Lot 3413: PICASSO, PABLO (Málaga 1881 - 1973 Mougins) Le

Koller Auctions

December 7, 2012
Zurich, Switzerland

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Description: PICASSO, PABLO
(Málaga 1881 - 1973 Mougins)
Le repas frugal. 1904.
Etching. From an edition of 250. Image 46.2 x 37.6 cm on van Geldern 52.5 x 41.5 cm. Pub by Édition Vollard. Printed by Fort 1913.
Sheet 1 from the 15-part 'La suite des saltimbanques'.

Provenance:
- Ambroise Vollard, Paris.
- Galerie Palette, Zurich.
- Private collection.

Catalogue raisonné:
- Geiser, No. 2, IIb.
- Bloch, No. 1.

Literature: Alfred Barr/Roland Penrose, Picasso. Oeuvres 1890-1965, Basel, 1968, p. 161 (ill.).

German Text
PICASSO, PABLO
(Málaga 1881 - 1973 Mougins)
Le repas frugal. 1904.
Radierung. Aus einer Auflage von 250. Darstellung 46,2 x 37,6 cm auf Vélin von van Geldern 52,5 x 41,5 cm. Erschienen bei Édition Vollard. Gedruckt bei Fort 1913.
Blatt 1 aus der 15-teiligen 'La suite des saltimbanques'.

Provenienz:
- Ambroise Vollard, Paris.
- Galerie Palette, Zürich.
- Privatsammlung.

Werkverzeichnis:
- Geiser, Nr. 2, IIb.
- Bloch, Nr. 1.

Literatur: Vgl. Alfred Barr/Roland Penrose, Picasso. Oeuvres 1890-1965, Basel, 1968, S. 161 (mit Abb.).

1904 zieht Pablo Picasso endgültig von Spanien nach Paris. Noch in Spanien fertigt er eine einzige Druckgraphik an (Geiser, Nr. 1). Mit dem Umzug nach Paris beginnt er mit seinem druckgraphischen Oeuvre, und es gelingt ihm gleich mit seiner ersten Radierung 'Le repas frugal' eines seiner wichtigsten und herausragendsten Werke zu schaffen. Es legt den Grundstock für das bedeutendste druckgraphische Oeuvre des 20. Jahrhunderts.

Ein Paar sitzt gemeinsam in einer Weinbar an einem kärglich gedeckten Tisch. Bis auf einen leeren Teller, ein paar Stücke Brot und einer Flasche mit zwei Gläsern steht nichts auf dem Tisch. Sie sitzen eng beieinander; er hat einen Arm um sie gelegt, mit der anderen Hand berührt er ihren Unterarm, schaut aber zum linken Bildrand, so dass wir ihn nur im Profil sehen. Sie hat ihren Kopf auf einen Arm gestützt und schaut gedankenverloren am Betrachter vorbei. Die Nähe der beiden strahlt eine grosse Vertrautheit aus. Fast manieristisch erscheinen uns die zwei Figuren mit ihren langen Oberkörpern und fast überdimensional langen und dürren Händen. Die Figuren wirken ausgemergelt, und Picassos beeindruckend sicherer und gezielter Umgang mit der Technik der Radierung führt dazu, dass die Armut des Paares für den Betrachter fast greifbar ist. Als Picassos spätere Geliebte Fernande Olivier 'Le repas frugal' sieht, sagt sie: 'There is the most intense feeling of poverty and alcoholism and a startling realism in the figures of this wretched, starving couple.' (zit. F. Olivier, in: Picasso and his friends, London 1964, S. 27f.). Wie so oft in seinem Werk sind die dargestellten Personen realen Menschen aus Picassos Leben zuzuordnen. Bei der Frau handelt es sich um seine Geliebte Madeleine; den Mann kennt man aus unterschiedlichen Gemälden ab 1903, also eine Person, die er noch aus seiner Zeit in Spanien kennt. Durch das Gemälde 'Le repas de l'aveugle' von 1903 wissen wir, dass der Mann blind ist.

In vielerlei Hinsicht gehört das vorliegende Blatt zu den einflussreichsten Werken im Gesamtoeuvre Pablo Picassos: Mit nur 23 Jahren und ohne jegliche Ausbildung auf dem Gebiet der Druckgraphik, schafft der Künstler schon mit seiner zweiten Graphik eines der herausragendsten und qualitätvollsten Blätter der Druckgraphik des 20. Jahrhunderts. Zeitlich gesehen entsteht es in einer Umbruchphase seines Lebens: er verlässt für immer die Heimat Spanien, um in Paris zu leben. Die Reminiszenzen an seine Heimat finden sich in der männlichen Figur genauso wieder wie in der Darstellung der Armut, denn diese ist immer wieder ein Thema seiner spanischen Werke gewesen. Und so erweist sich auch der künstlerische Umbruch, denn obwohl das Thema noch an die Blaue Periode erinnert, zeigt die Ausführung schon deutliche Elemente der Rosa Periode. Die Eleganz der fast manieristisch ausgeführten Personen sowie die melancholische, aber nicht tief bekümmerte Stimmung, zeichnen diese Entwicklung aus. Auch das Thema des blinden Mannes greift er in seinen späteren Druckgraphiken immer wieder auf - in der 'Suite Vollard' (Bloch, Nr. 222-225) wird es umgewandelt in den blinden Minotaurus, der als Alter Ego des Künstlers zu interpretieren ist. Es bewahrheitet sich an dem vorliegenden Werk eindrücklich die Meinung Kahnweilers, 'Dass Kunst für Picasso nie Rhetorik ist, dass stets seine Werke von seinem Leben untrennbar sind. - Sein Werk ist Beichte vor seinen Mitmenschen' (zit.: Hans Bolliger. Picasso. Das graphische Werk, Stuttgart 1955, S. V.).

Bis ca. 1913 werden nur wenige Abzüge von 'Le repas frugal' von der unverstählten Platte abgezogen. Gedruckt werden sie auf Anfrage des Künstlers bei Delâtre und verkauft über Picasso selbst oder über den Verleger Sagot. 1913 kauft dann Ambroise Vollard zahlreiche Druckplatten und veröffentlicht die Serie 'La suite des saltimbanques', u.a. mit 'Le repas frugal', 'Les pauvres', 'Les deux saltimbanques' oder 'La toilette de la mére'. Diese Auflage von der nun verstählten Platte, aus der auch das vorliegende Blatt stammt, erscheint in einer 250er Auflage.

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December 7, 2012, 10:00 AM CET

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