Korrespondierenden Mitglied, unterzeichnet von Bertrand und Dumas (10.IV.1876). - 2 Schreiben des Preuß. Unterrichts-Ministeriums zur Verleihung des Ritterkreuzes des schwedischen Nordstern-Ordens an Borchardt, eines unterzeichnet vom Minister Goßler (21.VII. und 13.X.1879). - Urkunde und Begleitschreiben zur Ernennung Borchardts zum Korrespondierenden Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg, die Urkunde u. a. unterzeichnet von dem bedeutenden Mathematiker Viktor Jakowlewitsch Buniakowsky (29.XII.1879 und 5.II.1880). - Gedruckte Hochzeits-Anzeige von Werner und Antonie Siemens (1869). - Gedruckte Einladung und Menükarte zum Festessen im Königl. Schloß Drottningholm (1877). - Reisepaß für Julie Borchardt (Carl Wilhelms Mutter, "57 Jahre, untersetzt, Haar blond") zu einer Reise "zum Vergnügen" über Frankfurt, Scheveningen nach Brüssel, Paris, Turin, Rom und Wien, unterzeichnet vom preuß. Innenminister v. Arnim (24.VII.1843; große, sehr dekorative Urkunde). - Ein handschriftliches Geburtstagsgedicht (beschädigt) und eine handschriftl. Liedkomposition für C. W. Borchardt sowie eine lithographierte Broschüre "Lieder zum 8. Stiftungsfest des mathematischen Vereins" (4.XII.1869). - Beeindruckende Sammlung von Zeugnissen einer wissenschaftlichen Laufbahn im 19. Jahrhundert, mit einer Vielzahl von Original-Signaturen prominenter Gelehrter und Politiker. - Beiliegend 7 Broschüren, davon 3 mit Widmung der Verfasser: A. Witt, Die dritte Jubel-Feier der Albertus-Universität zu Königsberg (Königsberg 1844). - Nachträgliche Erinnerungen an die dreihundertjährige Jubel-Feier der Albertina, von M..i..r. (Königsberg 1844). - Bessel's Geburtstagsfeier am 22. Juli 1847 (Königsberg 1847; mit Verfasserwidmung). - M. J. Lionville, Leçons sur les fonctions doublement périodiques faites en 1847 (SD mit Einleitung und handschriftlichen Korrekturen von Borchardt, ca 1848). - M. Barthélémy, La poésie des sciences. Discours prononcé à la distribution solennelle des Prix du Lycée impérial de Pau (1867, mit Verfasserwidmung). - Jul. Rich. Ewald, Der normale Athmungsdruck und seine Curve (1879, mit Verfasserwidmung). - A. Ewald, Beiträge zur Kulturgeschichte der Farben (SD aus den "Preuß. Jahrbüchern", Bd 118).

II. Sammlung von ca. 194 eigh. Briefen m. U. "Wilhelm" oder "Borchardt". Zus. mehr als 300 S., eng beschrieben. Meist gr. 4to. 1839-1870. - Außerordentlich umfang- und inhaltsreiche Reihe von Briefen, bis auf drei Ausnahmen an Borchardts in Berlin lebende Eltern Moritz und Julie sowie seine Geschwister gerichtet. Sie bietet einen großen Überblick über Borchardts Leben und Wirken, mit einer Fülle von oftmals detaillierten Informationen über seine Lehrer und Kollegen, das Universitäts- und städtische Leben in Königsberg, Reiseschilderungen aus Rom, Bologna, Neapel, Zürich, München, Elbing, Cranz und Julienthal (Ostpreußen), Ostende, Brügge, Bonn, Bamberg, Zwickau, Minden, Elberfeld, Brüssel, Boulogne, Dieppe, Paris (20.X.1846 - 18.VI.1847), Oxford, London, Dresden und Teplitz. Gelegentlich teilt er die Briefe mit begleitenden Verwandten wie seiner Mutter oder seinem Bruder Julius. Den größten Anteil bilden die rund 90 Briefe [!] aus Königsberg und den ostpreußischen Gütern Cranz und Julienthal. Als Borchardt zum Sommersemester in Königsberg eintrifft, sucht er - wie üblich mit Empfehlungen ausgestattet - als Sohn eines jüdischen Bankiers zunächst Anschluß in der jüdischen Gesellschaft der Universitätsstadt: Er wohnt beim Bankier Hirsch und verkehrt bei seinen vielen Verwandten und Bekannten, in den Familien Veit, Bähr, Michaelson, Koner, Jacobson, Seliger, Auerbach und anderen. Er berichtet von den Vorlesungen der Professoren Wilhelm Bessel, Franz Ernst Neumann und Carl Gustav Jacobi und von vielen Ausflügen in Ostpreußen. Eingehend berichtet er vom ersten Mittagessen bei Bessel, der sich sehr für Borchardts "Daguerresches Bild" (1839) interessiert, und von seinen ersten Eindrücken von Neumann und Jacobi: "... Auch die Professoren Neumann u. Jacobi haben mich freundlich aufgenommen; der letztere ließt seit vorigen Montag. Seine Vorlesungen sind höchst eigenthümlich, weit über meine Erwartung und überaus gedankenreich " [9.XI.1839]. Auch vom jüdischen Gesellschaftsleben in Königsberg wird berichtet: "... Vorgestern Abend ... war ich bei Michaelsons, Donnerstag bei Münchenbergs und Mittwoch gar auf der Ressource Harmonie; dort wurde ein besonderes Fest gefeiert, wozu auch Freunde eingeladen wurden, ich hatte meine Karte von Michaelsons; es wurde musicirt, declamirt und lebende Bilder gestellt, wobei Fräulein Rosette Michaelson eine nicht unbedeutende Rolle spielte. Die ganze Judenschaft, man hätte glauben sollen, noch etwas mehr, als die ganze, war dort versammelt; es herrschte ein sehr ungezwungener Ton. Ein jüdischer Tasso, ein(e) dito Fridolin (Fräulein Rosette) entzückte die Versammlung. Um halb 10 ging ich fort, ehe der Tanz begann ..." [1.XII.1839]. Borchardt berichtet gewissenhaft von allen Begegnungen und Tagesneuheiten, und diese Sorgfalt setzt sich in Briefen von seinen Reisen fort, die ihn nach Italien, Holland, Frankreich und England führen. In einem Brief vom 10. Februar 1844 aus Rom beschäftigt er sich ausführlich mit der Erkaltung seines Verhältnisses zu Jacobi und mit ihrer Haltung zu Dirichlet. In Zürich besucht er den Historiker Hans Georg von Wyss, die Mathematiker Gräfe und Rabe, und selbst in Revolutionärskreisen bewegt sich Borchardt: "... habe ich ... durch Schinz einige interessante Bekanntschaften gemacht, unter andern die des Dr. Schulz und seiner Frau, eines aus Deutschland vertriebenen demagogischen Ehepaars. Die Frau hat nämlich den Mann aus dem Gefängnis befreit und ihn nach der Schweiz entführt. Sie ist diejenige, die zuerst auf Herweghs Genie aufmerksam geworden ist und auf deren Veranlassung zunächst seine Gedichte erschienen sind" [Zürich 2.VI.1844]. Nach Königsberg zurückgekehrt, muß Borchardt feststellen: "... Es scheint sich in Kbg politisch wesentlich verändert zu haben, es sagen alle, daß die liberale Parthei jetzt nur noch ein sehr kleines Häufchen sei und daß auch das nur durch Jacoby's [sic] Energie zusammengehalten werde" [28.VIII.1844]. Viel Raum nehmen naturgemäß auch die 35 Briefe aus Paris (1846-1847) ein: das Geistes- und Kunstleben und die vielen Begegnungen füllen mehr als 70 Briefseiten. Aus dem Revolutionsjahr 1848 sind nur zwei Briefe aus Dresden und Teplitz überliefert; das politische Geschehen wird freudig begrüßt, wenn auch nur kurz gestreift.

Die deutsche und europäische Entwicklung von 1839 bis 1848 in Gesellschaft und Politik aus dem Blickwinkel eines liberalen deutsch-jüdischen Gelehrten findet sich komprimiert in Carl Wilhelm Borchardts Briefen gespiegelt; insbesondere die umfangreichen Nachrichten und Schilderungen aus Königsberg mit der Charakteristik seiner Universität und Gesellschaft machen den hohen Wert dieser großen Briefreihe aus. - Mehrere wichtige Beilagen: je 1 eigh. Brief von Borchardt an den Mathematiker Alfred Clebsch (1860), den Mathematiker Wilhelm Scheibner (1870) und an den preußischen Kultusminister Adalbert Falk (31.XII.1872). - 1 eigh. Brief (Königsberg 1839) und 2 Telegramme von Borchardts Vater Moritz an seinen Sohn. - 3 eigh. Manuskripte Carl Wilhelm Borchardts aus jungen Jahren: "Freiwillige Arbeiten von Wilhelm" (25 Bl., teil mit kalligraphischen Übungen, 1829); "Examen-arbeiten" (12 Bl.); "Ueber vollkommene Zahlen" (13 S.). - Schließlich eine (gefaltete und defekte) Lithographie von F. Bils: "Dr. Johann Jacoby's Freisprechung zu Königsberg i. P d. 8. Decbr. 1849". Rückseitig eine Widmung von Clara Meyerowitz an Carl Wilhelm Borchardt. - Der reichhaltige Nachlaß Carl Wilhelm Borchardts birgt bedeutendes Material zur Geschichte der physikalisch-mathematischen Wissenschaften und der deutsch-jüdischen Kultur im 19. Jahrhundert.




Artist or Maker: Borchardt, Carl Wilhelm

Exhibited: Schriftlicher Nachlaß

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