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Auction Description for Koller: Old Master Paintings
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www.invaluable.com/kollerauktionen

Old Master Paintings

(109 Lots)

by Koller Auctions

Platinum House

109 lots with images

March 28, 2014

Live Auction

Hardturmstrasse 102

Zurich, 8031 Switzerland

Phone: 00 41 44 445 63 63

Fax: 00 41 44 273 19 66

Email: office@kollerauktionen.ch

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SÜDDEUTSCH, UM 1470 Anbetung der Heiligen Drei

Lot 3001: SÜDDEUTSCH, UM 1470 Anbetung der Heiligen Drei

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Description: SÜDDEUTSCH, UM 1470 Anbetung der Heiligen Drei Könige. Öl auf Zirbelholz. 110 x 90,5 cm. Gutachten: Dr. Bernd Konrad, 29.1.2014. Provenienz: - Kunsthandel H. Helbing, München, 17.3.1910, Nr. 29 (acht Tafeln). - Sammlung Konsul Julius Stocky, Köln (acht Tafeln). - Auktion Lempertz, Köln, Nr. 356, 5. und 6.10. 933, Los 380 (Tafeln getrennt versteigert, als Salzburgischer Meister um 1470). - Sammlung Spiegel, Köln. - Galerie Meissner, Zürich, 1958 (vier Tafeln mit Szenen aus dem Marienleben). - Deutsche Privatsammlung. Literatur: - Clemen, Paul: Die gotischen Monumentalmalereien der Rheinlande, Band I, Düsseldorf 1930, S. 373 / 4. - Stange, Alfred: Deutsche Malerei der Gotik, Bd. IX, München 1958, S. 112, Nr. 231 (mit Abb. und Verweis auf Provenienz Galerie Meissner). - Stange, Alfred: Die deutschen Tafelbilder vor Dürer, Bd. III, München 1978, S127, Nr. 312 (neue Lokalisierung der Tafeln in den alpenländischen Raum aufgrund des Trägers aus Zirbelholz). Diese Tafel stand einst im Zusammenhang eines grossen Altarwerks, ursprünglich bestehend aus acht Tafeln, die wie folgt arrangiert waren: Auf den Innenseiten oben links die Verkündigung, rechts die Anbetung der Könige und unten links die Geburt Christi, rechts die Beschneidung Christi. Die Aussenseiten zeigten die vier Kirchenväter, je als Einzelfigur in reicher farbiger Gewandung in einem gotischen Gemach einander gegenüber sitzend, mit Augustinus und Gregorius der Grosse links sowie Hieronymus und Ambrosius rechts. Die acht Tafeln wurden 1933 in einer Auktion in Köln separat versteigert. Seitdem befinden sich zwei Aussentafeln mit den Kirchenväter Hl. Ambrosius und Hl. Augustinus in der Staatsgalerie Stuttgart und sind dort als 'alpenländisch, um 1470' katalogisiert (Schenkung von Kommerzienrat Paul Reusch, Schloss Katharinenhof bei Backnang an das Museum 1933). Der aktuelle Standort der zwei übrigen Tafeln mit den Kirchenvätern ist unbekannt, während die vier Tafeln mit den Szenen aus dem Marienleben bei Stange 1958 im Besitz der Galerie Meissner erwähnt werden. Die hier angebotene Tafel wurde also sehr wahrscheinlich nach 1958 vom heutigen Besitzer in der Galerie Meissner erworben und befand sich seitdem in derselben deutschen Privatsammlung.

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WOHL SIZILIEN, UM 1460-70 Altar zur privaten

Lot 3002: WOHL SIZILIEN, UM 1460-70 Altar zur privaten

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Description: WOHL SIZILIEN, UM 1460-70 Altar zur privaten Andacht mit Madonna lactans flankiert von zwei betenden Engeln. Tempera und Öl auf Holz. 91 x 53 cm. Im oberen Abschluss: Kreuzigung und (in der unteren Predellenzone) Christus im Garten Gethsemane, Beweinung Christi und der segnende Christus mit dem Lamm Christi. Der hybride Malstil des unbekannten Renaissancemalers unserer Tafel, der flämische Elemente eines Jan van Eyck und Jean Fouquet mit italienischen Komponenten etwa eines Antoniazzo Romano oder des frühen Antonello da Messina verbindet, gleich wie die durch und durch nordische Altarform, wie sie ähnlich auch in der gleichzeitigen oberoflämischen Malerei zu erkennen ist, lassen wenig Zweifel offen, dass das sehr charakteristische Werk im süditalienischen Raum, vermutlich in Sizilien entstanden ist. Die sizilianische Malerei der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stand ganz im Zeichen einer vertieften Auseinandersetzung mit der flämischen und oberflämischen Kunst und fand in Antonello da Messina ihren bedeutendsten Vertreter. Während die Figurentypik unserer Tafel klar in der italienischen Renaissancetradition eines Antoniazzo Romano und anderen steht, ist die Observanz flämischer Eigenheiten in unserem Bild unverkennbar und enthüllt sich unseren Augen in der Detailtreue der Wiedergabe des Dinglichen, etwa den opulenten Perlen und Juwelen bestickten Goldsäumen im Madonnenkleid oder dem Perlendiadem im leuchtenden goldblonden Haar der Jungfrau. Auch die lyrischen, lieblichen Landschaften der Predellenszenen mit ihren der transalpinen Bauform entnommenen Architekturen beruhen auf Vorgaben der flämischen und französischen Renaissance-Malerei und sind wohl über das Medium der Buchmalerei, etwa eines Jean Fouquet überliefert worden. Der Malstil der eine Synthese heimischer italienischer Traditionen mit flämischem Naturalismus anstrebt, gleich wie die nordische Altarform, sind Hinweis auf eine vermutlich sizilianische Herkunft. Ähnliche Tendenzen sind kennzeichnend für die sizilianischen Renaissance-Malerei und in vergleichbarer Form - wenngleich auf einer ungleich höheren künstlerischen Stufe - im Werk Antonello da Messinas und in den eher spärlichen Gemälden des Pietro Rozzolone zu erkennen. Wir danken Prof. Gaudenz Freuler für seine Hilfe bei der Katalogisierung dieses Werks.

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LLANOS, FERNANDO (ZUGESCHRIEBEN) (wohl Santa Maria

Lot 3003: LLANOS, FERNANDO (ZUGESCHRIEBEN) (wohl Santa Maria

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Description: LLANOS, FERNANDO (ZUGESCHRIEBEN) (wohl Santa Maria de los Llano vor 1506, tätig in Valencia um 1506-1516) Heiliger Georg und Heiliger Maurus. 1. Hälfte 16. Jahrhundert. Öl auf Holz. 146 x 83 cm. Provenienz: - Sammlung Sachsen-Coburg. - Sammlung Familie von Habsburg 1860-1920. - Auktion Wien, um 1920. - Sammlung Allen M. Driggs, 1933 (verso Etikette). - Auktion Fischer, Luzern, Juni 1971, Los 518. - Schweizer Privatsammlung. Ausstellung: Brooklyn Institute of Art & Sciences, Brooklyn Museum of Art, N.Y., 18.7.1933 (verso Etikette). Fernando de Llanos wurde dem Stil seiner Arbeiten nach zu urteilen in den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts in Italien, möglicherweise bei Leonardo Da Vinci, ausgebildet und ist wahrscheinlich mit jenem Maler namens Ferrando Spagnuolo gleich zu setzen, der nachweislich zwischen 1504 und 1505 Leonardo am Karton der Schlacht von Anghiari zur Seite stand. Er war zudem am Cosmas- und Damian-Altar der Kathedrale zu Valencia mitbeteiligt sowie am Hochaltar der selben Kirche, wofür er 12 Tafeln mit Szenen aus dem Marienleben in Arbeitsgemeinschaft mit Fernando Yañez schuf. Beide Maler brachten den italienischen Renaissance-Stil nach Valencia, insbesondere einige von Leonardo inspirierte Kompositionen und eine Vorliebe für monumentale Architekur, in der die Figuren symmetrisch parallel angeordnet sind, wie in dem hier angebotenen Gemälde charakteristisch zum Ausdruck kommt.

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TOSKANA, FRÜHES 15. JAHRHUNDERT (Florenz oder

Lot 3004: TOSKANA, FRÜHES 15. JAHRHUNDERT (Florenz oder

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Description: TOSKANA, FRÜHES 15. JAHRHUNDERT (Florenz oder Lucca, um 1410-20) Madonna dell'Umilta. Tempera und Goldgrund auf Holz. 81 x 46 cm. Vorliegendes anmutiges Tafelbild mit der auf einem Goldbrokat bestickten Kissen am Boden sitzenden Madonna mit dem göttlichen Sohn in ihren Armen (Madonna dell'Umiltà) diente einstmals der privaten Andacht und darf als typisches Exemplar der toskanischen Malerei der Frührenaissance bezeichnet werden. Derartige Andachtsbilder erfreuten sich in der Toskana besonders zu Beginn des 15. Jahrhunderts einer grossen Nachfrage, der damals nicht nur die Kleinmeister, sondern auch die Malerelite mit ihren besten Exponenten, Lorenzo Monaco und Starnina, nachkamen. Obwohl auch schon - wenig überzeugend - Parri Spinelli zugewiesen, kann die hier in Frage stehende Madonna mit ihrem charakteristischen kommunikativen, den Betrachter suchenden Blick keinem uns bekannten Maler in Verbindung gebracht werden. Gleich wie andere Maler in und um Florenz, folgte der Künstler hier einem Modell, wie es zur Jahrhundertwende um 1400 in ähnlicher Form von Lorenzo Monaco und ganz besonders Starnina vorgebildet wurde und grossen Anklang fand. Die hier erkennbaren stilkritischen Zusammenhänge mit eben dieser Bildwelt gleich wie Aspekte der Typologie lässt den Schluss zu, dass die Tafel vermutlich von einem unbekannten Maler geschaffen worden ist, der sich an Starnina und Lorenzo Monaco orientiert hat und der Generation des Starnina-Schülers Maestro di Borgo alla Collina alias Scolaio di Giovanni oder des Florentiners Giovanni Toscani angehört haben dürfte. Sein etwas ausserhalb der engeren florentinischen Tradition stehende Stil gleich wie seine offensichtliche Vertrautheit mit der Kunst des zeitweilig in Spanien tätigen Starnina - ein Vergleich unserer Madonna dell'Umiltà mit Starninas Tafel gleichen Themas (einst Wien, Sammlung Lederer, vgl. Cornelia Syre, Studien zum 'Maestro del Bambino Vispo' und Starnina, Bonn 1979, Abb. 121) mag dies illustrieren - könnte darauf hinweisen, dass der hier in Rede stehende Maler womöglich iberischer Herkunft sein könnte und Starnina zu Beginn des 15. Jahrhunderts zurück nach Florenz begleitet haben könnte. Dort hätte er sich den toskanischen Malern angeschlossen. Wenngleich diese Idee nicht nachweisbar und damit spekulativ ist, steht fest, dass dieses charmante Madonnenbild des frühen 15. Jahrhunderts im näheren Umfeld der florentinischen Maler, womöglich in einem kleineren Kunstzentrum wie Lucca entstanden ist, wo iberische Maler - darin eingeschlossen Starnina und der Portugiese Alvaro Pirez - bemerkenswerten Anklang fanden.

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MEISTER MIT DEM BROKATHINTERGRUND (tätig um 1480 -

Lot 3005: MEISTER MIT DEM BROKATHINTERGRUND (tätig um 1480 -

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Description: MEISTER MIT DEM BROKATHINTERGRUND (tätig um 1480 - 1499) Madonna mit Kind. Öl auf Holz. 21,5 x 15 cm.

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BAYERN / SALZBURG, UM 1465-70 Zwei Flügel eines

Lot 3006: BAYERN / SALZBURG, UM 1465-70 Zwei Flügel eines

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Description: BAYERN / SALZBURG, UM 1465-70 Zwei Flügel eines Retabels mit einem Hl. Bischof und Hl. Sigismund. Öl auf Nadelholz. Je 70,5 x 37 cm. Gutachten: Dr. Bernd Konrad, 18.4.2009. Provenienz: - Auktion Lempertz, Köln 14.7.1933, Los 307 (als Oberdeutscher Meister). - Privatsammlung Deutschland. Dr. Bernd Konrad bringt diese beiden Flügel mit der altbaierisch-salzburgischen Malerei des 15. Jahrhunderts in Verbindung. Charakteristisch hierfür sind die Nimbenform sowie die an metallene Stofflichkeit erinnernde Goldborten an den Gewändern sowie die heruntergezogenen Mundwinkel der Figuren. Diese finden sich beispielsweise in den Gemälden der St. Leonhardslegende in der St. Leonhardskirche ob Tamsweg oder auch in den Tafeln der St. Georgs-Legende in der Kirche von Laufen wieder. Dargestellt sind ein nicht identifizierbarer heiliger Bischof und der Heilige Sigismund als König (früher als König David bezeichnet), jeweils vor dunkelblauem Hintergrund und auf einem Fliesenboden stehend. Die Ausrichtung beider Figuren nach links deutet darauf hin, dass die Tafeln einst Teile eines grösseren Retabels gewesen sein müssen, sehr wahrscheinlich aus einem um 1805 säkularisierten Kloster Alt-Baierns oder des Erzbistums Salzburgs.

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SÜDTIROL, UM 1515 Altartafel: Heiliger Rochus. Öl

Lot 3007: SÜDTIROL, UM 1515 Altartafel: Heiliger Rochus. Öl

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Description: SÜDTIROL, UM 1515 Altartafel: Heiliger Rochus. Öl auf Holz. 146,5 x 50,5 cm. Provenienz: Österreichische Privatsammlung.

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CRANACH, LUCAS d. J. (WERKSTATT) (Wittenberg 1515

Lot 3008: CRANACH, LUCAS d. J. (WERKSTATT) (Wittenberg 1515

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Description: CRANACH, LUCAS d. J. (WERKSTATT) (Wittenberg 1515 - 1586 Weimar) Schlafende Diana. Öl auf Holz. Signiert am Brunnen mit der geflügelten Schlange. 47,5 x 73 cm. Gutachten: Ludwig Meyer, 16.3.2011. Provenienz: - Sammlung Leontine Goldschmitt, Heidelberg. - Sammlung Oberbaurat Hampe, Heidelberg. - Rosenberg und Stiebel, New York. - Sammlung Heinz Kisters, Kreuzlingen. - Galerie Meissner, Zürich, 1963. - Schweizer Privatsammlung, 1969. - Auktion Fischer, Luzern, 1970, Los 324 (als Lucas Cranach d. Ä.). - Deutsche Privatsammlung. Ausstellung: 'Meisterwerke der Malerei aus Privatsammlungen im Bodenseegebiet, Bregenz, Künstlerhaus, Palais Thurn und Taxis, 1.7. - 30.9.1965, Nr. 26, Abb.10. Literatur: Friedländer, Max und Rosenberg, Jakob: Les peintures de Lucas Cranach, 1978, Kat. Nr. 404, S. 155 (als Cranach d. J. und Werkstatt, nach 1537). Es sind mehrere Versionen dieser Komposition aus der Werkstatt Cranachs bekannt, das früheste Exemplar stammt von 1517 (Dresden), eine spätere Version in der Liverpool Royal Institution ist 1534 datiert. Rosenberg datiert diese Tafel von Cranach d. J. und dessen Werkstatt nach 1537, Ludwig Meyer geht von einer Entstehung um 1537/40 aus.

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WEYDEN, ROGIER VAN DER (NACHFOLGER DES 16.

Lot 3009: WEYDEN, ROGIER VAN DER (NACHFOLGER DES 16.

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Description: WEYDEN, ROGIER VAN DER (NACHFOLGER DES 16. JAHRHUNDERTS) (1398/1400 Tournai - Brüssel 1464) Triptychon: Mitteltafel mit Beweinung Christi, Seitenflügel innen mit Szenen der Passion Christi, Seitenflügel aussen mit der Verkündigung. Öl auf Holz. Mitteltafel 108 x 72 cm, Seitenflügel je 110,5 x 33 cm. Gutachten: Linda Jansen, 20.1.2014. Provenienz: - Sammlung Otlet. - Auktion Fievez , Brüssel (Sammlung Otlet), 19.12.1902, Los 6 (als Rogier van der Weyden). - Kunsthandel Sedelmeyer, 1906, Nr. 43 (als Rogier van der Weyden). - Sammlung Ittersum. - Auktion Frederik Muller, Amsterdam (Sammlung Ittersum), 14.5.1912, Los 143 (als Rogier van der Weyden zugeschrieben). - Sammlung The Earl of Jersey. - Auktion Christie's, London, 15.7.1949, Los 86 (als Goswin van der Weyden zugeschrieben). - Deutsche Privatsammlung. Das hier angebotene Triptychon zeigt in geschlossenem Zustand die Verkündigungsszene, während an Festtagen die Mitteltafel mit der Beweinung Christi flankiert von der Geisselung auf dem linken Flügel und der Kreuztragung auf dem rechten Flügel zu sehen waren. Im Hintergrund der Kreuztragung und der Beweinung erstreckt sich eine weite durchgehende Landschaft mit dicht bewachsenen Hügeln und einer Stadt. Zur linken ist die Szene der Grablegung Christi zu erkennen. Anders als bei den meisten Triptychen des 16. Jahrhunderts liest sich die Handlung in unserem Altarwerk nicht chronologisch von links nach rechts: Hier ist die Zentraltafel beidseitig von Passionsszenen flankiert, welche der Beweinung vorangehen. Die Figurengruppe der Zentraltafel geht auf die berühmte Pieta von Rogier van der Weyden zurück, die sich in den Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique in Brüssel befindet (Inv. Nr. 3515, um 1441). Zahlreiche Details aus dieser Komposition, wie beispielsweise die linke Hand des Heiligen Johannes, welche den Kopf Mariä stützt, finden sich in unserer Zentraltafel wieder. Die Gesichtstypen und die Kleidung der Figuren sind hingegen freier interpretiert. So ist unsere Magdalena in einem prunkvollen Brokatkleid, statt in einem einfachen blauen Kleid dargestellt. Zudem entschied sich der Meister unseres Altarwerks, die Sicht auf die dahintergelegene, detailreiche, mit weiteren narrativen Episoden ausgeschmückte Landschaft frei zu geben, während Rogier van der Weyden sich ausschliesslich auf die Figuren am Fuss des Kreuzes konzentriert und den Hintergrund beinahe frei lässt. Linda Jansen äussert sich in ihrem Gutachten dahingegen, dass der hier angebotene Altar möglicherweise im Umkreis Goswin van der Weydens (um 1465 - 1538), dem Enkel Rogiers, in Antwerpen um 1500-40 geschaffen wurde. Tatsächlich war Rogier van der Weydens Pieta eine sehr beliebte Komposition, die nicht nur in seiner eigenen Werkstatt vermehrt aufgegriffen wurde, so beispielsweise in den Versionen in der National Gallery in London, dem Prado in Madrid oder der Berliner Gemäldegalerie (siehe Campbell, Lorne und Van der Stock, Jan: Rogier van der Weyden, Master of Passion, Zwolle 2009, S. 507), sondern bis in das ausgehende 16. Jahrhundert auch ausserhalb seiner Werkstatt vielfach kopiert und variiert wurde (siehe Dijkstra, Jeltje: Origineel en kopie: een onderzoek naar de navolgingg van de Meester van Flemalle en Rogier van der Weyden, Amsterdam 1990). Rogiers Sohn Pieter (1437 - 1514) übernahm 1464 das väterliche Atelier in Brüssel, während sein Enkel Goswin die Familientradition mit seiner eigenen Werkstatt in Antwerpen fortführte, was eine kontinuierliche Verbreitung der Motive Rogier van der Weydens ermöglichte. Diese erfreuten sich insbesondere auf dem Antwerpener Markt grosser Beliebtheit und so schufen beispielsweise Joos van Cleve (1485 - 1540) und Pieter Coecke van Aelst (1502 - 1550) ebenfalls ihre eigene Interpretation der Beweinung nach Rogier van der Weyden. Nicht nur kompositorisch, sondern auch stilistisch lässt sich unser Altarwerk in die Antwerpener Malertradition des ersten Jahrzehnts des 16. Jahrhunderts einordnen: Die Figurentypen und die Landschaft, insbesondere die Architektur der am Hang gelegenen Stadt finden sich in zahlreichen Antwerpener Werkstätten dieser Zeit wieder. Infrarot-Aufnahmen lassen ausführliche Unterzeichnungen auf den Aussenflügeln sichtbar werden (Abb. 1), während diese in der Zentraltafel in geringerem Ausmass vorhanden sind, beispielsweise im Gesicht Magdalenas (Abb. 2). Diese Vorgehensweise verdeutlicht, dass sich der Meister unseres Triptychons in der Zentraltafel auf ein bekanntes Modell stützen konnte, während die Kompositionen in den Aussenflügeln eine aufwendigere Vorbereitung voraussetzten. Dieses Gemälde ist im RKD, Den Haag, als Nachfolger von Rogier van der Weyden archiviert.

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BELLEGAMBE, JEAN (UMKREIS) (um 1470 Douai um 1535)

Lot 3010: BELLEGAMBE, JEAN (UMKREIS) (um 1470 Douai um 1535)

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Description: BELLEGAMBE, JEAN (UMKREIS) (um 1470 Douai um 1535) Madonna mit Kind und Heiliger Bernhard von Clairvaux. Öl auf Holz. 34,5 x 50,5 cm. Provenienz: - Auktion Fischer, Luzern, 16.6.1959, Los 1958 (als Jean Bellegambe). - Deutsche Privatsammlung.

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MASSYS, QUENTIN (NACHFOLGER DES 16. JAHRHUNDERTS)

Lot 3011: MASSYS, QUENTIN (NACHFOLGER DES 16. JAHRHUNDERTS)

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Description: MASSYS, QUENTIN (NACHFOLGER DES 16. JAHRHUNDERTS) (Löwen 1465 - 1530 Antwerpen) Maria mit Kind. Öl auf Holz. 53,5 x 38 cm. Das Gemälde ist im RKD, Den Haag, archiviert.

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VOS, MARTEN DE (NACHFOLGER ANFANG 17. JAHRHUNDERT)

Lot 3012: VOS, MARTEN DE (NACHFOLGER ANFANG 17. JAHRHUNDERT)

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Description: VOS, MARTEN DE (NACHFOLGER ANFANG 17. JAHRHUNDERT) (1532 Antwerpen 1603) Auferstehung Christi. Öl auf Holz. Mittig auf dem Grabstein mit Monogramm: HC (ligiert). 159 x 126 cm. Provenienz: Deutsche Privatsammlung. Dieses Gemälde basiert auf einer druckgrafischen Vorlage von Maerten de Vos, die durch die Drucker-Familie um Hans Collaert (um 1525-1580) Verbreitung fand.

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GOSSAERT, JAN genannt MABUSE (ZEITGENÖSSISCHE

Lot 3013: GOSSAERT, JAN genannt MABUSE (ZEITGENÖSSISCHE

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Description: GOSSAERT, JAN genannt MABUSE (ZEITGENÖSSISCHE KOPIE) (Maubeuge 1478 - 1532 Antwerpen) Madonna mit Kind und musizierenden Engeln. Öl auf Holz. 38 x 27,5 cm. Provenienz: - Sammlung Bryan, New York (verso Etikette). - The New York Historical Society Gallery of Art, Inv. Nr. 1867.131. - Galerie Robert Finck, Brüssel. - Deutsche Privatsammlung. Literatur: - Bode, W.: Alte Kunstwerke in den Sammlungen der Vereinigten Saaten, in: Zeitschrift für Bildende Künste, N.F., VI, 1895, S. 14. - Monod, F.: Le Musée de la Société Historique de New York, in: Gazette des Beaux-Arts, XXXVI, 1906, S. 238. - Catalogue of the gallery of art of the New York Historical Society, New York 1915, S. 73, Nr. B-131. - Galerie Robert Finck, Brüssel, Ausstellungskatalog 1981, Nr. 3. Dieses Gemälde geht auf eine bekannte Komposition Jan Gossaerts zurück, von der verschiedene Versionen aus dem Umkreis des flämischen Meisters und Gerard David bekannt sind (siehe Ainsworth, Maryan W. (Hg.): Man, Myth, and Sensual Pleasures. Gossart's Renaissance. The Complete Works, New York 2010, Kat. Nr. 5 und 6, S. 126-139).

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MASTER OF THE HOLY KINSHIP (active in Cologne ca.

Lot 3014: MASTER OF THE HOLY KINSHIP (active in Cologne ca.

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Description: MASTER OF THE HOLY KINSHIP (active in Cologne ca. 1475-1510) Two altarpiece wings: The Annunciation, with Saints Bartholomew and Peter. Ca. 1490 Oil on oak panels. Each 134 x 94 cm. MEISTER DER HEILIGEN SIPPE (tätig in Köln um 1475-1510) Zwei Altarflügel: Verkündigung Mariä, mit den Heiligen Bartholomäus und Petrus. Um 1490. Öl auf Eichenholz. Je 134 x 94 cm. Provenienz: - Katholische Pfarrkirche, Achen-Richterich bis vor 1862. - Sammlung Lyversberg, Köln. - Sammlung Hörster, Frankfurt. - Sammlung Baumeister, Köln. - Sammlung Dr. Virnich, Bonn. - Jesuitenkloster, Valkenburg, um 1902. - Auktion Christie's, London, 14.4.1978, Los 44, wo die inneren und äusseren Flügel separat verkauft wurden. - Auktion Sotheby's, London, 7.7.1993, Los 15. - Privatsammlung. - Auktion Sotheby's, New York, 25.1.2001, Los 87. - Sammlung Wolfgang Joop. Literatur: - Scheibler, Ludwig, in: Repertorium der Kunstwissenschaft, Bd. VII, 1884, S. 57. - Firmenich-Richartz, Eduard, in: Zeitschrift für christliche Kunst, Bd. 6, 1893, S. 334-335. - Merlo, Johann Jakob (Hg. Fiermenich-Richartz, E.): Kölnische Künstler in alter und neuer Zeit, 1895, S. 1174. - Das Museum, Bd. 8, 1901, S. 83, Nr. 78. - Aldenhoven, C.: Geschichte der Kölner Malerschule von 1460-1500, Lübeck 1902, S. 236-240, 350. - Jacobsen, Emil: Quelques maîtres des vieilles écoles néerlandaise et allemande à la Galerie de Bruxelles, in: Gazette des Beaux-Arts, Nr. 37, 1907, S. 419. - Escherich, Mela: Die Schule von Köln, Strasburg 1907, S. 87. - Burger, F. / Schmitz, H. / Beth, I.: Deutsche Malerei, Bd. II., Nr. 2, 1922, S. 447-448. - Fierens-Gevaert: L'Ecole Allemande, in: La Peinture au Musée Ancien de Bruxelles, 1923, S. 44-45, 1927, S. 152. - Schaefer, Karl: Geschichte der Kölner Malerschule, Lübeck 1923, S. 16 und 28, Tafel 70 (dort um 1480 datiert). - Brockmann, Harald: Die Spätzeit der Kölner Malerschule, 1924, S. 42-45, 47, 49-50, 74, 76, 84, 107-108, 184, 228, 230, 310, 317, Tafeln 90-91 (dort um 1490 datiert). - Reiners, H.: Die Kölner Malerschule, 1925, S. 150. - Friedländer, M. J.: Die Altniederländische Malerei, Bd. IV, 1926, S. 67. - Thieme, Ulrich / Becker, Felix / Vollmer, Hans (Hg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler, Bd. 37, Leipzig 1950, S. 313-314 (dort wird das Mittelstück um 1490 datiert und die Flügel etwas später). - Stange, Alfred: Deutsche Malerei der Gotik, Berlin 1952, Bd. V, S. 75-79, Tafeln 155-156 (dort 'spätestens gegen 1480' datiert). - Schürer von Witzleben, Elisabeth: Der Deutsche Passionsaltar, Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität, München 1953, S. 52. - Stange, Alfred: Kritisches Verzeichnis der deutschen Tafelbilder vor Dürer, München 1967, Bd. I, S. 90, Nr. 263. - Friedländer, M. J.: Early Netherlandish Painting, Bd. IV, 1969, S. 39. - Schmidt, H. M.: Der Meister des Marienlebens und sein Kreis, Düsseldorf 1978, S. 165, Notiz 711 (dort um 1500-1504 datiert). - Stoffels, A.: Der Richterichter-Altar von 1490 kann jetzt zusammengebaut werden, in: Aachener Nachrichten, Bd. 52, 4.3.1982, S. 9. - Hahn, Hans: Der Altar von St. Martinus, in: Aachener Volkszeitung, Bd. 47, 26.2.1983, S. 18. - Hahn, Hans: Schicksalsweg eines Altares, in: Aachener Woche, 6. Jhg., Nr. 12, 23.3.1983. - Harik, Elsa Marston: The Hidden World of a painting, in: Research and Creative Activity, Indiana University Bloomington, Bd. 7, 1984, S. 20-25 (21, 23). - Wallrath: Meister der Heiligen Sippe, in: Kindlers Malerei Lexikon 11, München 1985, S. 211-214. - Faries, M.: The technical investigation of some panels in the Master of the Holy Kinship group: a progress report, in: Le dessin sous-jacent dans la peinture, Colloque 6: Infrarouge et autres techniques d'examen, 1987, 63-69. - Kessler-Van den Heuvel, Marga: Meister der heiligen Sippe der Jüngere, 1987, Kat. Nr. 3, S. 131-150 (dort um 1490 datiert). - Faries, M.: Stefan Lochner's Darmstadt Presentation in the Temple and the Louvre copy, in: Le dessin sous-jacent dans la peinture, Colloque 6: Dessins sous-jacent et copies, 1991, 15-24. - Mason, Lesa: A late medieval Cologne artistic workshop: The Master of the Holy Kinship the Younger, a Technical and Art Historical Study, unpublished dissertation at the University of Indiana, 1991, Kat. Nr. 3, Gruppe I, in unbekannter Privatsammlung. Diese beiden monumentalen Flügeltafeln von musealer Qualität sind die letzten sich in Privatbesitz befindlichen Arbeiten eines grossen Altarwerkes des Meisters der Heiligen Sippe und bringen in eindrücklicher Weise die künstlerische Virtuosität dieses Meisters der Gotik zum Ausdruck. Sie zeigen die Verkündigung Mariä sowie den Heiligen Bartholomäus und Petrus und standen einst im Zusammenhang eines monumentalen Altarwerks, welches ursprünglich die Gemeindekirche von St. Martinus in Richterich bei Aachen schmückte. In geschlossenem Zustand zeigte das Altarwerk an den Aussenseiten unsere Verkündigungsszene, eine Thematik, die aufgrund ihres einführenden Charakters in die Erzählung Christi bei vielen Sakralwerken dieser Zeit anzutreffen war. An Festtagen wurde das Altarwerk geöffnet und enthüllte eine vielfigurige Kreuzigungsszene (Abb. 1), die von einer Anbetung der Könige links (Abb. 2) und einer Auferstehung rechts (Abb. 3) flankiert wurde. Letztere beiden Szenen bildeten ursprünglich die Rückseiten unserer Verkündigungstafeln. Das Altarwerk wurde vor 1862 getrennt, als die Zentraltafel mit der Kreuzigung Christi in die Brüsseler Sammlung der Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique überführt wurde (Inv. Nr. 1498). Die Seitenflügel (innen und aussen) befanden sich im Anschluss in mehreren deutschen Privatsammlungen und wurden erst 1978 in einer Auktion in London separat verkauft (siehe Provenienz). Die Innenseiten gelangten daraufhin ins Indiana University Art Museum in Bloomington (Inv. Nr. 78.62.1 und 78.62.2), während die hier angebotenen Tafeln somit die letzten sich in Privatbesitz befindlichen Teile dieses bedeutenden Altarwerks bilden. Bereits seit frühster Erwähnung in der Literatur wurde dieses Triptychon mit dem Meister der Heiligen Sippe in Verbindung gebracht, dessen Identität unbekannt ist, der allerdings seinen Namen nach dem Altarwerk im Wallraf-Richartz Museum in Köln erhalten hat (Inv. Nr. WRM 165). Dieser Meister gehört zu den bedeutendsten Kölner Malern der Gotik und war im letzten Viertel des 15. und ersten Viertel des 16. Jahrhunderts tätig. Sein Stil ist sowohl von der Kölner Tradition in der Nachfolge Stephan Lochners (um 1400 - 1451), als auch von den flämischen Meistern wie Rogier van der Weyden (um 1400 - 1464), Justus van Gent (um 1410 - 1480) oder von Hugo van der Goes (um 1440- 1482) geprägt. Marga Kessler-Van den Heuvel (siehe Literatur) hebt zudem in ihrer Dissertation den Einfluss von Jan Baegert (um 1465 - 1535) auf das Werk des Meisters der Heiligen Sippe hervor und sieht im St. Martinus-Altar beachtenswerte Parallelen mit dem Werk des Meister des Aachener Altars (um 1480 - 1520), der wohl als ein Schüler des Sippenmeisters gelten darf. Der Meister der Heiligen Sippe schuf zahlreiche bedeutende Auftragswerke wie beispielsweise ein Familienepitaph für den Grafen von Neuenahr, den Altar der Heiligen Sippe für den Patrizier Nicasius Hackeney und das Altarwerk des Heiligen Sebastian für die Kölner Bruderschaft. Diese Werke finden sich heute alle im Wallraf-Richartz Museum in Köln. Sowohl die Anzahl, als auch die Grösse der in Auftrag gegebenen Werke lässt vermuten, dass der Meister der Heiligen Sippe eine beachtliche Werkstatt führte. Die neuesten Studien, die sich auf technische Untersuchungen stützen, um den Beteiligungsgrad des Meisters in den einzelnen Werken festzustellen (siehe Kessler- van den Heuvel 1987 oder Mason 1991), zählen den St. Martinus-Altar zu den Zentralwerken dieses Meisters. Ganz ausgeschlossen kann allerdings nicht die mögliche Werkstatt-Beteiligung angesichts der Grösse der Tafeln. Hinsichtlich der Datierung dieses Altarwerks geht die Mehrheit davon aus, dass es um 1480-90 entstanden ist und kann somit dem Frühwerk des Meisters zugeteilt werden (siehe Literatur). Der Stil des Meisters der Heiligen Sippe zeichnet sich durch eine meisterliche Verschmelzung von Elementen des frühniederländischen Realismus mit den bewegten Kompositionen, dekorativen Details und leuchtenden Farben der Kölner Maltradition aus, die von Stephan Lochner geprägt sind. So entsteht ein prunkvoller Gesamteindruck, der die Monumentalität dieses Altars nebst seiner Grösse noch unterstreicht. Sicherlich wird Lochners Verkündigungsszene des Dreikönigsaltars im Kölner Dom prägend für unseren Meister gewesen sein, allerdings finden sich in den hier angebotenen Tafeln zahlreiche Referenzen an die niederländische Tradition. Die romanischen Fensterbögen des palastartigen Raumes sind eine direkte Anspielung auf die Verkündigungsszene in Jan van Eycks Genter Altar, ebenso wie die gewölbten Spiegel im linken Hintergrund und die Nische mittig, in der ein Waschkessel als Symbol für die Reinheit Mariä angebracht ist und die sich auch in Robert Campins Mérode-Triptychon (New York, Metropolitan Museum of Art, Inv. Nr. 56.70a-c) wiederfindet. Zudem wird in den klar definierten Gesichtszügen der beiden Heiligen eine Auseinandersetzung mit dem Werk Hugo van der Goes vor Augen geführt. Bemerkenswert ist auch, dass der Meister der Heiligen Sippen bei diesen beiden Tafeln einen subtilen Symbolismus aufnimmt, der von den Flamen beeinflusst ist. So findet sich beispielsweise im Kronleuchter die Figur des Moses, das alttestamentarische Pendant zu Christus, von dem aus sich die Arme des Messing Leuchters herauswinden und die von Kerzenhaltern in Form einer Krone als Anspielung auf die königliche Linie, der Christi entstammt, abgeschlossen werden. Zusätzlich finden sich an den Armen des Leuchters Trauben, als traditionell eucharistisches Symbol, welches auf dem Wort Christi basiert: 'Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun' (Johannes 15:5). Über die Bedeutung des Monogramms AV am Krug im Vordergrund wurde lange spekuliert und in der Vergangenheit als Signatur des Künstlers verstanden. Aufgrund des weiteren Buchstabens 'I' auf dem Messer des Bartholomeus', ist es wohl eher als Marke eines Schmiedemeisters zu verstehen. Symbolisch betrachtet, könnte das Monogramm, welches bedeutungsträchtig auf dem Gefäss mit der Verkündigungslilie angebracht ist, auch als 'AVE' - dem Begrüssungswort des Erzengels Gabriel an die Jungfrau Maria - verstanden werden. MASTER OF THE HOLY KINSHIP (active in Cologne ca. 1475-1510) Two altarpiece wings: The Annunciation, with Saints Bartholomew and Peter. Ca.1490. Oil on oak panels. Each 134 x 94 cm. CHF 300 000.- / 500 000.- Provenance: - Catholic parish church Aachen-Richterich until 1862. - Lyversberg Collection, Cologne. - Hörster Collection, Frankfurt. - Baumeister Collection, Cologne. - Dr. Virnich Collection, Bonn. - Jesuitenklooster, Valkenburg, ca. 1902. - Auction Christie's, London, 14.4.1978, Lot 44, where the inner and outer wings were sold separately. - Auction Sotheby's, London, 7.7.1993, Lot 15. - Private Collection. - Auction Sotheby's, New York, 25.1.2001, Lot 87. - Wolfgang Joop Collection. Literature: - Scheibler, Ludwig, in: Repertorium der Kunstwissenschaft, Vol. VII, 1884, p. 57. - Firmenich-Richartz, Eduard, in: Zeitschrift für christliche Kunst, Vol. VI, 1893, pp. 334-335. - Merlo, Johann Jakob (ed. Fiermenich-Richartz, E.): Kölnische Künstler in alter und neuer Zeit, 1895, p. 1174. - Das Museum, Vol. VIII, 1901, p. 83, no. 78. - Aldenhoven, C.: Geschichte der Kölner Malerschule von 1460-1500, Lübeck 1902, pp. 236-240, 350. - Jacobsen, Emil: Quelques maîtres des vieilles écoles néerlandaise et allemande à la Galerie de Bruxelles, in: Gazette des Beaux-Arts, no. 37, 1907, p. 419. - Escherich, Mela: Die Schule von Köln, Strasburg 1907, p. 87. - Burger, F. / Schmitz, H. / Beth, I.: Deutsche Malerei, Vol. II., no. 2, 1922, pp. 447-448. - Fierens-Gevaert: L'Ecole Allemande, in: La Peinture au Musée Ancien de Bruxelles, 1923, pp. 44-45, 1927, p. 152. - Schaefer, Karl: Geschichte der Kölner Malerschule, Lübeck 1923, pp. 16 and 28, Plate 70 (there dated ca. 1480). - Brockmann, Harald: Die Spätzeit der Kölner Malerschule, 1924, pp. 42-45, 47, 49-50, 74, 76, 84, 107-108, 184, 228, 230, 310, 317, Plates 90-91 (there dated ca. 1490). - Reiners, H.: Die Kölner Malerschule, 1925, p. 150. - Friedländer, M. J.: Die Altniederländische Malerei, Vol. IV, 1926, p. 67. - Thieme, Ulrich / Becker, Felix / Vollmer, Hans (eds): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler, Vol. XXXVII, Leipzig 1950, pp. 313-314 (there the central panel is dated ca. 1490 and the wings somewhat later). - Stange, Alfred: Deutsche Malerei der Gotik, Berlin 1952, Vol. V, pp. 75-79, Plates 155-156 (there dated 'no later than 1480'). - Schürer von Witzleben, Elisabeth: Der Deutsche Passionsaltar, Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität, Munich 1953, p. 52. - Stange, Alfred: Kritisches Verzeichnis der deutschen Tafelbilder vor Dürer, Munich 1967, Vol. I, p. 90, no. 263. - Friedländer, M. J.: Early Netherlandish Painting, Vol. IV, 1969, p. 39. - Schmidt, H. M.: Der Meister des Marienlebens und sein Kreis, Düsseldorf 1978, p. 165, note 711 (there dated ca. 1500-1504). - Stoffels, A.: Der Richterichter-Altar von 1490 kann jetzt zusammengebaut werden, in: Aachener Nachrichten, Vol. LII, 4.3.1982, p. 9. - Hahn, Hans: Der Altar von St. Martinus, in: Aachener Volkszeitung, Vol. XLVII, 26.2.1983, p. 18. - Hahn, Hans: Schicksalsweg eines Altares, in: Aachener Woche, Vol. VI, no. 12, 23.3.1983. - Harik, Elsa Marston: The Hidden World of a painting, in: Research and Creative Activity, Indiana University Bloomington, Vol. VII, 1984, pp. 20-25 (21, 23). - Wallrath: Meister der Heiligen Sippe, in: Kindlers Malerei Lexikon 11, Munich 1985, pp. 211-214. - Faries, M.: The technical investigation of some panels in the Master of the Holy Kinship group: a progress report, in: Le dessin sous-jacent dans la peinture, Colloque 6: Infrarouge et autres techniques d'examen, 1987, pp. 63-69. - Kessler-Van den Heuvel, Marga: Meister der heiligen Sippe der Jüngere, 1987, cat. no. 3, pp. 131-150 (there dated ca. 1490). - Faries, M.: Stefan Lochner's Darmstadt Presentation in the Temple and the Louvre copy, in: Le dessin sous-jacent dans la peinture, Colloque 6: Dessins sous-jacent et copies, 1991, 1524. - Mason, Lesa: A late medieval Cologne artistic workshop: The Master of the Holy Kinship the Younger, a Technical and Art Historical Study, unpublished dissertation at the University of Indiana, 1991, cat. no. 3, Gruppe I, in an unknown private collection. These two monumental wing panels of museum quality are the last works from a large altarpiece by the Master of the Holy Kinship located in private collections, and they convey in a majestic style the artistic virtuosity of this Gothic master. They show the Annunciation with Saints Bartholomew and Peter, and were once part of a substantial altarpiece that originally graced the Catholic parish church of St. Martin in Richterich, Aachen. When closed the exterior of the altarpiece showed our Annunciation scene, a subject employed thus in many sacred works illustrating the story of Christ at this time because of its prefatory character. The doors would have been opened for liturgical celebrations, disclosing a Crucifixion scene with numerous figures at the centre (fig. 1), with the Adoration of the Magi on the left door (fig. 2) and a Resurrection scene on the right (fig. 3). The latter two paintings were initially mounted on the back sides of our Annunciation panels. The altarpiece was broken up by 1862, when the central panel with the Crucifixion of Christ was transferred to the Brussels collection of the Musées des Beaux-Arts Royaux de Belgique (inv. no. 1498). The wings (interior and exterior) moved through several private German collections and were sold separately first in 1978 at a London auction (see Provenance). The inner panels then entered the Indiana University Art Museum in Bloomington (inv. nos 78.62.1 and 78.62.2), so that the paintings offered here are the last privately owned pieces of this important altarpiece. Since its first reference in the literature, the triptych has been associated with the Master of the Holy Kinship, whose identity is unknown, but received his name from the altarpiece in the Wallraf-Richartz Museum in Cologne (inv. no. 165 WRM). The master was among the most important Cologne painters of the Gothic period and was active in the last quarter of the 15th and first quarter of the 16th century. His method comes out of the Cologne tradition embodied by Stephan Lochner (ca. 1400-1451), and is also influenced by Flemish masters such as Rogier van der Weyden (ca. 1400-1464), Justus van Gent (ca. 1410-1480) or Hugo van der Goes (ca. 1440-1482). Marga Kessler-Van den Heuvel in her study (see Literature) also points to the influence of Jan Baegert (ca. 1465-1535) on the work of the Master of the Holy Kinship and sees in the St. Martin's altarpiece striking parallels with the work of the Master of the Aachen Altar (ca. 1480 - 1520), who may be considered a student of the Kinship master. The Master of the Holy Kinship created numerous important commissioned works, such as the family Epitaph for the Counts of Neuenahr, the altarpiece of the Holy Kinship for patrician Nicasius Hackeney, and the St. Sebastian altarpiece for a lay fraternity in Cologne. These works are all found today in the Wallraf-Richartz Museum in Cologne. Both the number and the size of commissioned works suggest that the Master of the Holy Kinship led a significant workshop. The latest technical studies have evaluated the master's contributions to individual works (see Kessler-van den Heuvel 1987 and Mason 1991), and they count the altar of St. Martin's among the central works by this master. However, workshop participation cannot be entirely ruled out, given the size of the panels. In regard to the dating of this altarpiece, the majority believe that it was created around 1480-90 and thus can be assigned to the early work of the master (see Literature). Works by the Master of the Holy Kinship ingeniously combine early Dutch realism with the elaborate design, intricate ornamentation and luminous colour of the Cologne painting tradition, as represented by Stephan Lochner. This produces a sense of splendour that contributes, together with its size, to the monumentality of this altarpiece. Certainly, the Annunciation scene on the doors of Lochner's Three Magi altarpiece in Cologne Cathedral was formative for our Master, though numerous references to Dutch iconography and style can also be found in the work offered here. The Romanesque window arches set within these stately rooms are a direct allusion to the Annunciation of Jan van Eyck's Ghent Altarpiece, as is the niche with mounted wash kettle at centre, a symbol of Mary's purity found again in Robert Campin's Merode Triptych (New York, Metropolitan Museum of Art, inv. no. 56.70a-c); while the oeil de sorcière mirror in the left background appears also in van Eyck's Arnolfini Portrait. Moreover, in the clearly defined facial features of the two saints engagement with the work Hugo van der Goes is evident. It is also noteworthy that the Master of the Holy Kinship incorporates in these two panels symbolism in the style of Flemish painting. For example, at the centre of the brass chandelier is a figure of Moses, the Old Testament analogue of Christ, from which the branches develop, terminating in candle holders shaped as crowns: an allusion to the royal lineage of Christ. In addition, the curling branches of the candelabrum are embellished with grapes, a traditional Eucharist symbol originating in the words of Christ: 'I am the vine, ye are the branches: He that abideth in me, and I in him, the same bringeth forth much fruit: for without me ye can do nothing.' (John 15:5). The meaning of the letters 'AV' on the pitcher in the foreground has long been a subject of discussion and was understood in the past to be the artist's signature. In light of the additional letter 'I' on Bartholomew's knife, it is probably better interpreted as the mark of a master blacksmith. The monogram, which is significantly inscribed on the vessel holding the Annunciation Lily, could also function symbolically as 'AVE', with which the Archangel Gabriel begins his address to the Virgin Mary.

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MEMLING, HANS (UMKREIS) (Seligenstadt um 1440 -

Lot 3015: MEMLING, HANS (UMKREIS) (Seligenstadt um 1440 -

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Description: MEMLING, HANS (UMKREIS) (Seligenstadt um 1440 - 1494 Brügge) Zwei Tafeln eines Kreuzigungsaltars. Öl auf Holz. Je 24 x 12 cm. Dieses Gemälde ist im RKD, Den Haag, unter der Nummer 117130 als Umkreis Hans Memling (um 1423 Brügge 1494) archiviert.

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DEUTSCHLAND, UM 1520 Szene aus der Josephslegende:

Lot 3016: DEUTSCHLAND, UM 1520 Szene aus der Josephslegende:

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Description: DEUTSCHLAND, UM 1520 Szene aus der Josephslegende: Joseph vor dem Pharao und Potiphar. Öl auf Holz. 58 x 50 cm. Provenienz: - Galerie Frider, 1988. - Privatsammlung, Stäfa. - Schweizer Privatbesitz, seit ca. 1990. Gemäss dem 1. Buch Mose, Kapitel 39, bezichtigte die Frau Potiphars (des Pharao Kämmerer und Oberster der Leibwache), nachdem der Dienstjunge Joseph ihren Verführungen widerstanden hatte, ihn des versuchten Beischlafes. Potiphar schenkte seiner Frau Glauben und liess Joseph daraufhin verhaften.

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GOSSAERT, JAN genannt MABUSE (Maubeuge 1478 - 1532

Lot 3017: GOSSAERT, JAN genannt MABUSE (Maubeuge 1478 - 1532

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Description: GOSSAERT, JAN genannt MABUSE (Maubeuge 1478 - 1532 Antwerpen) Maria mit Kind. Um 1530. Öl auf Holz. 44,5 x 34 cm. Provenienz: - Sammlung Dr. Alfred Hausammann, Zürich, um 1955-2002. - Auktion Christie's, London, 10.7.2002, Los 97 (als 'Sudio of Gossaert'). - Englische Privatsammlung. Ausstellungen: - Schaffhausen, Museum zu Allerheiligen, Meisterwerke Flämischer Malerei, 1955, Nr. 45 (verso Etikette). - Zürich, Kunsthaus, Leihgabe Dr. Hausammann zwischen 1960 bis 2001 (verso auch Etikette). - Rotterdam, Museum Boymans-Van Beuningen/Brügge, Groeningemuseum, Gossaert genaamd Mabuse, 1965. Literatur: - Ausst. Kat. Meisterwerke flämischer Malerei, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen 1955, Kat. Nr. 45, S. 28. - Pauwels, Henri / Hoetink, H. R. / Herzog, Sadja(Hg.) Ausst. Kat. Jan Gossaert genaamd Mabuse, Museum Boymans-Van Beuningen, Rotterdam / Groeningemuseum, Brügge, Rotterdam 1965, Kat. Nr. 30, S. 183-186. - Herzog, Sadja: Jan Gossart called Mabuse (ca. 1478-1532): A Study of His Chronology with a Catalogue of His Works, 3. vols., PhD diss. Bryn Mawr College, Bryn Mawr 1968, S. 371-372, Nr. 94 (unter 'misattributions'). - Sander, Jochen: Anmerkungen zu Gossaert, in: Hamburger, Jeffrey F. / Korteweg, Anne S. (Hg.): Tributes to James H. Marrow: Studies in Late Medieval and Renaissance Painting and manuscript Illumination, Turnhout 2006, S. 421 (426) - 430 (dort als eigenhändiges Werk aufgeführt und um die Mitte der 1520er Jahre datiert). - Ainsworth, Maryan W. et al. (Hg.): Man, Myth, and Sensual Pleasures. Jan Gossart's Renaissance. The Complete Works, New York 2010, Kat. Nr. 19, S. 182-183 mit Abb (dort als eigenhändiges Werk aufgeführt und um 1530 datiert). Dieses bedeutende und qualitätsvolle Gemälde mit Maria und dem Kind von Jan Gossaert wurde kürzlich anlässlich der Vorbereitung des Werkverzeichnisses und der grossen Ausstellung zum Werk des flämischen Meisters im Metropolitan Museum in New York von der Kuratorin Dr. Maryan W. Ainsworth im Original eingehend geprüft und sie konnte sich von der Eigenhändigkeit überzeugen. Dabei stellt dieses Gemälde eine besondere Seltenheit dar, da das überschaubare Oeuvre des Flamen ca. 60 Werke umfasst und sich der Grossteil in namhaften Museen befindet unter anderem dem Metropolitan Museum of Art, New York, der National Gallery in London, der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, dem Museo del Prado in Madrid, und der Eremitage in St. Petersburg. Nur noch zwei Gemälde dieser Thematik sind in Privatbesitz, zu denen die hier angebotene Arbeit zählt. Jan Gossaert, nach seinem Geburtsort Maubeuge im Hennegau auch Mabuse genannt, zählt zu den herausragenden Malern der Renaissance nördlich der Alpen. Sein Oeuvre verbindet die Tradition der altniederländischen Malerei von Jan van Eyck bis Memling mit den künstlerischen Errungenschaften der italienischen Renaissance und setzt diese in eine ideale Symbiose höchster Perfektion um. Gossaert, der im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts tätig war, fertige sowohl sakrale wie auch profane Gemälde an, die er für bedeutende Auftraggeber seiner Zeit schuf. So stand er im Dienst Philipps von Burgund, dem er auch 1508/09 nach Italien folgte und wo sich Gossaert mit den Meisterwerken der italienischen Renaissance auseinandersetzen konnte. Das hier angebotene Gemälde Jan Gossaerts mit der Maria und dem Kind befand sich seit circa Mitte der 1950er Jahren in der Sammlung Dr. Alfred Hausammanns in Zürich und war ab 1960 als Leihgabe im Kunsthaus Zürich bis 2001 ausgestellt. Zusätzlich wurde das Gemälde in zwei Ausstellungen gezeigt. 1955 in Schaffhausen in 'Meisterwerke flämischer Malerei' und 1965 in Rotterdam und Brügge in der Ausstellung 'Jan Gossaert genaamd Mabuse'. Fälschlicherweise wurde das Gemälde in der Folgezeit von Sadja Herzog als eine Arbeit eines Nachfolgers verstanden. 2002 kam das Gemälde mit dieser Beschreibung in London zur Versteigerung. Die aktuellen Besitzer veranlassten eine behutsame und professionelle Restaurierung, bei der die alten Übermalungen entfernt und das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder zum Vorschein gebracht wurde. Neben der international anerkannten Gossaert -Kennerin, Dr. Ainsworth, die das Gemälde als eigenhändiges Werk Gossaerts im Ausstellungskatalog von 2010, der gleichzeitig als Oeuvreverzeichnis fungiert, aufführt, besteht zudem für Dr. Jochen Sander, Kurator für deutsche, flämische und holländische Malerei im Städel Museum, Frankfurt, kein Zweifel an der Ausführung Jan Gossaerts. Die hier gezeigte Komposition zeigt die Muttergottes vor einer spätgotischen Thronarchitektur aus teilweise filigranem, teilweise massivem Gestein, vor ihr auf grünem Samt sitzt das Jesuskind, beide dem Betrachter frontal zugewandt. Während Maria in einer kontemplativen Haltung, den Blick nach unten gerichtet, ihr Kind beschützend umgreift, zieht das Christuskind durch die ausladende Gestik und den direkten Blickkontakt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich, und seine kindliche Bewegungsfreudigkeit wird in liebevollerweise zum Ausdruck gebracht. Stilistisch und kompositorisch sieht Maryan W. Ainsworth bei unserem Gemälde starke Parallelen zu der signierten und 1531 datierten Darstellung der Maria mit dem Jesusknaben vor einer Landschaft im Cleveland Museum (Abb.1, Öl auf Holz, 48,9 x 38,4 cm, siehe Ainsworth, ebd., Nr. 20), weshalb sie eine Datierung unserer Tafel um 1530 vorschlägt. Gossaert malte einige weitere vergleichbare Kompositionen mit Maria und dem Kind, die alle in sein Spätwerk um 1525-30 zu datieren sind. So die Versionen in der National Gallery in London (ebd., Nr. 13), in der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Abb. 2, Inv. Nr. 650, ebd., Nr. 15) und im Museo de Bellas Artes de Bilbao (ebd., Nr. 18). Es kann davon ausgegangen werden, dass sich diese Thematik der Maria mit dem Kind einer wachsenden Nachfrage erfreute und die Gemälde für die private Andacht eines gläubigen Auftraggebers konzipiert waren. Dr. Sander vergleicht unser Gemälde stilistisch auch mit Gossaerts 1527 datierten Danae in der Alten Pinakothek in München, insbesondere mit den 'Knopfaugen' des Christusknaben sowie dem Kopftypus der Madonna, weshalb er auch eine etwas frühere Datierung Mitte der 1520er Jahre in Betracht zieht (Sander ebd., S. 430, Fussnote 22). Bemerkenswert ist sicherlich der Erhaltungszustand dieses hier angebotenen Gemäldes, worauf schon Jochen Sander in seinem Artikel hingewiesen hat (siehe Literatur). Er hebt hervor, dass die wohl auf zwei vertikal angeordneten Eichenholzbrettern gemalte Tafel weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben ist. Durch die jüngst durchgeführte Reinigung sind feine Lasuren in den Schattenpartien des Inkarnats zum Vorschein gekommen. Durch Infrarot-Reflektographie lassen sich zusätzlich an einigen Stellen Unterzeichnungen erkennen, die den Arbeitsprozess des Malers nachvollziehen lassen. GOSSAERT, JAN called MABUSE (Maubeuge 1478 - 1532 Antwerp) Mary with Child. ca. 1530. Oil on wood 44.5 x 34 cm. Estimate: CHF 1 800 000.- / 2 200 000.- Provenance: - Collection of Dr. Alfred Hausammann, Zürich, ca. 1955 - 2002. - Auction Christie's, London, 10.7.2002, lot 97 (as 'Studio of Gossaert'). - English Private Collection. Exhibitions: - Schaffhausen, Museum zu Allerheiligen, Meisterwerke Flämischer Malerei, 1955, no. 45 (label verso). - Zürich, Kunsthaus, on loan from Dr. Hausammann, 1960 - 2001 (also label verso). - Rotterdam, Museum Boymans-Van Beuningen/Bruges, Groeningemuseum, Gossaert genaamd Mabuse, 1965. Literature: - Exh. cat. Meisterwerke flämischer Malerei, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen 1955, cat. no. 45, p. 28. - Pauwels, Henri / Hoetink, H. R. / Herzog, Sadja (eds.) exh. cat. Jan Gossaert genaamd Mabuse, Museum Boymans-Van Beuningen, Rotterdam / Groeningemuseum, Bruges, Rotterdam 1965, cat. no. 30, pp. 183-186. - Herzog, Sadja: Jan Gossart called Mabuse (ca. 1478 - 1532): A Study of His Chronology with a Catalogue of His Works, 3. vols., PhD diss. Bryn Mawr College, Bryn Mawr 1968, pp. 371-372, no. 94 (under 'misattributions'). - Sander, Jochen: Anmerkungen zu Gossaert, in: Hamburger, Jeffrey F. / Korteweg, Anne S. (eds.): Tributes to James H. Marrow: Studies in Late Medieval and Renaissance Painting and Manuscript Illumination, Turnhout 2006, pp. 421 (426) - 430 (there listed as an autograph work and dated to the mid-1520s). - Ainsworth, Maryan W. et al. (ed.): Man, Myth, and Sensual Pleasures. Jan Gossart's Renaissance. The Complete Works, New York 2010, cat. no. 19, pp. 182-183 with ill. (listed there as an autograph work and dated to 1530). This important and outstanding painting with Mary and the Child by Jan Gossaert was recently subjected to detailed examination in the original during preparations for the large exhibition and catalogue raisonné of the Flemish master's work at the Metropolitan Museum of Art, New York, by curator Dr. Maryan W. Ainsworth and she was convinced of its authorship. The painting is of exceptional rarity, since the limited oeuvre of the Fleming comprises about 60 works and the majority are in prestigious museums: among others, the Metropolitan Museum of Art in New York, the National Gallery in London, the Gemäldegalerie of the National Museums Berlin, the Museo del Prado in Madrid, and the Hermitage in St. Petersburg. Only two paintings of this subject are in private collections, of which the work offered here is one. Jan Gossaert, also called Mabuse after his birthplace Maubeuge in Hennegau, counts as one of the outstanding painters of the Renaissance north of the Alps. His work combines the tradition of early Netherlandish painting from Jan van Eyck to Memling with the artistic achievements of the Italian Renaissance and transforms them into an ideal synthesis of the highest perfection. Gossaert, who was active in the first third of the 16th century, completed both religious as well as secular paintings, which he created for the major patrons of his day. Thus Gossaert entered into the service of Philip of Burgundy and followed him in 1508/09 to Italy, where he came to terms with the masterpieces of the Italian Renaissance. The painting with Mary and the Child by Jan Gossaert offered here was in the collection of Dr. Alfred Hausammann in Zürich beginning approximately in the mid-1950s, and was on loan to the Kunsthaus Zürich for display from 1960 to 2001. In addition, the painting was shown in two exhibitions: 'Meisterwerke Flämischer Malerei' (Masterpieces of Flemish Painting) at Schaffhausen in 1955 and 'Gossaert genaamd Mabuse' (Gossaert called Mabuse) in Rotterdam and Bruges in 1965. The painting was mistakenly believed to be the work of a follower after the appearance of Sadja Herzog's study. In 2002, the painting came up for auction with this attribution in London. The present owner arranged for a careful and professional restoration in which the old overpainting was removed and the original appearance was again brought to the fore. In addition to the internationally recognized Gossaert connoisseur Dr. Ainsworth, who lists it as an autograph work by Gossaert in her exhibition catalog of 2010 (which also serves as the catalogue raisonné); Dr. Jochen Sander, Curator of German, Flemish and Dutch painting at the Städel Museum, Frankfurt, also has no doubt as to Jan Gossaert's authorship. The composition shown here depicts the Mother of God in front of a late-Gothic architectonic throne, part filigree and part solid stone, with the infant Jesus sitting before her on green velvet. Each is turned towards the viewer in a frontal pose. While Mary assumes a contemplative attitude, gazing downward and embracing her child protectively, the Christ Child through his expansive gestures and direct eye contact, engages the attention of the viewer, and his childlike exuberance is expressed affectionately. Maryan W. Ainsworth sees strong stylistic and compositional parallels between our painting and a depiction of Mary with the infant Jesus before a landscape, signed and dated 1531, in the Cleveland Museum of Art (fig. 1, oil on wood, 48.9 x 38.4 cm, see Ainsworth, ibid., no. 20), and for this reason proposes a dating of 1530 for our panel. Gossaert painted several other similar compositions with the Virgin and Child, all of which are among his late work, dating between 1525 and 1530. These include versions in the National Gallery in London (ibid., no. 13), the Gemäldegalerie of the Berlin State Museums (fig. 2, inv. no. 650, ibid., no. 15) and the Museo de Bellas Artes in Bilbao (ibid., no. 18). It is probable that this theme of the Madonna and Child enjoyed a growing demand and the paintings were conceived for the private worship of devout patrons. Dr. Sander also compares our painting stylistically with Gossaert's 'Danae,' dated 1527, at the Alte Pinakothek in Munich; particularly the attentive gaze of the Child and the Madonna's head type, which leads him to consider a somewhat earlier dating of the middle 1520s as well (Sander ibid., p. 430, footnote 22). It is certainly worth noting as well the preservation of the painting offered here, as Jochen Sander has previously remarked in his article (see Literature). He emphasizes that the picture, probably painted on two vertically arranged oak boards, is largely preserved in its original state. Through the cleaning conducted recently, fine glazes in the shadows of the flesh tones have come to light. With infrared reflectography underdrawing can also be discerned in some places that enables us to reconstruct the artist's working process.

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ANTWERPEN, 16. JAHRHUNDERT Triptychon: Anbetung

Lot 3018: ANTWERPEN, 16. JAHRHUNDERT Triptychon: Anbetung

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Description: ANTWERPEN, 16. JAHRHUNDERT Triptychon: Anbetung der Könige. Öl auf Holz. 16 x 10,5 cm (Zentraltafel), 16 x 5,5 cm (Flügel). Provenienz: Privatsammlung Lugano.

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BROSAMER, HANS (ZUGESCHRIEBEN) (Fulda um 1495 - um

Lot 3019: BROSAMER, HANS (ZUGESCHRIEBEN) (Fulda um 1495 - um

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Description: BROSAMER, HANS (ZUGESCHRIEBEN) (Fulda um 1495 - um 1554 Erfurt) Herrenporträt. 1522. Öl auf Holz. Oben rechts datiert und monogrammiert: 1522. HB (ligiert). 49 x 34 cm. Provenienz: - Auktion Fischer, Luzern, 16.6.1959, Los 2195 (als Hans Brosamer). - Deutsche Privatsammlung.

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MORANDINI, FRANCESCO called IL POPPI (Poppi 1544 -

Lot 3020: MORANDINI, FRANCESCO called IL POPPI (Poppi 1544 -

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Description: MORANDINI, FRANCESCO called IL POPPI (Poppi 1544 - 1597 Florence) Saint Catherine. Oil on panel. 58 x 45 cm. MORANDINI, FRANCESCO genannt IL POPPI (Poppi 1544 - 1597 Florenz) Heilige Katharina. Öl auf Holz. 58 x 45 cm. Diese Heilige Katharina zählt zu einer Serie, die den selben Frauentypus aufgreift und die Francesco Morandini um 1570 malte. Sie ist an Vorbildern des florentinischen Malers Michele di Ridolfo del Ghirlandaio (1503-1577) orientiert und besonders zwei Darstellungen der Heiligen Katharina, die eine im Snite Museum of Art der University of Notre Dame (Indiana), die andere in der Sammlung des Herzogs d'Alba in Madrid, sind stilistisch mit dem hier angebotenen Gemälde zu vergleichen. Nicht nur die Pose der Dargestellten auch die prächtigen Kleider, die sich an der Antike orientieren, sind dabei sehr verwandt (siehe Giovannetti, A.: Francesco Morandini detto il Poppi, Firenze 1995, S. 85, 90-91).

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GASSEL, LUCAS and MEISTER MIT DEM PAPAGEI (Helmont

Lot 3021: GASSEL, LUCAS and MEISTER MIT DEM PAPAGEI (Helmont

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Description: GASSEL, LUCAS and MEISTER MIT DEM PAPAGEI (Helmont circa 1500 - circa 1570) / (active in Antwerp, 1st half of the 16th century), circle of The Holy Family before a broad landscape. Oil on panel. 100 x 84 cm. Provenance: - auction of Stuyck collection Brussels 1961, Lot 23, as Pieter Coecke van Aelst. - Belgian Private collection. Exhibited: - Brussels, 1955, 'Charles-Quint et son Temps', Musée des Beaux-Arts, No 24, the landscape probably by Lucas Gassel. - Malines, 1958, 'Margguerite d'Autriche et sa Cour', Hôtel de Ville, No 24. GASSEL, LUCAS und MEISTER MIT DEM PAPAGEI (ZUGESCHRIEBEN) (Helmont um 1500 - um 1570) (tätig in Antwerpen, 1. Hälfte 16. Jh.) Die Heilige Familie vor einer weiten Landschaft. Öl auf Holz. 100 x 84 cm. Provenienz: - Sammlung Stuyck, Versteigerung Brüssel 1961, Lot 23, als Pieter Coecke van Aelst. - Belgischer Privatbesitz. - Auktion Koller, Zürich, 23.3.2007, Los 3015. - Privatsammlung. Ausstellungen: - Brüssel 1935, Exposition d'Art ancien, Brüssel. - Brüssel 1955, 'Charles-Quint et son Temps', Musée des Beaux-Arts, Nr. 24, die Landschaft wohl von Lucas Gassel. - Malines 1958, 'Margguerite d'Autriche et sa Cour', Hôtel de Ville, Nr. 24. Literatur: Marlier, G.: Pieter Coecke van Aelst, Brüssel 1966, S. 398, Abb. 353.

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JACOBSZ., DIRCK (ZUGESCHRIEBEN) (1496 wohl

Lot 3022: JACOBSZ., DIRCK (ZUGESCHRIEBEN) (1496 wohl

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Description: JACOBSZ., DIRCK (ZUGESCHRIEBEN) (1496 wohl Amsterdam 1567) Bildnis eines Mannes. Öl auf Leinwand. 80,5 x 66 cm. Gutachten: Dr. Jaco Rutgers, 7.2.2014. Provenienz: - Sammlung André Lévy, 1935. - Sammlung Jacques Seligmann. - Schweizer Privatsammlung. Ausstellung: Paris, Guy Stein, 60 tableaux en quête d'auteur, 1935, Nr. 57. Literatur: Stein, Guy: 60 tableaux en quête d'auteur, Paris, 1935, Nr. 57, S. 29, mit Abb. (als Norditalienische Schule, um 1520). Nur wenige Werke des Künstler Dirck Jacobsz. sind bekannt, dazu zählt das erste Miliz-Gruppenporträt Hollands für die Amsterdamer Schützengilde (Rijksmuseum Amsterdam, Inv. Nr. SK-C-402, datiert 1529, Öl auf Holz, 119,3 x 174,4 cm). Dirck Jacobsz. fertigte einige Dreiviertelporträts an, so beispielsweise das Bildnis des Pompeius Occo (Rijksmuseum Amsterdam, Inv. Nr. SA-A-3924, um 1531, Öl auf Holz, 66,5 x 55,1 cm). Dabei lässt sich besonders die Haltung des ebenfalls in einem Fellmantel dargestellten Edelmannes vergleichen sowie die sich im Hintergrund erstreckende Landschaft und der im Vordergrund platzierte Schädel als Zeichen der Vergänglichkeit. Dieses Vanitas-Motiv steht in unserem Gemälde im Kontrast zur Jugendlichkeit des Porträtierten, die durch seine rote Kleidung ferner symbolhaft unterstrichen wird. Dirck Jacobsz., der sehr wahrscheinlich in Amsterdam geboren wurde, da sein Vater Jacob Cornelisz. van Oostsanen (1496 - 1567) dort nachweislich im Jahr 1500 ein Haus erwarb, war wohl etwa zeitgleich mit Jan van Scorel (1498 - 1562) Schüler bei seinem Vaters. Er blieb Zeit seines Lebens mit Jan van Scorel befreundet und sein Stil ist stark von seiner Kunst geprägt. Später übernimmt Dirck Jacobsz. wohl die Werkstatt seines Vaters und heiratet die Tuchhändlerin Marritgen Gerritzsdr., mit der er zwei Kinder hatte.

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MEYER, CONRAD (UMKREIS) (1618 Zürich 1689)

Lot 3023: MEYER, CONRAD (UMKREIS) (1618 Zürich 1689)

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Description: MEYER, CONRAD (UMKREIS) (1618 Zürich 1689) Gegenstücke: Bildnis des Pfarrer Wirz und seiner Gemahlin. Um 1680. Öl auf Leinwand. Das Herrenporträt rechts mittig mit Wappen der Familie Wirz, bezeichnet und datiert: AEtatis. 49. Ao. 1680. Das Damenporträt links mittig mit Wappen der Familie Holzhalb, bezeichnet und datiert: Ihres Alters 50. Jahr. Ao. 1680. Je 90,3 x 75,5 cm. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. Dargestellt ist Pfarrer Hans Wirz und seine Gemahlin Ursula Wirz, geb. Holzhalb (1629-1704), Tochter von Hans Holzhalb und Anna Leemann. Das Ehepaar Wirz heiratete 1660.

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LEYDEN, LUCAS VAN (NACHFOLGER UM 1575-1600) (1494

Lot 3024: LEYDEN, LUCAS VAN (NACHFOLGER UM 1575-1600) (1494

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Description: LEYDEN, LUCAS VAN (NACHFOLGER UM 1575-1600) (1494 Leiden 1533) Höfische Szene. Öl auf Holz. 80,5 x 124,8 cm. Dieses Gemälde ist eine wohl Antwerpener Interpretation nach einer druckgrafischen Vorlage von Lucas van Leyden 'Der Tanz der Heiligen Magdalena' von 1519 (The Metropolitan Museum of Art, Inv. Nr. 27.5.3), wobei der Maler unserer Komposition den Nimbus der Heiligen Magdalena ausgelassen hat, um die Darstellung in eine profane, höfische Szene umzuwandeln.

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VASARI, GIORGIO (Arezzo 1511 - 1571 Florenz) Zwei

Lot 3025: VASARI, GIORGIO (Arezzo 1511 - 1571 Florenz) Zwei

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Description: VASARI, GIORGIO (Arezzo 1511 - 1571 Florenz) Zwei Tafeln mit den Herätikern Arius, Sabellius und dem Philisophen Averroes aus dem Triumph des Hl. Thomas von Aquin über die Häretiker. Öl auf Holz. 52,5 x 65,5 cm. Gutachten: Prof. Maria Giulia Aurigemma, 20.1.2014. Provenienz: Schweizer Privatsammlung. Literatur: - Aurigemma, M. Giulia: Torre Pia in Vaticano: architettura, decorzioane, committenza, trasformazioni di tre cappelle casariane, in: Römisches Jahrbuch der Bibliotheca Hertziana, Band 39, 2009/2010, München 2012, S. 65-164, Abb. 42, S. 123. - Aurigemma, M. Giulia: Averroe, Ario e Sabellio: due inediti frammenti vasariani, in: Storia dell'arte, 136, 2013 (Publikation in Kürze). Die hier angebotenen Tafeln waren ursprünglich Teile einer halbrunden Kartusche, welche die Kapelle des Heiligen Michaels im obersten Teil der Torre Pia im Apostolischen Palast ausschmückte. Giorgio Vasari war 1560 vom Papst Pius V. für die gesamte Innendekoration der Kapelle beauftragt worden. Während seiner Arbeit am Palazzo Vecchio in Florenz schuf er erste Kartons für diesen bedeutenden Auftrag, den er schliesslich 1571 mit seiner Werkstatt ausführte. Zentral in der Kartusche war der Heilige Thomas von Aquin dargestellt, flankiert auf der linken Seite von den Häretikern Arius und Sabellius und auf der rechten Seite vom Philosophen Averroes (Abb.1, Witt Library London). Der Philosoph und Theologe Thomas von Aquin, der die Synthese der antiken Philosophie mit der christlichen Dogmatik symbolisiert, wird in dieser Komposition über die Häresie triumphierend dargestellt - ein ikonographischer Typus, den Vasari unter anderem aus den dominikanischen Kirchen Santa Maria Novella in Florenz (Cappellone degli Spagnoli) und Santa Maria sopra Minerva in Rom (Cappella Carafa) kannte. Vasari verlieh den von der Häresie angeklagten Denkern in unseren Tafeln allerdings ein individuelleres Aussehen, das von altertümlichen und leicht orientalisierenden Vorbildern geprägt ist. Während einige Fresken als Teile der Kapellenornamentik heute in den Vatikanischen Museen noch zu sehen sind, wurden die beweglichen Ornamente wie unsere Kartusche im 18. und 19. Jahrhundert von den napoleonischen Truppen entfernt und zerstreut. Es bleibt unklar, unter welchen Umständen die Kartusche in drei Tafeln aufgeteilt wurde, doch die hier angebotenen Gemälde bilden die einzigen bisher bekannten Zeuge der insgesamt drei halbrunden Kartuschen aus der vatikanischen Kapelle der Torre Pia.

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DUMONSTIER, PIERRE (um 1543 Paris 1601) Bildnis

Lot 3026: DUMONSTIER, PIERRE (um 1543 Paris 1601) Bildnis

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Description: DUMONSTIER, PIERRE (um 1543 Paris 1601) Bildnis des Bernard de Nogaret, Seigneur de La Valette. Um 1584-1585. Kohlestift und Rötel auf Papier. 34 x 24 cm. Gutachten: Dr. Alexandra Zvereva, Oktober 2011. Provenienz: - Privatsammlung Portugal. - Privatbesitz Paris, seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Diese qualitätsvolle Zeichnung stellt den ca. 30-jährigen französischen Adligen und Admiral Bernard de Nogaret de La Valette (1553 - 1592) in einer prächtigen Damast-Rüstung und mit dem blauen Band des Hosenbandordens dar. Er trägt sein Haar kurz und hochgekämmt und einen spitzigen Bart, gemäss der damaligen Mode der Mitte der 1580er Jahre. Die Identität des Porträtierten lässt sich anhand drei weiterer Darstellungen von Bernard de Nogaret bestätigen: ein Ölbild aus der Sammlung von Versailles (Inv. Nr. MV 3301), ein 1602 publizierter Stich von Léonard Gaultier (in 'Portraictz de plusieurs homes illustres qui ont fleury en France depuis l'an 1500 jusqu'à présent', Nr. 41) sowie ein Gemälde aus der Galerie des Illustres im Château de Beauregard. Meist wurde Bernard de Nogaret im Doppelbildnis mit seinem Bruder Jean-Louis de Nogaret de La Valette (1554 - 1642), Herzog von Épernon, porträtiert. Dieser zählte zu den engsten Vertrauten König Heinrich III. und beide Brüder waren aufeinanderfolgend Kammerherren des Königs sowie Amiral de France und Mitglieder des Hosenbandordens. Bernard de Nogaret stirbt im Kampf mit 39 unter König Heinrich IV. Unsere Zeichnung bildet dabei die Vorstudie zu einem Gemälde-Paar von Pierre Dumonstier, das beide Brüder darstellte und durch Werkstatt-Kopien in Versailles bekannt ist (Inv. Nr. 3301 und 3355). Der feine Strich, die qualitätsvoll ausgeführten Details der Kleidung und der Physiognomie, insbesondere der Augen und der Haare des Porträtierten, sind charakteristisch für Pierre Dumonstier. Dieser war sehr wahrscheinlich zusammen mit seinem älteren Bruder Etienne Dumonstier (1540 - 1603) Schüler von François Clouet (1510 - 1572) und beide arbeiteten ab ca. 1565 für Königin Catherine de Médicis (1519 - 1589) und ihrem Sohn, König Heinrich III. Pierre Dumonstier entfernte sich jedoch von der klaren Linienführung der Schule von Clouet und entwickelte einen eigenen malerischen Stil, der auf einer breiteren Farbskala mit Kreide- und Pastellstiften beruhte und dem Geschmack der Gesellschaft um König Heinrich III. besser entsprach. Zudem hatte er die Eigenschaft, die Striche der Haare mit einem nassen Pinsel zu überarbeiten, um ihnen eine luftigere und voluminösere Gestalt zu verleihen, wie in der hier angebotene Zeichnung charakteristisch zu sehen ist. Zeichnungen dieser Qualität sind äusserst selten auf dem Kunstmarkt und in Museen anzutreffen, denn nur ein Bruchteil der französischen Porträts dieser Zeit hat die Hugenottenkriege am Ende des 16. Jahrhundert überlebt. Einige Exemplare werden in der Bibliothèque Nationale de France, in der St. Peterburger Eremitage und im British Museum in London aufbewahrt, wobei die Porträtierten nur in den seltensten Fällen identifiziert werden können.

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FLEMISH, CIRCA 1600 Allegory of winter. Oil on

Lot 3027: FLEMISH, CIRCA 1600 Allegory of winter. Oil on

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Description: FLEMISH, CIRCA 1600 Allegory of winter. Oil on panel. 65.5 x 49 cm. Provenance: Swiss private collection. FLÄMISCH, UM 1600 Allegorie des Winters. Öl auf Holz. 65,5 x 49 cm. Provenienz: Schweizer Privatsammlung.

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REYMERSWALE, MARINUS VON (NACHFOLGER DES 17.

Lot 3028: REYMERSWALE, MARINUS VON (NACHFOLGER DES 17.

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Description: REYMERSWALE, MARINUS VON (NACHFOLGER DES 17. JAHRHUNDERTS) (Reymerswaele 1493 - 1567 Antwerpen) Heiliger Hieronymus. Öl auf Leinwand. 83,2 x 84 cm. Das Motiv des hier dargestellten heiligen Hieronymus im Gehäuse erfreute sich grosser Beliebtheit und mehrere Versionen sind bekannt. Als Prototyp dieses Bildtypus wird die Darstellung des Heiligen von Marinus van Reymerswale heute in einer Schweizer Privatsammlung (siehe RKD Nr. 51460) vermutet.

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GOSSAERT, JAN genannt MABUSE (UMKREIS) (Maubeuge

Lot 3029: GOSSAERT, JAN genannt MABUSE (UMKREIS) (Maubeuge

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Description: GOSSAERT, JAN genannt MABUSE (UMKREIS) (Maubeuge 1478 - 1532 Antwerpen) Adam beschuldigt Eva. Öl auf Holz. 32,5 x 41,5 cm. Provenienz: - Sammlung Sloan-Stanley (verso Etikette). - Sammlung Prof. Willem Mengelberg (verso Etikette). - Auktion Mak, Amsterdam, 24.4.1952, Los 61 (als Jan van Scorel). - Deutsche Privatsammlung. Dieses Gemälde greift die Komposition aus einem Fresko vom Raphael-Schüler Baldassare Peruzzi (1481-1536) in der Volta Dorata im Palazzo della Cancelleria in Rom von 1519 auf. Diese Darstellung des Augenblicks nach dem Sündenfall war eine Seltenheit in der flämischen Malerei und es wird vermutet, dass Peruzzis Komposition im Umkreis von Jan Gossaert in Flandern Verbreitung fand (siehe Ainsworth, Maryan W. (Hg.): Man, Myth, and Sensual Pleasures. Gossart's Renaissance. The Complete Works, New York 2010, Kat. Nr. 66, S. 312-313).

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LEYDEN, LUCAS VAN (UMKREIS, UM 1520) (1494 Leiden

Lot 3030: LEYDEN, LUCAS VAN (UMKREIS, UM 1520) (1494 Leiden

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Description: LEYDEN, LUCAS VAN (UMKREIS, UM 1520) (1494 Leiden 1533) Maria Verkündigung. Öl auf Holz. 106,5 x 81 cm. Provenienz: Schweizer Privatbesitz.

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Attributed to BARENDSZ., DIRCK (1534 Amsterdam

Lot 3031: Attributed to BARENDSZ., DIRCK (1534 Amsterdam

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Description: Attributed to BARENDSZ., DIRCK (1534 Amsterdam circa 1592) Portrait of a nobleman with a coin. Oil on canvas. 80.2 x 65.7 cm. Provenance: - Glerum auction, The Hague, 25.11.1991, Lot 125. - Swiss private collection. Archived at the RKD, The Hague under number 137485 and dated between 1550 and 1574 BARENDSZ., DIRCK (ZUGESCHRIEBEN) (1534 Amsterdam um 1592) Porträt eines Edelmannes mit einer Münze. Öl auf Leinwand. 80,2 x 65,7 cm. Provenienz: - Auktion Glerum, Den Haag, 25.11.1991, Los 125. - Schweizer Privatsammlung. Dieses Gemälde ist im RKD, Den Haag, unter der Nummer 137485 archiviert und dort zwischen 1550 und 1574 datiert.

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DEUTSCHLAND, 16. JAHRHUNDERT Porträt einer jungen

Lot 3032: DEUTSCHLAND, 16. JAHRHUNDERT Porträt einer jungen

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Description: DEUTSCHLAND, 16. JAHRHUNDERT Porträt einer jungen Frau im Alter von 25 Jahren. 1549. Öl auf Holz. Oben links und rechts bezeichnet und datiert: AETATIS 25. Ao. 1549. 55 x 46 cm. Provenienz: Schweizer Privatbesitz.

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BRUEGHEL, JAN d. J. (1601 Antwerpen 1678)

Lot 3033: BRUEGHEL, JAN d. J. (1601 Antwerpen 1678)

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Description: BRUEGHEL, JAN d. J. (1601 Antwerpen 1678) Flusslandschaft mit einer Figurengruppe am Ufer. Öl auf Kupfer. 21,5 x 33 cm. Gutachten: Dr. Klaus Ertz, 22.4.2008. Provenienz: Europäischer Privatbesitz. Von einem leicht erhöhtem Standpunkt blicken wir auf eine weite Flusslandschaft, die links durch ein mit Bäumen besäumtes Ufer und rechts durch einen breiten Fluss mit Booten definiert wird. Am Ufer im Vordergrund finden sich mehrere Boote und Segelschiffe. Ein vornehm gekleideter Herr mit Hut übernimmt ein kleines Kind von einem anderen in blauen Hosen im vorderen Boot, während hinter ihm mehrere Frauen und Kinder stehen. Ein kleiner Hund ist ebenfalls Teil dieser eleganten Gesellschaft, die offenbar dabei ist einen Sonntagsausflug mit dem Boot zu unternehmen. Etwas weiter hinten im Schatten deutet ein Paar auf den Fluss, während im Hintergrund mehrere Bauminseln und eine Brücke, die zu einer Stadt mit einer Kirche führt, zu erkennen sind. Rechts im Wasser sind mehrere mit Menschen und Pferden beladene Boote sowie Enten zu erkennen, während der leuchtende blaue Himmel, der die Szene überstrahlt, von Möwen und einem Raubvogel belebt wird. In seinem Gutachten datiert Ertz das hier angebotene Gemälde in die späten 1620er Jahre aufgrund der leuchtenden Farben, die charakteristisch für das Werk Brueghels in dieser Zeit sind, in der ersten Schaffensphase, in der Jan Brueghel nach seiner Italienreise die Werkstatt seines Vaters übernommen hatte. In dieser Flusslandschaft zeigt Jan Brueghel d. J., der bis ca. 1635 im unverwechselbaren Stil seines Vaters weitermalte, dass er wie kein anderer an das väterliche Qualitätsniveau herankommt: Die übereinander liegenden in Lasurtechnik aufgetragenen feinen Farbschichten vermitteln dem Betrachter den so typischen Eindruck einer dreidimensionalen Bildoberfläche, und die zahlreichen kleinen Details, welche die Szene beleben, sind sehr fein und qualitästvoll ausgeführt. Kompositorisch steht das hier angebotene Gemälde in engem Zusammenhang mit einer Flusslandschaft des Vaters von 1607, die sich heute in der National Gallery in Washington befindet (Inv. Nr. 2000.4.1, Öl auf Kupfer, 20,8 x 32 cm, siehe Ertz, Klaus: Jan Brueghel der Ältere 1568 - 1625, Lingen 2008, Kat. Nr. 124, S. 273 - 276, mit Abb. S. 275, damals noch Galerie Sankt Lucas, Wien). Ähnliche Landschaften von der Hand Jan Brueghel d. J., die ebenfalls nach 1625 bis in die frühen 30er Jahre zu datieren sind, befinden sich im Koninklijk Museum voor Schone Kunsten, Antwerpen (Inv. Nr. 910, siehe Ertz 1984, Kat. Nr. 35 mit Abb.), in der Alten Pinakothek, München (Inv. Nr. 5624, siehe Ertz 1984, Kat. Nr. 38 mit Abb.) oder im Museu Nacional de Arte Antiga, Lissabon (Inv. Nr. 1478, siehe Ertz 1984, Kat. Nr. 55 mit Abb.). BRUEGHEL, JAN le jeune (1601 Anvers 1678) Paysage fluvial avec un groupe élégant sur la berge. Huile sur cuivre. 21,5 x 43,4 cm.

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BALEN, HENDRICK VAN d. Ä. UND BRUEGHEL, JAN d. Ä.

Lot 3034: BALEN, HENDRICK VAN d. Ä. UND BRUEGHEL, JAN d. Ä.

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Description: BALEN, HENDRICK VAN d. Ä. UND BRUEGHEL, JAN d. Ä. (1575 Antwerpen 1632) (Brüssel 1568 - 1625 Antwerpen) Das Auffinden des Mosesknaben. Öl auf Holz. 59 x 46,5 cm. Provenienz: - Auktion Fischer, Luzern, 3. - 7.12.1963, Los 1546. - Deutsche Privatsammlung. Literatur: Werche, Bettina: Hendrick van Balen (1575-1632). Ein Antwerpener Kabinettbildmaler der Rubenszeit, Turnhout 2004, Kat. Nr. A4, Bd. I, S. 136, Abb. Bd. II, S. 316.

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BESCHEY, BALTHASAR UND WERKSTATT (vor 1708

Lot 3035: BESCHEY, BALTHASAR UND WERKSTATT (vor 1708

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Description: BESCHEY, BALTHASAR UND WERKSTATT (vor 1708 Antwerpen 1776) Das Quellwunder des Moses. Öl auf Holz. Verso undeutliche Reste der Burg der Antwerpener Holzplatten-Gilde. 57,4 x 79 cm. Gutachten: Dr. Ursula Härting, 9.2.2014. Provenienz: Privatsammlung Schweiz. Moses, der gemäss des 4. Buch Mose (20: 1-11) nach Gottes Offenbarung mit seinem Stab Wasser aus dem Felsen schlug, ist auf dem hier angebotenen Gemälde rechts im Hintergrund dargestellt. Im Vordergrund laben sich Kinder und Erwachsene am lang entbehrten Wasser und auch das Vieh profitiert vom dünnen Rinnsal, der Vorder- und Hintergrund verbindet. Mutter und Kinder sitzen im kühlen Schatten einer Draperie, die vorne in den Bäumen befestigt ist und als Repoussoir-Motiv den Blick des Betrachters in die Tiefe führt. Beige Nuancen und helle Zinnobertöne dominieren das Bild und hüllen das Lager der Israeliten in ein gleissendes Licht, welches das trockene Wüstenklima der Szenerie spürbar macht. Dabei weist die Farbigkeit der Darstellung gemäss Dr. Härting auf eine Entstehungszeit wohl um 1730 hin. Während sich Beschey in dem hier angebotenen Gemälde auf eine Komposition Hendrik van Balens stütz (Antwerpen, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten, um 1600-10, Holz, 71 x 86 cm, als Leihgabe im dortigen Rubenshuis, siehe Werche, Bettina: Hendrik van Balen, Turnhout 2004, Kat. Nr. A5), unterscheidet sich die lichte Erscheinung der Figuren sowie die weiträumige Komposition deutlich von Hendrik van Balens volltoniger Fassung mit dicht gestellter figürlicher Staffage und verdeutlicht Bescheys eigenständige Interpretation der Thematik.

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DOU, GERRIT (1613 Leiden vor 1675) Einsiedler im

Lot 3038: DOU, GERRIT (1613 Leiden vor 1675) Einsiedler im

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Description: DOU, GERRIT (1613 Leiden vor 1675) Einsiedler im Gebet. Um 1670. Öl auf Holz. Unten links auf dem Buch signiert: GDOV. 34,5 x 29 cm. Provenienz: - Verlassenschaft des churfürstli. Hofkammer- und Commecienraths Joseph van Dufresne, 1760 (laut verschollener Etikette). - Sammlung Kurfürstliche Galerie, Alte Pinakothek, München, Inv. Nr. 578, bis 1935. - Sammlung Stadtresidenz, Landshut, 1935. - Kunsthandel Dr. Plietzsch, Berlin, Oktober 1938. - Kunsthandel Cornelis B. de Bruin, Utrecht, 10.7.1951. - Sammlung Jacques Salmanowitz, Versoix. - Bedeutende Westschweizer Privatsammlung. Literatur: - Smith, John: A Catalogue Raisonné of the Works of the Most Eminent Dutch, Flemish and French Painters, Band I, London 1829, Kat. Nr. 114, S. 39. - Martin, Wilhelm: Leven en werken van Gerrit Dou, Leiden 1901, Kat. Nr. 21, S. 186. - Kat. Sammlung Kurfürstliche Galerie, Alte Pinakothek, München 1904, Kat. Nr. 400. - Hofstede de Groot, Cornelis: Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorragendsten holländischen Maler des 17. Jahrhunderts, Esslingen / Paris 1907, Kat. Nr. 20, S. 346. - Dimier, Louis: Gérard Dou, sa vie et son oeuvre, Paris 1911, Kat. Nr. 12. - Martin, Wilhelm (Hg.): Gerard Dou. Des Meisters Gemälde, Stuttgart / Berlin 1913, S. 6 (dort um 1670 datiert). - Baer, Ronni: The paintings of Gerrit Dou (1613-1675), Ph. D. Dissertation, New York 1990, Nr. 119. Dieses in einer Schweizer Privatsammlung entdeckte Gemälde Gerrit Dous von exquisiter Qualität konnte Ronni Baer kürzlich erstmals intensiv im Original untersuchen und sie bestätigt, dass es sich hierbei um dasjenige handelt, welches sie in ihrem Werkverzeichnis von 1990 unter Nr. 119 erwähnt (siehe Literatur). Damals lag ihr ausschliesslich eine Schwarzweissfotografie vor. Das Gemälde war einst in der Sammlung der Kurfürstlichen Galerie, Alte Pinakothek, bevor es 1935 in die Sammlung der Stadtresidenz in Landshut überführt und im Tausch 1938 an den Kunsthändler Dr. Plietzsch nach Berlin weitergereicht wurde (schriftliche Bestätigung der Alten Pinakothek liegt vor). Über den holländischen Kunsthandel gelangte das Gemälde dann schliesslich in die Schweiz und taucht nun nach langer Zeit wieder auf den Kunstmarkt auf. Dargestellt ist ein Eremit in einer grottenartigen Kulisse, in seinen zum Gebet gefalteten Händen, die auf einem grossen geöffneten Buch ruhen, hält er ein hölzernes Kruzifix. Vor ihm finden sich mehrere Vanitasgegenstände, ein Schädel, eine umgefallene Sanduhr, ein Rosekranz, weitere Bücher sowie ein abgestorbener, knochiger Baum, der mit Moos überwachsen ist und an dessen Ast eine Laterne hängt. Neben dem Baum ist sein Flechtkorb abgestellt und im Vordergrund seine lederne Trinkflasche. Das aufgeschlagene Buch lässt in grossen Buchstaben die Überschrift 'de Prophet Jesaia' erkennen und auch dem Anfangsbuchstaben des Textes, ein aufwändig verziertes H, schenkte Dou besonderes Augenmerk. Das Buch Jesaja, vom gleichnamigen Propheten im 8. Jahrhundert vor Chr. geschrieben, thematisiert die messianische Prophezeiung mit der Geburt Christi (7,14), seiner Göttlichkeit (9,6-7), seiner Geistlichkeit (9,1-2; 42, 1-7; 61, 1-2) und seinem Tod (52,1-53,12). Dabei war Prophet Jesaja, mehr noch als alle anderen Propheten, bedacht, besonders das erlösende Handeln Christi und die göttliche Gnade zu preisen. So erscheint es Ronni Baer auch nicht zufällig, dass Dou dem abgestorbenen Baum sowie den Vanitasobjekten die heiligen Schriften und das Kruzifix gegenübersetzt. Der Eremit verdeutlicht somit den Triumph über den Tod durch Gebet und Studium der Heiligen Schriften. Ein ähnliches Gemälde eines betenden Eremiten in der Einöde findet sich in einem Ehepaarbildnis wieder, welches einst Gerrit Dou zugeschrieben wurde (Wheelock, Arthur K.: Dutch Paintings of the Seventeenth Century, The Collections of the National Gallery of Arts Systematic Catalogues, Washington 1995, 60, Abb. 2). In einem Interieur sind Eheleute umgeben von ihren profanen Interessen und materialistischen Besitztümern dargestellt, während das Gemälde des Eremiten an der Rückwand des Raumes angebracht ist. Dieses versteht sich eindeutig als Anspielung auf die kontemplative Lebensform als Gegensatz zum aktiven Eheleben. Der Eremit wurde somit in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts zur Personifikation von Frömmigkeit und Andacht und verstand sich als tugendhafter Ausgleich, die Turbulenzen des Alltags zu meistern (siehe hierzu Baer, Ronni (u.a.): Gerrit Dou 1613-1675. Master Painter in the Age of Rembrandt, New Haven/London 2000, S. 132). Zeitlich reiht sich diese hier angebotene Darstellung eines Eremiten zwischen zwei Gemälden ähnlicher Thematik ein, die sich heute beide in bedeutenden öffentlichen Sammlungen befinden. Das 1664 datierte im Rijksmuseum in Amsterdam (siehe Abb. 1, Baer, ebd., Kat. Nr. 91), bei welchem der Eremit in fast identischer Weise dargestellt ist und ein vergleichbarer Lichtstrahl von links auf den Betenden fällt, sowie dasjenige im Minneapolis Institute of Arts (siehe Abb. 2, ebd., Kat. Nr. 120), welches 1670 datiert ist. Ronni Baer schlägt daher eine Entstehung unseres Gemäldes zwischen 1667-70 vor. Gerrit Dou, einer der wohl bedeutendsten Maler der Niederlanden des 17. Jahrhunderts und Begründer der Schule der Leidener Feinmalerei, erhielt zunächst von 1625 - 1627 seine künstlerische Ausbildung als Glasmaler, bevor er 1628 Rembrandts Werkstatt in Leiden beitrat. Dort verweilte er wohl bis Rembrandts Abreise nach Amsterdam im Jahre 1631 oder spätestens 1632, als Dou als unabhängiger Meister in Leiden verzeichnet ist. Während sein anfänglicher Malstil noch stark von Rembrandt beeinflusst war, zeichnen sich seine Werke durch eine besondere Feinheit in der Malweise und eine eindrückliche Lichtinszenierung aus. Dou war einer der Mitgründer der Leidener Malergilde, deren Mitglied er 1648 wurde. Zu seinen Schülern zählten Gottfried Schalcken und Frans van Mieris sowie dessen Söhne. Eine Einladung König Charles II. nach England lehnte er ab und verweilte bis zu seinem Tod in Leiden. Das hier angebotene Gemälde des Eremiten im Gebet zählt zu seinem Spätwerk und verdeutlich in eindrücklicher Weise die künstlerische Perfektion Gerrit Dous. Wir danken Dr. Ronni Baer für die Begutachtung des Gemäldes im Original und die Bestätigung der Eigenhändigkeit. Ferner gilt unser Dank Dr. Bernd Ebert für die zur Verfügung gestellten Angaben zur Provenienz aus dem Archiv der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Das Gemälde ist im RKD, Den Haag, als eigenhändiges Werk von Gerrit Dou archiviert. DOU, GERRIT (1613 Leiden before 1675) Hermit Praying. ca. 1670. Oil on wood. Signed on the book lower left: GDOV. 34.5 x 29 cm. Estimate: CHF 350 000.- / 500 000.- Provenance: - Estate of the Elector. Exchequer and Councilor of Commerce Joseph van Dufresne, 1760 (according to missing label). - Collection of the Kurfürstliche Galerie, Alte Pinakothek, Munich, inv. no. 578, until 1935. - Collection of the Stadtresidenz, Landshut, 1935. - Art dealer Dr. Plietzsch, Berlin, October 1938. - Art dealer Cornelis B. de Bruin, Utrecht, 10.7.1951. - Collection of Jacques Salmanowitz, Versoix. - Important Swiss private collection. Literature: - Smith, John: A Catalogue Raisonné of the Works of the Most Eminent Dutch, Flemish and French Painters, vol. 1, London 1829, cat. no. 114, p. 39. - Martin, Wilhelm: Leven en werken van Gerrit Dou, Leiden 1901, cat. no. 21, p. 186. - Kat. Sammlung Kurfürstliche Galerie, Alte Pinakothek, Munich 1904, cat. no. 400. - Hofstede de Groot, Cornelis: Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorragendsten holländischen Maler des 17. Jahrhunderts, Esslingen / Paris 1907, cat. no. 20, p. 346. - Dimier, Louis: Gérard Dou, sa vie et son oeuvre, Paris 1911, cat. no. 12. - Martin, Wilhelm (ed.): Gerard Dou. Des Meisters Gemälde, Stuttgart / Berlin 1913, p. 6 (there dated ca. 1670). - Baer, Ronni: The paintings of Gerrit Dou (1613-1675), Ph.D. Dissertation, New York 1990, no. 119. This painting of exquisite quality by Gerrit Dou, discovered in a Swiss private collection, Ronni Baer was recently able to examine thoroughly in the original for the first time, and she confirms that it is the one she lists in her catalogue raisonné of 1990 as no. 119 (see Literature). At that time it was known to her only through a black-and-white photograph. The painting was once in the collection of the Kurfürstlichen Galerie, Alte Pinakothek, before it was transferred in 1935 to the collection of the Stadtresidenz in Landshut and was then passed on to the art dealer Dr. Plietzsch in Berlin in an exchange of 1938 (written confirmation from the Alte Pinakothek is available). Through the Dutch art trade the painting then came eventually to Switzerland and reemerges now on the market after a long period. A hermit is shown in a grotto-like setting; in his hands, which are folded in prayer and rest upon a large open book, he holds a wooden crucifix. Before him are several vanitas objects: a skull, a toppled hourglass, a rosary, further books, and a withered, lifeless tree overgrown with moss, a lantern hanging from one branch. Next to the tree is placed his wicker basket and his leather flask is in the foreground. In the open book can be read in capital letters the title 'de Prophet Jesaia', as well as the initial letter of the text: an intricately ornamented 'H', to which Dou gave special attention. The eponymous Book of Isaiah, written by that prophet in the 8th century before Christ, addressed the messianic prophecy of Christ's birth (7:14), His Deity (9:6-7), His ministry (9:1-2, 42:1-7, 61:1-2), and his death (52:1-53:12). It was the Prophet Isaiah, more than any of the other prophets, who extolled especially the redemptive acts of Christ and divine grace. So it appears to Ronni Baer not accidental that Dou places opposite the dead tree, as well as the vanitas objects, the holy scriptures and the crucifix. The hermit therefore illustrates the triumph over death through prayer and study of the Holy Scriptures. A similar painting of a praying hermit in the wilderness may also be found in a marriage portrait, which has traditionally been attributed to Gerrit Dou (Wheelock, Arthur K. Dutch Paintings of the Seventeenth Century, The Collections of the National Gallery of Art Systematic Catalogues, Washington 1995, 60, fig. 2). In an interior a married couple is shown surrounded by their secular interests and material possessions, while the painting of the hermit is mounted on the rear wall of the room. This is clearly understood as an allusion to the contemplative life as opposed to the active married life. The hermit was thus in the Netherlands of the 17th century the personification of piety and devotion, and was seen as a virtuous counterbalance against the turmoil of everyday life (see also Baer, Ronni (et al.): Gerrit Dou 1613-1675 Master Painter in the Age of Rembrandt, New Haven / London 2000, p. 132). The picture of a hermit offered here sits temporally between two paintings of similar subject matter, both of which are in major public collections today: that dated to 1664 at the Rijksmuseum in Amsterdam (see fig. 1; Baer, ibid., cat. no. 91), in which the hermit is depicted in an almost identical manner and a similar ray of light falls from the left on the worshiper; as well as the one in the Minneapolis Institute of Arts (see fig, 2; ibid., cat. no. 120), which is dated 1670. Ronni Baer therefore proposes that our painting was created between 1667 and 1670. Gerrit Dou, one of the most important Netherlandish painters of the 17th century and founder of the Leiden school of fine painting, received his first artistic training as a glass painter from 1625 to 1627, before joining Rembrandt's workshop at Leiden in 1628. There he most likely remained until Rembrandt departed for Amsterdam in 1631 or 1632 at the latest, when Dou is listed as an independent master in Leiden. While his early painting style was strongly influenced by Rembrandt, his works are characterized by an exceptional fineness in the painting and their impressive lighting. In 1648 Dou became a founding member of the Leiden painters' guild. Among his pupils were Gottfried Schalcken and Frans van Mieris, as well as his sons. He refused an invitation to England from King Charles II and remained in Leiden until his death. The painting of a hermit in prayer offered here counts among his later works and illustrates in a splendid style the artistic perfection typical of Gerrit Dou. We thank Dr. Ronni Baer for her evaluation of the painting in the original and confirmation of its authenticity. We also extend our thanks to Dr. Bernd Ebert for providing the information on provenance from the archives of the Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. The painting is archived in the RKD, The Hague, as an autograph work by Gerrit Dou.

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CODDE, PIETER (vor 1599 Amsterdam vor 1678)

Lot 3039: CODDE, PIETER (vor 1599 Amsterdam vor 1678)

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Description: CODDE, PIETER (vor 1599 Amsterdam vor 1678) Figuren in der Schenke. Öl auf Holz. 31 x 40,5 cm. Provenienz: Europäische Privatsammlung. Fred G. Meijer vom RKD, Den Haag, bestätigt die Eigenhändigkeit dieses Gemäldes, worfür wir ihm danken.

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HALS, DIRCK (vor 1591 Haarlem vor 1656) Fröhliche

Lot 3040: HALS, DIRCK (vor 1591 Haarlem vor 1656) Fröhliche

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Description: HALS, DIRCK (vor 1591 Haarlem vor 1656) Fröhliche Gesellschaft in einem Interieur. 1635. Öl auf Holz. Unten rechts auf dem Tischbein monogrammiert und datiert: DH (ligiert) 1635. 48 x 56 cm. Provenienz: - Sammlung Vos und Schauwecker. - Auktion Galerie Moos, Genf, 7.12.1935, Los 28. - Kunsthandel Walter Paech, Amsterdam, vor 1940. - Schweizer Privatsammlung. Literatur: Nehlsen-Marten, Britta: Dirck Hals 1591-1656, Oeuvre und Entwicklung eines Haarlemer Genremalers, Weimar 2003, Kat. Nr. 158, S. 285. Dieses Gemälde ist im RKD, Den Haag, unter der Nummer 196174 archiviert.

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KESSEL, JAN VAN d. Ä. (1626 Antwerpen 1679) Vier

Lot 3041: KESSEL, JAN VAN d. Ä. (1626 Antwerpen 1679) Vier

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Description: KESSEL, JAN VAN d. Ä. (1626 Antwerpen 1679) Vier Szenen aus den Fabeln von Aesop: a) Der Hirsch und das Schaf. b) Der Löwe und der Eber. c) Der Bär und die Bienen. d) Der kranke Rehbock. 1672. Öl auf Kupfer. a) Unten links monogrammiert: I.V.K. b) Unten mittig monogrammiert: I.V.K. c) Mittig links monogrammiert: I.V.K. d) Unten rechts signiert und datiert: I.V.Kessel. fecit ao. 1672. Je 15,6 x 21,6 cm. Gutachten: Dr. Klaus Ertz, 23.6.2000. Provenienz: - Auktion Sotheby's, New York, 25.5.2000, Los 108. - Galerie d'Art St. Honoré, Paris. - Europäische Privatsammlung. Literatur: Ertz, Klaus und Nietze-Ertz, Christa: Die Maler Jan van Kessel, Lingen 2012, Kat. Nr. 258-261, Abb. 50-53. Jan van Kessel war äusserst vielseitig interessiert. Wie ebenfalls bei dem in dieser Auktion angebotenen Stillleben 'Rosenzweig mit Heuschrecke, Schmetterling und Ameisen' (Los 3046) deutlich wurde, verband er grosses malerisches Können mit einem geradezu enzyklopädischem Interesse an allem, dessen er habhaft werden konnte. Kompendien über Geographie, Geschichte, Völkerkunde und Naturwissenschaft muss er verschlungen und als Inspiration für seine Kunst genutzt haben. Auch der antiken Literatur, die seit dem 15. Jahrhundert wiederentdeckt worden war, galt seine Faszination. 1668, also vier Jahre vor der Datierung der hier angebotenen Werke, veröffentlichte der französische Schriftsteller Jean de La Fontaine eine zweibändige Sammlung von Fabeln, für die er zahlreiche antike und zeitgenössische Motive verarbeitet hatte. Fabeln sind kurze Erzählungen, die entweder in Versform oder Prosa formuliert sind und in denen Pflanzen, Tiere oder Gegenstände typisch menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen übernehmen. Die geschilderten Begegnungen haben häufig einen belehrenden Charakter. Unsere vier kleinformatigen Kupfertafeln mit Tierdarstellungen wurden von Dr. Klaus Ertz als malerische Umsetzung verschiedener Fabeln erkannt. Er vermutet, dass der Künstler durch die Werke La Fontaines angeregt und auf die antiken Autoren Äsop und Phaedrus aufmerksam wurde. Über den legendären Äsop, dessen Name zur Bezeichnung einer ganzen, in der abendländischen Kunst und Literatur wirkungsmächtigen Literaturgattung wurde, ist nicht viel bekannt. Er soll aus dem Gebiet der heutigen Türkei stammen und um 600 v. Chr. als griechischer Sklave gelebt haben, bis ihn Witz und Klugheit zu seiner Freilassung und später gar in den Diplomatendienst geführt haben sollen. Die ihm zugeschriebene aesopische Fabelsammlung soll zunächst nur mündlich weiter gegeben und um 300 v. Chr. erstmals schriftlich gefasst worden sein. Sie ist uns daher nur bruchstückhaft und über die metrische, also in Versen vorgenommene Fassung späterer Autoren wie Phaedrus oder Babrios erhalten. Eine Ursache für diese lückenhafte Tradierung könnte darin zu sehen sein, dass Fabeln aus dem Horizont des 'kleinen Mannes' verfasst wurden und daher in der Antike als Literaturgattung des 'niederen Volks' galten. Das änderte sich spätestens im Zeitalter des Humanismus, als Autoren wie Martin Luther die Fabeln als literarisches Transportmittel erkannten, mit dessen Hilfe den Menschen unbequeme Wahrheiten vermittelt werden konnten. Zahlreiche Autoren führten die Fabeltradition später fort; der bereits erwähnte La Fontaine würzte seine Fabeln mit weniger Moral, dafür mehr Witz und Eleganz. Dr. Ertz identifizierte in seinem Gutachten zu unseren Tafeln das Werk 'Wolf, Hirsch und Schaf' (a) als Umsetzung einer aesopischen Fabel, wonach ein Hirsch von einem Schaf einen Scheffel Getreide forderte und das Schaf, das nichts schuldete, nur deshalb die Leistung des Getreides versprach, weil der Hirsch sich auf den gefährlichen Wolf als Bürgen berufen hatte. Ebenfalls auf Aesop zurück führt Ertz das Gemälde 'Löwe und Eber' (b). Nach der literarischen Vorlage stritten sich die Tiere in der Sommerhitze um eine kleine Wasserquelle und fochten auf Leben und Tod, bis sie beim Anblick der auf sie wartenden Geier gewahr wurden, dass sie nur gemeinsam stark sind. 'Bär und Bienen' (c) ist nach Ertz´ Forschung von einer Erzählung des deutschen Fastnachtsautoren und Fabeldichters Burkhard Waldis (1490 -1556) inspiriert, der 1548 seine berühmt gewordene Sammlung 'Esopus' herausgegeben hatte. Im Mittelpunkt dieser Fabel steht ein Bär, der aus Wut über einen einzigen Bienenstich den Bienenkorb zerstörte und daraufhin vom ganzen Schwarm zerstochen wurde. Für 'Der kranke Rehbock' (d) dagegen konnte bisher keine literarische Vorlage entdeckt werden; Jan van Kessel, so Ertz, könnte sich selbst als Autor einer neuen Fabel versucht haben, wonach der durch seinen Schellenring leicht als Dieb auszumachende Rehbock vom reich gedeckten Tisch naschte und dabei verletzt wurde. Währenddessen machten sich die anderen Tiere, die den Rehbock zum Diebstahl angestiftet hatten, über ihn lustig und über die Beute her. Jan van Kessel entfaltet auf diesen hervorragend erhaltenen Kupfertafeln das ganze Können seiner Reifezeit. Die Protagonisten der Fabeln sind in ihrer überaus detailgenauen Darstellung und die durch den Kupferuntergrund besonders leuchtenden Farben nicht nur technisch überragend gelungen. Van Kessel hat ihnen in den ihnen zugeschriebenen Emotionen wie Wut, Verzweiflung, Häme, Angst oder Nachdenklichkeit geradezu menschliche Züge verliehen, in denen die 'Moral von der Geschicht´' überzeugend zum Ausdruck kommt. 'Löwe und Eber', der 'Bär' und der 'Rehbock' zeichnen sich überdies durch eine ausgesprochene bildfüllende Dynamik aus, die an Jan van Kessels grosses Vorbild Peter Paul Rubens erinnert. Diese Bewegtheit kontrastiert van Kessel mit winzigsten, exquisiten Stillleben, so zum Beispiel schimmernden Gläsern und Früchten auf dem gedeckten Tisch und dem zerbrochenen Römer mit ausgegossenem Rotwein in 'Der kranke Rehbock' oder die umgeworfenen Bienenkörbe mit den zerstörten Waben in 'Bär und Bienen', aus denen zäh der Honig fliesst, während sich die rasenden Bienen auf den um sich schlagenden Bären stürzen. Ebenso bemerkenswert ist die Auflockerung der Umgebung der Tiere durch kleinste Blumenarrangements wie die Blüten, die unter den Tatzen des rasenden Löwen zertrampelt zu werden drohen oder die sich hinter den Beinen des prachtvollen Hirschs finden. Auf die extreme Nahsicht im Vordergrund folgt nach hinten eine jeweils unterschiedlich gestaltete Landschaft als Hintergrund der Tierszenen. Hier werden dem Betrachter höchst effektvoll komponierte Himmelsausschnitte und weite Ausblicke in die Natur bis zum bläulichen Horizont gewährt. KESSEL, JAN VAN l'Ancien (1626 Anvers 1679) 4 scènes des fables d'Esope. Huile sur cuivre. 15,6 x 20,6 cm chacun.

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BROUWER, ADRIAEN (UMKREIS) (Oudenaarde um 1605 -

Lot 3042: BROUWER, ADRIAEN (UMKREIS) (Oudenaarde um 1605 -

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Description: BROUWER, ADRIAEN (UMKREIS) (Oudenaarde um 1605 - 1638 Antwerpen) Ausgelassenes Fest vor einer Schenke. Öl auf Holz. 35 x 56 cm. Provenienz: - Jacques Goudstikker, Amsterdam. - Sammlung Siegfried Buchenau, Reeke-Niendorf bei Lübeck (seit 1927). - Rijksmuseum Amsterdam (Leihgabe der Sammlung Buchenau), 1929-1939. - Sammlung Dr. Fritz Nathan sen., Zürich (am 5.1.1956 verkauft an Emil G. Bührle). - Sammlung Emil Georg Bührle, Zürich (verso Etikette), seit 1956. - Schweizer Privatsammlung. Literatur: - Bode, Wilhelm von: Die kunsthistorische Ausbeute aus dem deutschen Kunsthandel von heute, 4, Adriaen Brouwer, in: Repertorium für Kunstwissenschaft, Bd. 49, Berlin / Leipzig 1928, S. 6, Abb. 1 (als augenscheinlich Original). - Böhmer, Günther: Der Landschafter Adriaen Brouwer, Dissertation Friedrich Wilhelm Universität Berlin, 1938/40, Buchausgabe: Neuer Filser-Verlag, München 1940, S. 62-64, Abb. 8 (Titel: Bauernkirmes, als Arbeit von Brouwer). - Knuttel, Gerard: Adriaen Brouwer. The Master and his Work, Den Haag 1962, S. 36, Abb. 15 und S. 184, Nr. 15 (Titel: Village scene, als 'unidentified painter).

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DROOCHSLOOT, JOOST CORNELISZ (1586 Utrecht 1666)

Lot 3043: DROOCHSLOOT, JOOST CORNELISZ (1586 Utrecht 1666)

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Description: DROOCHSLOOT, JOOST CORNELISZ (1586 Utrecht 1666) Der Heilige Martin teilt seinen Mantel. 1638. Öl auf Leinwand. Unten links signiert und datiert: JC (ligiert) Drooch Sloot. 1638. 72 x 102 cm. Provenienz: Schweizer Privatsammlung. Ellis Dullaart vom RKD, Den Haag, bestätigt die Eigenhändigkeit anhand einer Fotografie, wofür wir ihr danken. Sie weist zudem darauf hin, dass die Trennung des Namens in der Signatur in Drooch und Sloot charakteristisch für die Schaffenszeit des Malers in den 1630er Jahre ist. Die Darstellung von grossen architektonischen Elementen in der linken Bildhälfte mit einer davor platzierten Figurengruppe ist ein von Droochsloot oft verwendeter Kompositionstypus seiner religiösen Darstellungen. Ein weiteres Gemälde mit dem Thema des Heiligen Martins befindet sich im Rijksmuseum, Amsterdam (Inv. Nr. SK-A-1930, signiert und datiert 1623, Öl auf Holz, 58,4 x 85,5 cm).

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GILLEMANS, JAN PAUWEL (1618 Antwerpen nach 1675)

Lot 3044: GILLEMANS, JAN PAUWEL (1618 Antwerpen nach 1675)

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Description: GILLEMANS, JAN PAUWEL (1618 Antwerpen nach 1675) Stillleben mit einem Schinken, Austern und Früchten auf einem Tisch. Öl auf Leinwand. 58 x 84 cm. Provenienz: Europäische Privatsammlung. Dieses Gemälde ist im RKD, Den Haag, unter der Nummer 103210 als eigenhändiges Werk von Jan Pauwel Gillemans d. J. archiviert.

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FRANCKEN, FRANS d. J. (ATELIER) (1581 Antwerpen

Lot 3045: FRANCKEN, FRANS d. J. (ATELIER) (1581 Antwerpen

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Description: FRANCKEN, FRANS d. J. (ATELIER) (1581 Antwerpen 1642) Hochzeit zu Kana. Öl auf Eichenholz. 48 x 64 cm. Gutachten: Dr. Ursula Härting, 9.7.2012. Dr. Ursula Härting weist dieses Gemälde der Werkstatt Frans Francken zu und datiert es stilistisch in die späten 1630er Jahre. Diese Datierung wird dadurch bekräftigt, dass auf der Rückseite Punzen vorhanden sind, deren Schlag- und Brandzeichen erst nach 1638 nachweisbar sind (siehe Wadum, Jorgen: The Antwerp Brand on Paintings on Panel, Leids Kunsthistorisch Jaarboek, XI, 1998, S. 179-197, Abb. 17 und 18a).

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KESSEL, JAN VAN d. Ä. (1626 Antwerpen 1679)

Lot 3046: KESSEL, JAN VAN d. Ä. (1626 Antwerpen 1679)

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Description: KESSEL, JAN VAN d. Ä. (1626 Antwerpen 1679) Stillleben mit Rosenknospen und Insekten. Tempera auf Pergament. 15,6 x 23 cm. Gutachten: Dr. Klaus Ertz, 25.6.2012. Provenienz: - Galerie d'Art St. Honoré, Paris. - Europäische Privatsammlung. Literatur: Ertz, Klaus und Nietze-Ertz, Christa: Die Maler Jan van Kessel, Lingen 2012, Kat. Nr. 404a, S. 269 mit Abb. S. 8. Dr. Klaus Ertz identifiziert diese äusserst fein und detailliert gemalte Darstellung eines Rosenzweiges mit Schmetterling, Heuschrecke, Ameisen und Schnake als eine charakteristische Arbeit des Antwerpener Malers Jan van Kessel d. Ä. Zu Lebzeiten des Künstlers erfreuten sich Stillleben grosser Beliebtheit in der Bürgerschaft. Häufig zeigten sie exotische Tiere und seltene Pflanzenarten zu üppigen Bouquets oder in wundersamen Landschaften vereint - eine Art zweidimensionale Version der damals beliebten Wunderkammern, in denen Adlige und reiche Kaufleute Kostbares und Kurioses aus der Natur und Kunst wie Muscheln, Korallen, Mineralien, Antikes oder kleine Kunstwerke zu einem Miniaturkosmos zu vereinen suchten. Bilder mit Stillleben waren leichter zu beschaffen, passten besser an die Wand der Wohnstube- und mit ihnen liess sich ebenso trefflich repräsentieren, konnte mit diesen Gemälden doch Weltläufigkeit, Geschmack und Bildung des Sammlers belegt werden Prachtvolle Blumendarstellungen waren auch das Metier von Jan van Kessels Grossvater, Jan Brueghel d. Ä. (1568-1625), einem Sohn von Pieter Brueghel, der gemeinsam mit Peter Paul Rubens damals als der führende flämische Maler galt. Auch dessen Sohn Jan Brueghel d.J., bei dem Jan van Kessel vermutlich sein Handwerk lernte, erlangte für seine Tier- und Blumenbilder Bekanntheit. Der bedeutende Genremaler David Teniers d.J., Hofmaler in Brüssel, hatte in diese Familie eingeheiratet. Aus dieser berühmten Künstlerdynastie stammend, in der die reiche Tradition des flämischen Stillebens gepflegt wurde, entwickelte unser Maler sein Oeuvre mit einer ganz eigenen Handschrift. Seine Spezialität sind äusserst detailgenaue Tier- und Pflanzendarstellungen auf kleinformatigen Kupfer- oder Holztäfelchen. Diese kostbaren Miniaturen haben auf zwei Handflächen Platz und fanden sich mit Sicherheit in damaligen Wunderkammern wieder. Heute werden sie in den bedeutendsten Museen der Welt bewahrt. Das Fitzwilliam Museum der Universität Cambridge besitzt mit gleich sechs Kupfertafeln mit Insektendarstellungen eine wichtige Sammlung. Auf einem Exemplar des Rijksmuseum Amsterdam tummeln sich Schmetterlinge um einen Zweig weisser Johannisbeeren. Ein ähnliches Arrangement hat der Maler in einem Werk festgehalten, das sich heute in der National Gallery of Art in Washington findet. Wie in dem hier angebotenen 'Rosenzweig mit Heuschrecke, Schmetterling und Ameisen' griff der Künstler auch auf Pergament als Malunterlage zurück, wie sich beispielsweise auch an zwei Exemplaren des Metropolitan Museum NewYork im Breitformat zeigen lässt oder an 'Butterflies, Insects, and Currants' mit weissen und leuchtendroten Johannisbeeren im Getty Museum, Los Angeles. Jan van Kessel war ein Maler des Barockzeitalters; und da ist die christliche Symbolik niemals weit. So galt die für unser Werk zentrale Rose traditionell als Zeichen für Maria. In unserer Darstellung bezeichnet sie in der stark ornamentalisierten Biegung ihrer Zweige gleichzeitig ein Kreuz und verweist damit ebenso wie die unzähligen feinen Dornen auf die Kreuzigung, die durch die Auferstehung ihre Vollendung als Heilsgeschichte erfährt - hier verkörpert durch den Schmetterling, der sich federleicht auf der Rose niedergelassen hat. Denn wie der Schmetterling sich vom Kokon befreit, so die abendländisch-christliche Bilddeutung, so befreit sich die Seele vom Irdischen. Nicht mit der Rose verbunden, doch ihr gegenübergestellt sind Schnake und Heuschrecke, die bereits im Alten Testament als Plagegeister auftraten. Jan van Kessels Bildkomposition vereint diese Symbole von Gut und Böse in einer vollkommenen Ausgewogenheit: Tiere und Rosenzweig bilden ein perfekt ausbalanciertes Dreieck. Man könnte argumentieren, van Kessel habe die gewöhnlichen Insekten für sich zu Übungszwecken dargestellt und es handele sich um eine Studie. Zwei Indizien sprechen allerdings gegen diese These. Van Kessel verwendete dafür kostspieliges und dauerhaftes Pergament, eine seit dem Altertum gebräuchliche Mal- und Schreibunterlage, die jedoch bereits seit etwa dem Jahr 1500 zunehmend von Papier verdrängt worden war. Zudem führte van Kessel das Stillleben in Temperamalerei aus, die aus Pigmenten und einem Bindemittel aus einer Wasser-Öl-Emulsion besteht und ebenso wie Pergament sehr alterungsbeständig ist. Subtile Farbübergänge sind mit Tempera nur schwer zu erzielen und erfordern vom Maler grosses technisches Können. Sie ist daher eine aufwändige und äusserst schwierige Technik gerade für die Darstellung von Objekten, die federleicht und fast durchsichtig erscheinen sollen. Auch die traditionelle Temperafarbe war zu van Kessels Lebzeiten zugunsten der Ölfarbe bereits in ihrer Bedeutung zurückgetreten. Der Maler hat für unser Stillleben also bewusst aufwändige Technikern und Materialien verwendet. Es liegt daher die Vermutung nahe, dass es sich bei unserem Werk entweder um eine Arbeit für einen naturwissenschaftlich interessierten und gebildeten Sammler handelte, der sich auch für die ganz gewöhnliche Tierwelt seiner Heimat interessierte - eine Hinwendung, die damals wohl eher aussergewöhnlich war - oder dass der Maler die Insekten für seine eigene wissenschaftliche Bibliothek porträtierte. Jan van Kessel, so schreibt Klaus Ertz, in seinem Gutachten zu unserem Werk, beanspruche den Ruf, neben dem Hofmaler Kaiser Rudolf II., Georg Hoefnagel, 'der beste Mittler zwischen Naturwissenschaft und Publikum seiner Zeit zu sein. Seine Werke haben nicht nur einen hohen ästhetischen Reiz, sind nicht nur handwerklich perfekt mit feinem Pinsel gemalt, sie sind darüber hinaus Spiegelbild des enzyklopädischen Interesses, wie es vor allem von flämischen Malern des 17. Jahrhunderts in vielfältigsten Beispielen in Malerei umgesetzt wurde.' Der Künstler ist nicht mehr nur Handwerker, sondern Forscher und Wissenschaftler. Jan van Kessel l'Ancien. Nature morte avec boutons de roses et insectes. Gouache sur vélin. 15,6x23 cm.

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HOOCH, PIETER DE (Rotterdam 1629 - nach 1683

Lot 3047: HOOCH, PIETER DE (Rotterdam 1629 - nach 1683

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Description: HOOCH, PIETER DE (Rotterdam 1629 - nach 1683 Amsterdam) Musizierende Gesellschaft auf einer Terrasse. 1669. Öl auf Leinwand. Unten links auf dem Tisch signiert und datiert: PdHooch. Ao 1669. 71 x 85,5 cm. Provenienz: - Colnaghi, London, 1935. - Sammlung Mrs. Geoffrey Hart, Forest Row, Sussex, 1952 - 1956. - L. Koetser, London, 1959. - John Mitchell. - Privatsammlung England, seit 1964. Literatur: - Connoisseur, März 1964, 'In the Galleries' von Adrian Bury, S. 182, mit Abb. - Sutton, Peter C.: Pieter de Hooch, Phaidon Oxford 1980, S. 103, Nr. 91, Abb. 94. Ausstellungen: - Rotterdam, Boymans Museum, 1935, Vermeer: oorsprong en invloed: Fabritius, De Hooch, De Witte, Nr. 54, Abb. 57; - Worthing Art Gallery, 1952, Dutch and Flemish Paintings from the Collection of Mrs. Geoffrey Hart, Nr. 19; - London, Royal Academy, 1952-53, Dutch Pictures 1450 - 1750, Nr. 446, Katalog S. 85 (verso Etikette). - Brighton Art Gallery, 1956, Dutch and Flemish Paintings from the Collection of Mrs. Geoffrey Hart, Nr. 85. Wenn Frauen sich in den Gemälden nicht mehr um die Wäsche kümmern, sondern mit Galanen der leichten Muse hingeben; wenn ihre dunklen, hochgeschlossenen Kleider schulterfreien Gewändern aus pastellfarbener Seide weichen, dann hat sich im Umfeld eines Malers möglicherweise ein fundamentaler Wandel vollzogen. Tatsächlich brach Pieter de Hooch, 1629 in Rotterdam als Sohn eines Maurers geboren und ab 1650 neben seinem Kollegen Jan Vermeer prägender Vertreter der Malschule in Delft, dort in den frühen 1660er Jahren seine Zelte ab. Die Erfolgsaussichten in dem vom strengen Calvinismus geprägten und wirtschaftlich stagnierenden Delft schienen ihm wohl geringer als in der pulsierenden Metropole Amsterdam mit ihren wohlhabenden Handelsleuten. An Motiven der stillen Versunkenheit, der reinlichen Bürgerstuben und häuslichen Arbeit als Zeichen der Gottesgefälligkeit, für die Pieter de Hoochs Delfter Bilder bekannt sind, war seine neue Käuferschicht nicht interessiert. Sie wollte Luxus, Musse und Standesbewusstsein in den Bildern dargestellt sehen, wie wir auch an der hier angebotenen 'Musizierenden Gesellschaft auf einer Terrasse' nachvollziehen können, die sich vor dem Hintergrund eines gepflegten Parks versammelt hat. Reich schimmert die Seide und Spitze. Der aufwändig verlegte Marmorboden, die Skulptur in der verschatten Nische links hinten und das Intarsientischchen zeugen ebenso vom Wohlstand wie der drapierte Teppich. Kurioserweise finden sich solche Teppiche häufig in niederländischen Gemälden, ohne dass sich ein einziger davon erhalten hätte. Sie werden daher als der 'Namenlosen Gattung' zugehörig bezeichnet. Dasselbe Exemplar hat de Hooch auch in dem Gemälde 'A Woman Reading a Letter and a Man at a Window' dargestellt, heute im Besitz des Nationalmuseums Stockholm. Dieses um 1668-70 datierte Gemälde zeigt die drei in komplexer Beziehung zueinander stehenden Akteure in tiefer Melancholie. Sehr viel vergnüglicher ist unsere 'musizierenden Gesellschaft', die sich wohl weniger zum Musizieren als zum Kokketieren eingefunden hat, wird doch die Dame mit dem langhalsigen Zupfinstrument - möglicherweise eine Zither - von dem lockigen Verehrer zu ihrer Rechten vom Spiel abgelenkt. Die stehende Dame in der rechten Bildhälfte verbirgt ihr Gesicht hinter ihrem zarten Schleier, um die Szene nicht mit ansehen zu müssen, die nur scheinbar harmlos ist; galt doch der Affe, den der lockige Jüngling festhält, als Symbol des Lasters. Der von de Hooch häufig gemalte Hund, Zeichen der menschlichen Treue, verlässt die Gruppe zu linken unteren Ecke hin, während sich gleichzeitig die Umschwärmte von den hinter ihr dargebotenen Orangen, die Keuschheit und Reinheit versinnbildlichen sollen, abwendet. Pikanterweise nähert sich ein Reiter der Terrasse. Noch ist er zwischen den Bäumen rechts hinten kaum erkennbar. Am rechten Bildrand ist derweil ein Putto sehr mit sich selbst beschäftigt. Die strenge Sittsamkeit seiner Bildfiguren hat de Hooch also ebenfalls im puritanischen Delft gelassen. Auch die geschlossenen, gepflasterten Innenhöfe, in denen die Delfter Frauen des Hauses schweigend ihrer Arbeit nachgingen, sind Vergangenheit. Nun blicken wir auf eine luxuriöse Parkanlage, die sich rechts hinter unserer 'Musizierenden Gesellschaft auf einer Terrasse' öffnet. De Hooch hat Ende der 1660er Jahre mehrere Gesellschaften auf Terrassen mit Gärten dargestellt, so in einem um 1667 datierten Werk in Privatbesitz, in dem eine leuchtend rot gekleidete Dame ein sehr ähnliches Zupfinstrument wie auf unserem Gemälde in ihrer Hand hält, und ein ebenfalls in Privatbesitz befindliches Werk aus demselben Jahr. Zu unserem Gemälde weist dieses Familienporträt gleich mehrere Parallelen auf, zum einen die Komposition der - allerdings sehr viel sittsameren - Figurengruppe im Vordergrund, die durch ein architektonisches Element hinterfangen wird, sowie auf der rechten Seite die vergleichbare perspektivische Darstellung des Gartens in die Tiefe des Bildraums. Dort findet sich auch ein schmales Herrenhaus, wie es auf unserem Gemälde rechts hinten ebenso erkennbar ist wie auf 'Skittles Players in a Garden', ein um 1663-1666 entstandenes Gemälde, das heute von der James A. de Rothschild Collection in Waddesdon Manor unweit von London bewahrt wird. Bei diesen Häusern handelt sich um typisch niederländische Villen (oder 'kastelltje'), wie sie sich die reichen Familien ab der Mitte des 17. Jahrhunderts an den Ufern der Flüsse Amstel und Vecht errichten liessen, um der Hektik des Stadtlebens zu entfliehen. Literaten schufen Gedichte für diese Landsitze und priesen die Ideale des adligen Landgutbesitzers, literarische Motive, deren Vorbilder mit Vergil bis in die römische Antike reichten. Die italienische Renaissance belebte diese Ideen neu und verband das Lob der Landwirtschaft mit einer reichen Gartenarchitektur, deren perfekte Symmetrien das Herrschen des Menschen über die Natur zum Ausdruck bringen sollten. Nördlich der Alpen führte der niederländische Maler und Gartenarchitekt Hans Vredeman de Vries (1527-1609) den italienischen Stil ein, von dessen Stichen Pieter de Hooch für seine perspektivischen Gartendarstellungen und deren Gestaltung mit immergrünen Hecken und Statuen wesentliche Anregungen bezog.

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SOREAU, ISAAC (1604 Hanau am Main um 1645)

Lot 3048: SOREAU, ISAAC (1604 Hanau am Main um 1645)

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Description: SOREAU, ISAAC (1604 Hanau am Main um 1645) Früchtestillleben mit Trauben in einem Flechtkorb und Aprikosen auf einer Tischplatte. Öl auf Holz. 48,3 x 72,3 cm. Gutachten: Prof. Dr. Gerhard Bott, 31.1.2014. Provenienz: Schweizer Privatsammlung. Das hier angebotene Stillleben gehört zu einer Bildserie von Kompositionen mit Früchten in einem Weidenkorb des Hanauer Malers Isaac Soreau. Charakteristisch für den Maler sind dabei der sorgfältig komponierte Farbaufbau mit grünen und roten Trauben sowie die Äste des Weinstockes mit den gedrehten Ranken und den grossen, detailgetreu gemalten Weinblättern. Eine vergleichbare Komposition mit einem ähnlichen Aufbau befindet sich in der Galleria Sabauda in Turin (siehe Bott, Gerhard: Die Stillebenmaler Soreau, Binoit, Codino und Marell, Hanau 1999, Kat. Nr. WV.IS.20, S. 178). Auch der aufgebrochene Granatapfel, die kleine Traube, die Haselnüsse und der Pfirsichzweig, die Soreau neben den Weidenkorb legte, sind charakteristische Merkmale des Meisters, die sich ebenfalls auf einem Gemälde im Ashmolean Museum London wiederfinden (siehe Bott, ebd., Kat. Nr. WV.IS.12, S. 175). Auch der Lichteinfall von links mit den dadurch entstehenden Schatten an den einzelnen Früchten ist ein weiteres Erkennungsmerkmal. Jede einzelne Traubenfrucht modellierte Soreau mit feinen Lichtakzenten und fügte stellenweise kleine Insekten hinzu, wie auch hier die kleine Fliege neben dem Granatapfel. Isaac Soreau wurde 1604 in Hanau geboren als Sohn des aus Wallonien übersiedelten Architekten, Malers und Bildhauers Daniel Soreau und bildete zusammen mit seinem Zwillingsbruder Peter Soreau und seinem Verwandten Peter Binoit eine Gruppe von Malern, die in Hanau und Frankfurt die ersten in Deutschland entstandenen Stillleben produzierten. Professor Gerhard Bott identifiziert dieses Stillleben anhand einer Fotografie als ein eigenhändiges Werk, und vermerkt, dass er das Gemälde nicht im Original gesehen hat.

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WITHOOS, MATTHIAS (Amersfoort 1621 - 1703 Hoorn)

Lot 3049: WITHOOS, MATTHIAS (Amersfoort 1621 - 1703 Hoorn)

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Description: WITHOOS, MATTHIAS (Amersfoort 1621 - 1703 Hoorn) Waldstillleben mit Schmetterlingen und Echsen. Öl auf Leinwand. 84,5 x 68,5 cm. Provenienz: - Auktion Christie's, New York, 30.09.2005, Los 103. - Europäische Privatsammlung. Fred G. Meijer vom RKD, Den Haag, bestätigt die Eigenhändigkeit anhand einer Fotografie, wofür wir ihm danken, und datiert das vorliegende Werk in die 1660er Jahre. Dieses Waldstillleben mit Schmetterlingen und Echsen führt Withoos' Stellung als etablierter Stilllebenmaler exemplarisch vor Augen. Wilde Pflanzen, Reptilien und Insekten am Fusse eines Baumstamms auf einem Waldboden sind charakteristisch in seinem Werk. Dabei wird der hier dargestellte Mikrokosmos durch eine hügelige Landschaft im Hintergrund geschickt in Szene gesetzt. Eine vergleichbare Annäherung an die Natur findet sich in den Kompositionen von Withoos' Lehrer, Otto Marseus van Schrieck (um 1619 - 1678) wieder, mit dem er zwischen 1648 und 1653 in Italien reiste (siehe beispielsweise van Schriecks Stillleben mit Blumen, Insekten und Reptilien von 1673 im Fitzwilliam Museum, Cambridge, Inv. Nr. 303). In Rom traten beide Maler der Schildersbent, einer informellen Gesellschaft holländischer und flämischer Maler bei, die zwischen 1620 und 1720 aufblühte. Withoos hatte zalhreiche bedeutende italienische Auftraggeber, darunter Kardinal Leopolde de' Medici. Dieses Waldstillleben, ein sehr individuelles Reifewerk aus den 1660er Jahre, schuf Withoos in der Zeit nach seinem Italienaufenthalt. Während der Einfluss von Schriecks in der akribischen Ausführung der Tiere und Pflanzen zum Vorschein kommt, zeugen die kühle Farbigkeit und das atmosphärische sfumato von seiner Kenntnis der venezianischen Kunst des 16. Jahrhunderts. Das für den Maler charakteristische Spiel von Licht und Schatten, das im Hintergrund links in einer dramatisch beleuchteten Hügellandschaft in der Art einer römischen Campagna gipfelt, tritt immer wieder im Oeuvre Withoos' zu Tage, oftmals als Mittel um den Blick des Zuschauers in die Komposition zu führen. In dieser Hinsicht weist das hier angebotene Gemälde grosse Ähnlichkeiten mit Withoos' Stillleben 'Thistles and butterflies with a landscape background' im Nottingham Castle Museum and Art Gallery, England, auf.

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COSSIERS, JAN (ZUGESCHRIEBEN) (1600 Antwerpen

Lot 3050: COSSIERS, JAN (ZUGESCHRIEBEN) (1600 Antwerpen

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Description: COSSIERS, JAN (ZUGESCHRIEBEN) (1600 Antwerpen 1671) Junger Mann mit einer Violine und einem Miniatur-Porträt. Öl auf Holz. 98 x 73 cm. Dieses Gemälde ist im RKD unter der Nummer 241345 registriert.

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VERELST, SIMON PIETERSZ. (Den Haag 1644 - um 1721

Lot 3051: VERELST, SIMON PIETERSZ. (Den Haag 1644 - um 1721

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Description: VERELST, SIMON PIETERSZ. (Den Haag 1644 - um 1721 London) Blumenstillleben in einer Vase. Öl auf Leinwand auf Holz. 86 x 63,5 cm. Fred G. Meijer vom RKD, Den Haag, bestätigt die Eigenhändigkeit anhand einer Fotografie, wofür wir ihm danken. Er weist zudem darauf hin, dass es sich hierbei um ein Spätwerk von Simon Pietersz. Verelst handelt, das er um 1690 bis 1710 datiert. Eine weitere Version dieser Komposition, mit einer zusätzlichen Mohnblume im oberen Teil des Strausses sowie einem Schmetterling auf der Nelke rechts, wurde 1990 bei Christie's in London verkauft (6.7.1990, Los 140) und befand sich 1991 bei Richard Green in London (Kat. Nr. 26). Wie oft bei Gemälden von Verelst hat sich in unserem Stillleben das Grün der Blätter über die Zeit in einem grauen Farbton gewandelt. Zudem finden sich mehrere Blumen dieser Komposition in vergleichbare Blumenarrangements von Verelst wieder.

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GREBBER, PIETER FRANSZ. DE (um 1600 Haarlem 1652)

Lot 3052: GREBBER, PIETER FRANSZ. DE (um 1600 Haarlem 1652)

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Description: GREBBER, PIETER FRANSZ. DE (um 1600 Haarlem 1652) Christus und die Samariterin. 1635. Öl auf Leinwand. Mittig auf dem Brunnen monogrammiert und datiert: P. DG (ligiert) 1635. 107,3 x 143,5 cm. Provenienz: - Wohl aus dem Nachlass von Maria Temminck (Witwe von Joan Huijdekooper), 26.3.1707. - Auktion P. Bout, Den Haag, 20.4.1779, Los 9 (als anonymer Monogrammist P.D.G.). - Auktion Christie's, London, 24.3.1792, Los 84 (als Pieter de Grebber). - Sammlung Infante Don Sebastian Gabriel de Borbon y Braganza (verso Markierung mit gekrönten Buchstaben SG), Inventar vom 31.7.1835, Nr. 49. - Museum Nacional de la Trinidad, Madrid, Inv. Nr. 282, 1835-1860 (als anonym). - Museo Ansola Collection, Inv. Nr. 19, um 1937 (verso Etikette). - Sammlung Don Manuel Gonzales, Madrid, Nr. 65, um 1966 (verso Etikette). - Galerie Jack Kilgore & Co., Inc., New York (verso Etikette). - Europäische Privatsammlung. Ausstellung: Galeria Velazquez, Manuel Gonzales Obras de Arte: Presenta su Exposicion extraordinaria de Pintura coerrespondiente al ano 1972 (siglos XV al XX), Madrid 1972. Literatur: - Catalogo de la Coleccion Manuel Gonzales. Pintura de los Signos XV al XIX, Madrid 1966, S. 263, Nr. 58, Tafeln 65-67. - Ausst. Kat. Galeria Velazquez, Manuel Gonzales Obras de Arte: Presenta su Exposicion extraordinaria de Pintura coerrespondiente al ano 1972 (siglos XV al XX), Madrid 1972, Abb. S. 80. - Valdivieso, Enrique: Pintura Holandesa del siglo XVII en Espana, Valladolid 1973, Nr. 65, Abb. Tafel XLII. - Agueda, Mercedes: La collecion de Pinturas del Infante Don Sebastina Gabriel, Bolletino del Museo del Prado, Vol. 3, Nr. 8 (1982), S. 102-117, Nr. 4. - Ausst. Kat. Dutch Classicism in Seventeeth-Century Painting, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam 25.9.1999 - 9.1.2000, Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main 9.2. - 30.4.2000, Rotterdam / Frankfurt am Main 1999, S. 128 (fälschlicherweise 1634 datiert). Die Darstellung von Christus und der Samariterin geht auf das Evangelium Johannes (4: 4-42) zurück. Während einer Reise von Judäa nach Galiläa ruhte sich Christus am Jakobsbrunnen in der Nähe der Stadt Sichar in Samarien aus, während die Jünger Vorräte in der Stadt einkauften. Als eine Samariterin zum Brunnen kam, bat Jesus sie um Wasser. Die Frau war überrascht, denn normalerweise hatten Juden und Samariter nichts miteinander zu tun. Als Christus sich als Messiah zu erkennen gab, liess die Frau ihren Wasserkrug stehen und rief alle Leute aus der Stadt zusammen. Die Geschichte von Christus und der Samariterin war bei Künstlern sehr beliebt und der hier verwendete Kompositionstypus mit dem Brunnen in der Mitte, flankiert von Jesus und der Samariterin, war seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts weit verbreitet. Verschiedene Variationen, mit oder ohne Jünger und in denen die Figuren entweder stehen oder sitzen, sind von unterschiedlichen Künstlern bekannt. In dem hier angebotenen Gemälde entschied sich de Grebber, Jesus auf der linken Seite des Brunnens sitzend darzustellen, mit seiner rechten Hand gen Himmel zeigend, während seine linke Hand auf seiner Brust ruht. Die aufwendig gekleidete Samariterin stützt sich mit ihrem ganzen Körper auf den Wasserkrug, während sie Christus gebannt zuhört. Die Figuren mit ihrer bunten und aufwendig gemalten Kleidung setzen sich farblich vom einfach gehaltenen, monochromen Hintergrund ab, in dem die weit entfernte Stadt in einer hügeligen Landschaft unten links gerade noch erkennbar ist. De Grebber setzt somit auf geschickte Weise den Akzent auf das Gespräch zwischen den beiden Figuren und lässt die Umgebung um sie herum beinahe verschwinden. Auch die in einem zentralen Dreieck aufgebaute Komposition weist auf die Zuspitzung der Handlung zwischen Christus und der Samariterin hin und lässt bewusst die Jünger oder weitere Details weg. Diese Art von sehr klarer Komposition ist charakteristisch für das Oeuvre de Grebbers ab den 1620er Jahren und zielte auf einen besseren Zugang des Betrachters zu biblischen Episoden. Sie nimmt zudem einige kompositorische und ästhetische Regeln vorweg, die der Meister 1649 in seiner Druckschrift 'Regulen: Welcke by een goet Schilder en Teyckenaer geobserveert en achtervolgt moeten werden' publizierte, so beispielsweise die Anordnung der Figuren im Vordergrund (Regel 3), die Kombination aus einer sitzenden und einer stehenden Figur, woraus sich ergibt, dass die Köpfe nicht auf der selben Höhe dargestellt werden (Regel 4), die deutliche Beleuchtung der Figuren (Regel 6) und die Interaktion zwischen den Figuren (Regel 7). Die Klarheit der Komposition und der Ausleuchtung der Personen, sowie die wunderbar harmonierenden leuchtenden Farben ihrer Kleidung sind charakteristische Merkmale für das Reifewerk de Grebbers. Eine vergleichbare Komposition de Grebbers mit demselben Thema kam 2004 in Salzburg zur Auktion (Dorotheum, 4.7.2004, Los 20, monogrammiert PDG, undatiert, 105 x 148 cm). Dort platzierte der Künstler die Figuren jedoch anders, verzierte den Wasserkrug mit üppigen Ornamenten und integrierte die Jünger in den Hintergrund. Nebst seiner hervorragenden, malerischen Qualität zeichnet sich das hier angebotene Gemälde zusätzlich durch seine prominente Provenienz aus. 1835 im Inventar des Infanten Don Sebastian Gabriel de Borbon y Braganza (1811 - 1875) erwähnt, wurde es kurz darauf aufgrund der carlistischen Sympathien des Infanten vom spanischen Staat konfisziert und ab 1838 im Museo del Trinidad, dem Nationalmuseum für Gemälde und Skulpturen und Vorgänger des Prado, ausgestellt. 1855 wurde es dem Infanten zurückgegeben. Nach seinem Tod 1875 wurde seine bedeutende Gemäldesammlung in europäische und amerikanische Museen und Galerien verteilt. Der Grossteil konnte jedoch in spanischem Besitz bleiben und bildete den Kern der Sammlung des Prados. Das hier angebotene Gemälde gelangte über den amerikanischen Kunstmarkt in eine europäische Privatsammlung und wird nun nach längerer Zeit wieder öffentlich angeboten. Dr. Peter C. Sutton bestätigt die Eigenhändigkeit dieses Gemäldes, wofür wir ihm danken, und bezeichnet das Werk als besonders charakteristisch für Pieter de Grebber. Er wird das Gemälde in seinem in Vorbereitung befindlichen Werkverzeichnis publizieren.

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