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Rare Books & Autographs

by Galerie Bassenge


483 lots | 295 with images

October 14, 2009

Live Auction

Erdener Straße 5a

Berlin, 14193 Germany

Phone: +49 - (0)30 - 893 80 29 - 0

Fax: +49 - (0)30 - 891 80 25

Email: a.breitenbach@bassenge.com

483 Lots
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Hauer, Georg: De partibvs orationis. 1515 + Beiband

Lot 1: Hauer, Georg: De partibvs orationis. 1515 + Beiband

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Description: Hauer, (Georg. De partibvs orationis. Dictera ex Iacobi Wimphelingii theologi adolescentia translata). 48 nn. Bl. (le. w.). Titel in Rot und Schwarz und mit großem Titelholzschnitt. 18,5 x 13,5 cm. Pergament d. Z. (mit kleinen Löchlein und Fehlstellen, stärker beschabt und berieben) unter Verwendung eines Missale-Manuskriptblatts des 16. Jahrhunderts. (Augsburg, Johann Miller, 1515?).Vgl. VD 16, H 777 oder 778 (beide nicht mit unserem Exemplar kollationsgleich, vgl. vor allem die digitalisierte Version, die ab Seite 61 vollständig abweicht). STC 384. Möglicherweise unbekannte Variante des seltenen Drucks, bzw. die erste, den beiden im VD 16 beschriebenen Versionen vorangehende Ausgabe, die zwar kein Kolophon aufweist (dass Blätter am Schluss fehlen, scheint eher unwahrscheinlich, da die Lagen in sich konsistent sind), aber auf Aij das Datum 1515 zeigt. Georg Hauer (1484-1536) war ein katholischer Kontroverstheologe, der an der Universität zu Leipzig studierte und in Passau als Weltpriester und Lateinlehrer wirkte: "Am 15. Mai 1514 immatrikulierte er sich als Magister der freien Künste an der Universität Ingolstadt, wo er vermutlich den Grad eines Dr. jur. can. erwarb. Im Jahre 1518 übernahm er die Pfarrei zu Unserer Lieben Frau in Ingolstadt, ab 1525 - im Tausch mit Johannes Eck - die Pfarrei St. Moritz. Ab Herbst 1518 wirkte er zudem als Professor für Kanonistik an der juristischen Fakultät in Ingolstadt ... Regen Anteil nahm Hauer an den konfessionellen Auseinandersetzungen der Epoche, wobei er sich als entschiedener Verteidiger des katholischen Glaubens erwies. In seinen Predigten über das Salve regina wandte er sich in scharfer Weise gegen die lutherische Lehre, heftigen Angriffen waren insbesondere Johannes Freisleben und Argula von Grumbach ausgesetzt. Im Münster zu Ingolstadt verkündete er die Bannbulle des Papstes gegen Martin Luther, und auch als Universitätsrektor profilierte er sich im Dienste der katholischen Bewegung. So erwirkte er zusammen mit Johannes Eck im Senat die Aufforderung an den Kanzler Herzog Wilhelms IV., ein bayerisches Mandat gegen die Lehre Luthers zu erlassen. Auf seine Veranlassung hin wurden zudem die Acta contra hereticos lutheranos angelegt, um 'lutherische irrungen' von Universitätsangehörigen zu dokumentieren und zu verurteilen" (Bautz XIX, 633f.). Vorsatz, Titel und letztes Blatt mit zahlreichen Tinteneinträgen, im Text nur wenige; Titel stärker fleckig, mit kleinem Loch, Block gelockert, teils etwas stärkere Gebrauchsspuren. - Beigebunden: Filelfo, Francesco. Epistolae breuiores & elegantiores, atque adolescentibus magis conducentes ex toto originario exemplari iam denuo transsumptae ... Angeli Politiani epistolae quaedam familiares suauiores & breuiores ad uiros illustres in calce adiunctae sunt. 6 nn., LVIII num. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. (Tübingen, Thomas Anselm, 1516). - VD 16, F 1047 (titelgleich, aber mit anderer Kollation: LVII, [7] Bl., möglicherweise ist unser Exemplar so komplett). - Letzten Blätter mit Randläsuren und lose, teils stärkere Gebrauchsspuren wie Fingerflecke und Einträge. Insgesamt beide Exemplare noch ordentlich erhalten.

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Bechoffen, Johann: Quadruplex expositio missalis. Straßburg 1519

Lot 2: Bechoffen, Johann: Quadruplex expositio missalis. Straßburg 1519

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Description: (Bechoffen, Johann). Quadruplex expositio missalis, seu officii misse, videlicet litteralis, allegorica, tropologica et anagogica. 90 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit breiter figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre und Textholzschnitt. 20,5 x 16 cm. Neuerer Halbpergamentband mit Druckpapierbezug des 17. Jahrhunderts. Straßburg, Johann Schott, 1519.VD 16, M 5545. Vgl. Adams B 437 (Ausgabe 1505). STC 511 (Ausgaben 1505 und 1512). Jöcher I, 892. Seltener vierter und letzter, zugleich einziger von Johann Schott besorgter Druck dieser liturgischen Schrift. Der im Kolophon als Augustiner-Eremit benannte Johann Bechoffen lebte in Frankreich und erklärt hier die katholische Messe im vierfachen Schriftsinn (wörtlich, allegorisch, moralisch und spirituell). Die erste Ausgabe von 1505 sowie die beiden weiteren Ausgaben von 1509 und 1512 waren bei Michael Furter in Basel erschienen.Die vorliegende Ausgabe ist als einziger der vier veranstalteten Drucke mit einer schönen breiten Holzschnittt-Titelbordüre ausgestattet worden: Im oberen Feld sind zwei apotropäische Monster bekämpfende Putten dargestellt, darunter eine Muschelkalotte mit der den Heiligen Geist symbolisierenden Taube. Das rechte Feld ziert Christus als Schmerzensmann mit den arma Christi, ihm gegenüber die Mutter Gottes als Mater Dolorosa mit einem über ihrem Haupt fliegenden Seraphim. Das untere Feld stellt den Papst mit seinen Kardinälen dar, wie sie eine Messe zelebrieren.Das hübsche Holzschnitt-Endstück auf dem Titel verso wird Hans Schlechthin zugeschrieben (vgl. Pflugk-Harttung 80) und zeigt zwei miteinander ringende nackte Putten, die von zwei bekleideten Putten mit Horn und Windrasseln flankiert werden. - Eine Lage lose. Durchgehend mit zeitgenössischen sauberen Unterstreichungen und teils etwas beschnittenen Annotationen sowie einigen Notabene-Händchen in Sepia. Etwas gebräunt und mit größerem Wasserfleck im oberen und unteren Rand. Ordentliches Exemplar dieses schönen, noch im Stil der Inkunabelzeit hergestellten Missaledrucks.

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Erasmus von Rotterdam, Desiderius: In epistolam Pauli ad Galatas. 2. A. 1519

Lot 3: Erasmus von Rotterdam, Desiderius: In epistolam Pauli ad Galatas. 2. A. 1519

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Description: Erasmus von Rotterdam, Desiderius. In epistolam Pauli ad Galatas Paraphrasis, per Erasmum Roterodamum, recens ab illo conscripta, & nunc primum typis excusa, ad Christi, Paulique gloriam. 22 Bl. Mit fünfteiliger Holzschnitt-Titelbordüre und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 19 x 14,5 cm. Geheftet. Leipzig, Valentin Schumann, (1519). VD 16, E 3053. Proctor 11536. Van der Haeghen 143. Zweite Ausgabe des exegetischen Kommentars zum Galater-Brief und seinen Paraphrasen. Der Einfluss des großen Humanisten Erasmus auf Luther zeigt sich deutlich, wie es Johannes Kunze in seiner Studie Erasmus und Luther jüngst zu belegen sucht: "Die zum Teil frappierenden Parallelen in Erasmus' Ratio (1519) und Luthers frühen Kommentaren, den Operationes (1519-21) und In epistolam Pauli ad Galatas commentarius (1519) lassen vermuten, dass es bei allen theologischen Unterschieden eine weitaus größere Einflussnahme des Erasmus auf Luther gibt, als bisher angenommen. Der Vergleich der Ratio des Erasmus mit den Operationes und dem Galaterbriefkommentar Luthers kann das zwiespältige Ineinander der beiden, nämlich die Orientierung Luthers an den von Erasmus gegebenen technischen Voraussetzungen einerseits und den theologischen Differenzen andererseits, fassbar machen" (Kunze, Erasmus und Luther. Der Einfluß des Erasmus auf die Kommentierung des Galaterbriefes und der Psalmen durch Luther 1519 - 1521, Münster 2000). - Die reizende fünfteilige Titelbordüre zeigt im oberen Block das von Putten flankierte Liebespaar einer nackten gelagerten Jungfrau, um die sich ein gehörnter Faun von hinten bemüht, während der in den Rahmen eingelegte Block unten zwei Putti eine Wappentafel umspielen (Johannes Luther, Tafel 95). Die weiteren Stücke der Bordüre links, rechts und unten wurden von Valentin Schumann unterschiedlich zusammengesetzt und vielfach genutzt. - Titel mit kleinen Loch (geringer Buchstabenverlust), durchgehend braun-, finger- und sporfleckig, leichte Wasserränder und Gebrauchsspuren.

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Karl V. von Spanien: Werbung der Botschafften des durchleüch... 1519

Lot 4: Karl V. von Spanien: Werbung der Botschafften des durchleüch... 1519

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Description: Karl I. von Spanien. - Werbung der Botschafften der durchleüchtigisten Künig: Karolus von Hispanien, vnnd Künig Franciscus von Franckreich an die Curfürsten zu Franckfurt jm Monat Junij. Jm xix. etc. beschehen. 6 nn. Bl. Mit 6teiliger Holzschnitt-Bordüre. 17 x 13 cm. Broschur des 19. Jahrhunderts mit hs. Titelschild. (Augsburg, Hans von Erfurt, 1519). VD 16, S 8116 (nur 2 Exemplare im Besitzstandsverzeichnis). Weller 1294. Vgl. Palau VII, 227. Höchst seltener Druck über die Wahlkampagne zur Wahl zum König und Kaisers des Heiligen Römischen Reichs, nachdem Maximilian I. am 12. Januar 1519 gestorben war. Die beiden Bewerber um den Thron waren der Habsburger Karl I. von Spanien (1500-1558) und Frankreichs König Franz I. (1494-1547).Während der mit dem Papst Leo X. befreundete Franz von der Kirche favorisiert wurde, hatte Karl vor allem das Geld der Fugger auf seiner Seite, beide Kandidaten warben also mit Sendbriefen um die Gunst der sieben Kurfürsten, denen seit der Goldenen Bulle 1356 die Wahl oblag. So ist denn der Brief der "Künigklichen Maiestat von Hispanie Comissari vnd gewalthaber" ebenso wie "Des Christlichen Kunigs Franciscus von Franckreich" "An die siben Curfürsten yetzo zu Franckfurt versamlet" gerichtet, nämlich an die Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier, den König von Böhmen, den Pfalzgrafen zu Rhein, und die Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg. Karl gelang es, die Erzbischöfe auf seine Seite zu bringen. Für die Stimmen der vier weltlichen Fürsten gewährten ihm die Fugger einen Kredit von 852.589 Gulden und 56 Kreuzern, der Karl für den Rest seines Lebens von der reichen Handelsfamilie abhängig machte und ihn u. a. zu Eingeständnissen in seiner Politik gegenüber der Reformation und insbesondere den Kurfürsten von Sachsen zwang. Karl wurde dann am 28. Juni 1519 in Frankfurt am Main zum König gewählt, die Kaiserkrönung erfolgte am 23. Oktober 1520 in Aachen durch den Kölner Erzbischof Hermann von Wied. Die feierliche Bestätigung der Krönung durch Papst Clemens VII. wurde erst am 24. Februar 1530 in Bologna vollzogen.Die hübsche Titelbordüre mit zwei Wappen im Gehänge und individuellen Ornamentbändern. - Rechter Rand unten mit schwarzem Tintenfleck, durchgehend etwas wasserfleckig und gebräunt, sonst ordentlich.

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Melanchthon, Philipp: Sermo habitus apud iuventutem. 1519

Lot 5: Melanchthon, Philipp: Sermo habitus apud iuventutem. 1519

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Description: Melanchthon, Philipp. Sermo habitus apud iuuentutem Academiae Vuittenberg. de corri, gendis adule, scentiae studijs. Rodolphvs Agricola Phrisius de studiorum omnium colluuie, uidelicet Iuris Medicinae, Physices, & Theologiae. 26 S., 1 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Titelbordüren und großer Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 19 x 14,5 cm. Mit Marmorpapierstreifen geheftet. (Basel, Johann Froben, 1519).VD 16, M 4234. Corpus Reformatorum XI, 15. Supplementa Melanchthoniana VI, 44. Panzer VI, 210, 267. Beuttenmüller 39. Zweite Ausgabe der berühmten Antrittsvorlesung Melanchthons an der Universität zu Wittenberg, gehalten am 29. August 1518, in der der große Humanist die Studenten auffordert, sich mit den Quellen zu befassen: "Atque cum animos ad fontes contulerimus, Christum sapere incipiemus, mandatum eius lucidum nobis fiet, et nectare illo beato divinae sapientiae perfundemur". - Die breite Titelbordüre zeigt eine prächtig mit Girlanden und Festons geschmückte Ädikula-Arkade mit Äskulapstab (der sich auch auf dem Wappen der Druckermarke Frobens findet) im Lorberkranz und unten wohl eine Szene des Herodesmahls mit Salome und dem enthaupteten Johannes dem Täufer. Die zweite Bordüre am Textbeginn besteht aus vier Teilen, davon ein Balken mit vier nackten Kindern, die mit Bauchreifen spielen und vier Hasen in Akanthusschlingen. - Titel mit winzigen Vermerken und roten Unterstreichungen, einige alte (im Rand leicht beschnittene) Marginalien und Unterstreichungen, insgesamt schönes und wohlerhaltenes Exemplar.

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Rubius, Johannes: Eyn neu buchlein von d' disputation. 1519

Lot 6: Rubius, Johannes: Eyn neu buchlein von d' disputation. 1519

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Description: Rubius, Johannes. Eyn neu buchlein von d' loblichen disputation, offentlich gehalten vor fursten vnd vor hern vor hochgelarten vnd vngelarten yn der werden hochgepreysten stat Leyptzick in reymen weisz. 14 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 18 x 14,5 cm. Geheftet. (Leipzig, Valentin Schumann, 1519).VD 16, R 3409. Goedeke II, 278,1. Weller II, 544. Nicht bei Knaake und Kuczynski. Sehr seltener, nur in drei deutschen Bibliotheken (Dresden, Göttingen, Halle) nachgewiesener Druck mit einem in Versen abgefassten Text über die Leipziger Disputation, dem berühmten theologischen Streitgespräch der führenden Vertreter der reformatorischen Bewegung Andreas Karlstadt und Philipp Melanchthon unter der Führung von Martin Luther und seinem Gegner Johannes Eck im Jahre 1519. Die zentralen Themen waren die Stellung des Papstes und die Ablasspraxis, die die Reformer vehement bekämpften und theologisch für verwerflich hielten. Das Kapitel "Doctor Martinus disputirt" hebt an: Martinus stundt auff und disputirt mit fleyßDan er wolt keyn Wittenbergk breng grossen preißEr kam und gab gar dapfer dingk fuerUnd meynet ckius wer nit mer gewest von der thurEr redt schon und heth alleczeyt yn seynen synEr wolt eckeum den ersten dag uberwin.Rubius schmückt alles mit seinen Beobachtungen und ausführlichen Kommentaren. Besonders hübsch sind die Schilderungen der Verhaltensweisen der "groß gelarten menner": "Doctor Karlstat stund nach auff dem stuel gar frey / Do wolt doctor Martinus nit lenger do bleyb...". - Durchgehend gebräunt und braunfleckig, einige Wasserränder, letztes Blatt mit kleinem hinterlegten Löchlein (winziger Textverlust).

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Lot 7: Karlstadt, Andreas Bodenstein von : Missive vonn der allerhochsten Tugent. 1520

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Description: Bodenstein von Karlstadt, Andreas. Missiue vonn der allerhochste tugent gelassenheyt. 8 nn. Bl. 18 x 14,5 cm. Geheftet. Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg, 1520. VD 16, B 6173. IA 120.689. Freys-Barge 38. Nicht bei Knaake und Kuczynski. Vierte von fünf Ausgaben der Flugschrift Karlstadts mit der Widmung an seine Mutter: "Frid. frolickeyt. lieb und. starcken Christlichen glauben von gott durch unsern hern Jhesum Christum Wunsche ich Endres Bodenstein, meyner lieben mutter und allen meynenn freunden. Amen". "Auf der Leipziger Disputation mit Eck beschränkte sich Karlstadt auf die Thematik Gnade und freier Wille, während Luther durch seine gegen Karlstadts Rat erfolgte Bestreitung des päpstlichen Primats das Hauptinteresse auf sich zog. Eck, der sich Karlstadt im Verlauf der Disputation ein Stück annäherte, war auch nach Leipzig bereit, die Debatte mit Karlstadt über den freien Willen an einer anderen Universität fortzusetzen und entscheiden zu lassen, während er Luther gegenüber in der Primatsfrage kompromisslos war. Karlstadt hielt sich seinerseits zum Thema Primat auf dem Hintergrund einer hergebrachten papsttreuen Einstellung bis 1519 betont zurück. Erst als Eck im September 1520 Karlstadts Name mit auf die gegen Luther erwirkte Bannandrohungsbulle setzt, vollzog Karlstadt den Bruch mit dem Papst, der ihm gleichzeitig den Bruch mit der Tradition und Frömmigkeit seines Elternhauses abverlangte, wie aus der an die Mutter gerichteten Missive von der allerhöchsten Tugend Gelassenheit hervorgeht" (Ulrich Bubenheimer in: TRE 650). - Unten mit Wasserrändern und einem Wurmloch (minimaler Buchstabenverlust), sonst ordentlich.

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Karlstadt, Andreas Bodenstein von : Verba Dei. Wittenberg, Lotter d. J., 1520

Lot 8: Karlstadt, Andreas Bodenstein von : Verba Dei. Wittenberg, Lotter d. J., 1520

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Description: (Bodenstein von) Karlstadt, (Andreas). Verba Dei. Quanto candore & quam syncere praedicari, quantaque solicitudine vniuersi debeant addiscere. Contra D. Ioannem Eckium, qui manifestarie dixit, aliud dicendum theologistis, aliud gregi Christiano, aliud in schola, aliud in ecclesia, concluditur. 28 (le. w.) nn. Bl. Mit ganzseitigem Holzschnitt. 18,5 x 14 cm. Mit altem Marmorpapierstreifen geheftet. Wittenberg, Melchior Lotter d. J., 1520. VD 16, B 6210. Kukzynski 2988. Proctor 11901. Nicht bei Knaake. Erste und einzige Ausgabe der Streitschrift gegen Johann Eck, dem Widersacher Luthers, mit dem Karlstadt in regem Briefwechsel stand. Er hatte in Wittenberg für weitreichende Gottesdienstreformen, etwa gegen die Klöster, Opfergebete, Bilder in Kirchen und für das Abendmahl mit dem Laienkelch gepredigt. Der hübsche Textholzschnitt zeigt ein großes Wappen, von zahlreichen Putten umspielt, wohl aus der Cranach-Werkstatt. - Titel mit größerem, ersetzten Ausschnitt unten (kein Textverlust) und Tinteneintrag, teils verwischte, zahlreiche zeitgenössische Tinteneintragungen und Unterstreichungen passim, Wasserrand unten und etwas fleckig, oben knapp beschnitten (ebenfalls ohne Textverlust), der Holzschnitt recht kontraststark.

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Lot 9: Karlstadt, Andreas Bodenstein von : Welche bucher Biblisch seint. 1920

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Description: Bodenstein von Karlstadt, Andreas. Welche bucher Biblisch seint. Disses buchlin lernet vnterscheyd zwueschen Biblischen buchern vnd vnbiblischen darynnen viel geyrret haben vnd noch jrren Dartzu weyszet das buchlin, welche bucher, in der Biblien, orstlich seint zuleszen. 12 nn. Bl. 18 x 13,5 cm. Mit Papierumschlag geheftet. Wittenberg, (Melchior Lotter d. J., 1520). VD 16, B 6259. Kuczynski 389. Panzer Zus. 988i. STC 133. Adams B 2216 (nennt als Drucker J. Grunenberg). IA 120.695. VD 16, B 6259. Freys-Barge 46. Pegg 283. Pegg, Bibl. Lindesiana, 124. Pegg, Swiss libraries, 464. Nicht bei Knaake. Erste (nach VD 16 zweite) Ausgabe. Im Sommer 1519 führten Luther und Karlstadt eine grundlegende Disputation mit dem Ingolstädter Theologen und Universitäts-Professor Johann Eck (1494-1554) auf der Pleißenburg in Leipzig, was bei den Reformatoren zu der konstatierten und dann auch formulierten Einsicht führte, dass nicht nur der Papst, sondern auch die Konzilien irrtumsfähig seien. Einzige Autorität habe die Heilige Schrift: "Die Bibel sollte Norm sein, weil und soweit in ihr Christus zur Geltung kommt" (Bernd Möller). Es galt also in der Folge, die relevanten Texte und Bücher der Bibel herauszustellen, was Karlstadt in seiner vorliegenden, gleichzeitig auch in Augsburg bei Melchior Ramminger gedruckten Schrift unternimmt. Er verweist auch auf seine vorausgehende Schrift De canonicis scripturis libellus (Wien : Johann Singriener, 1520), in der er den Kanon des Hieronymus im Gegensatz zu dem des Augustinus vertritt. Bei seiner Bibelübersetzung ab Herbst 1921 auf der Wartburg trägt Luther dann dieser Einteilung Rechnung und legt fest, was in den "evangelischen" biblischen Kanon aufgenommen werden soll und was nicht. - Kaum fleckig, letztes Blatt verso mit ausführlichen zeitgenössischen Kommentaren in Sepia. Gutes Exemplar.

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Leo X. Papa: Bulla contra errores Martini Lutheri. Lzg. 1520

Lot 10: Leo X. Papa: Bulla contra errores Martini Lutheri. Lzg. 1520

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Description: (Leo X.). Bulla cõtra errores Martini Lvtheri et seqvacivm. 11 nn. Bl. Mit großem Titelholzschnitt und einem Textholzschnitt. 20,5 x 14 cm. Moderner Halbpergamentband mit Marmorpapier-Deckelbezügen. (Leipzig, Martin Landsberg, 1520). VD 16, K 275. Panzer VII, 216, 779. Schottenloher 2. Nicht bei Adams, Knaake, Kuczynski, Pegg, Proctor und im STC. Einer von zehn Drucken aus dem Jahr der Straßburger Erstausgabe und offenbar noch seltener als diese, jedoch ohne die darin enthaltenen Zusätze Huttens. "Die päpstliche Bannbulle, ausgefertigt am 15. Juni 1520 zu Rom, gegen Luther wurde von Johann Eck in Begleitung des päpstlichen Nuntius Alexander nach Deutschland gebracht. In ihr werden 41 Sätze aus Luthers Schriften teils als ketzerisch, teils als falsch und anstößig bezeichnet, seine Bücher zum Feuer verdammt, ihm selbst aber noch 60 Tage nach dem Anschlag der Bulle Zeit zum Widerruf gelassen. Hutten glossierte die Bulle, bald ironisch, bald pathetisch, zuweilen auch recht matt und ließ sie mit dem päpstlichen Wappen im Druck herauskommen. Voraus geht eine [hier nicht beigedruckte] Vorrede, in welcher Hutten ausführt, dass der Papst die wiederauflebende christliche Wahrheit und deutsche Freiheit ersticken wollte. In einer Nachschrift an Leo X. ermahnt er ihn, seine Bullen zu behalten und Luther und seine Anhänger nicht mehr zu belästigen" (Benzing 222).Auf dem Titel das machtvolle Papstwappen über zwei großen Schlüsseln als Petruszeichen für das Papsttum und mit dreifach gekrönter Tiara sieht man auf dem Wappenschild die sechs goldenen Bälle der Medici. Giovanni de' Medici (1475-1521) war am 11. März 1513 zum Papst Leo X. gewählt worden. Der hübsche Medaillon-Holzschnitt in Chiaroscuro-Technik zeigt ein Porträt des Papstes in Mönchkutte. Titel mit Tinteneintrag, wenige Marginalien, Ränder mit teils etwas unschönen Wasserflecken, etwas angeschmutzt, sonst ordentliches, gutes Exemplar eines der seltensten Drucker dieser Bulle.

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Lot 11: Luther, Martin: Confitendi ratio. EA Wittenberg 1520

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Description: Luther, Martin. Confitendi ratio. 8 nn. Bl. 20,5 x 14,5 cm. Modernes Halbpergament mit Papiervorsätzen d. Z. (Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg, 1520).VD 16, L 4238. Benzing 614a. Erste Ausgabe der Art und Weise des Beichtens (WA VI, 154f). Luther hatte sich zwar gegen jede menschliche Leistung zur Sündenvergebung gewehrt, da die Vergebung durch die Passion Christi ja bereits Realität sei und Ablasshandel, das Beichten der Gesamtschuld damit als obsolet anzusehen sind, dennoch befürwortete er die Einzelbeichte, derer er selbst täglich pflog. Er wendet sich in seiner Schrift also nicht gegen die Beichte generell, sondern gegen die Sündenvergebungs- und Beichtpraxis der katholischen Kirche, die vor allem darin ihren Sinn fand, den Menschen in Abhängigkeit der kirchlichen Institutionen zu bringen und das Steuersäckel der Kirche zu füllen. - Die Schrift erfuhr weitere sieben lateinische Ausgaben und fünf Drucke der deutschen Übersetzung von Georg Spalatin. Die erste Ausgabe ist sehr selten. - Wenige winzige Wurmlöchlein, sonst sehr sauberes, wohlerhaltenes Exemplar, minimaler Wasserschatten unten.

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Lot 12: Luther, Martin: Ein sermon den dem wucher. Nürnberg 1520

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Description: Luther, Martin. Ein sermon von dem wucher. 14 Bl. 20 x 14 cm. Pappband des 19. Jahrhunderts. (Nürnberg, Jobst Gutknecht, 1520).VD 16, L 6445. Benzing 562. Kuczynski 1396. Weller 1588. Vierte Ausgabe des "großen Sermon von dem Wucher", in dem sich Luther gegen das Zinsnehmen der Geldverleiher wendet. "Luther sieht hier im Zinskauf also einen durch gesetzliche Bestimmungen verhinderten Wucher, da Wucher sozusagen dem kapitalistischen Denken inhärent ist. Er entlarvt die dem Begriff 'Zinskauf' innewohnende semantische Verschleierung, indem er ihn als das bezeichnete, was er nach der traditionellen Lehre der Kirche war, nämlich Wucher. Unter Wucher verstand Luther in Übereinstimmung mit der Tradition 'ganz allgemein jede vertragsmäßige Aneignung eines offenbaren Mehrwerts', also 'wenn bei Gewährung eines Darlehens mehr zurückgefordert wird, als ausbezahlt wurde'. Luther lehnt Wucher ab, weil nach Gottes Gebot dem Bedürftigen geholfen und ihm geliehen werden müsse" (Hans-Jürgen Prien, Luthers Wirtschaftsethik, 1992, S. 98). - Starker Wasserfleck durch alle Blätter, etwas angestaubt und unfrisch, sonst ordentliches Exemplar.

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Lot 13: Luther, Martin: Epistola Divi Hulderichi Augustensis. 1520

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Description: (Luther, Martin). Epistola divi Hvlderichi Avgvstensis episcopi adversvs constitvtionem de cleri coelibatv, plane referens apostolicvr spiritvm. (Mit Vorrede von Martin Luther). 4 nn. Bl. 18,5 x 13,5 cm. Moderner Pappband. Wittenberg, (Melchior Lotter d. J., 1520). VD 16, U 10. Benzing 818a. WA Br. XII, 22. Erste Ausgabe der seltenen, dem Augsburger Bischof Ulrich (Udalricus) untergeschobenen Schrift mit der anonymen Vorrede Martin Luthers, der hier seine Angriffe gegen den Zölibat durch eine hoch geachtete Quelle zu untermauern sucht. Die lange Zeit dem heiligen Ulrich, Bischof von Augsburg zugewiesene Schrift wurde mittlerweile als ein zwischen 1074 und 1078 entstandenes Machwerk eines unbekannten Gegners der gregorianischen Reform entlarvt. - Einzelne zeitgenössische Marginalien, kaum fleckig und gut erhalten.

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Lot 14: Luther, Martin: Eyn sehr gute Predig von Gerechtigkeit. EA 1520

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Description: Luther, Martin. Eyn sehr gute Predig von czweyerley Gerechtickeyt. 8 Bl. 18 x 14,5 cm. Geheftet. Wittenberg, (Johann Rhau-Grunenberg), 1520.VD 16, L 6003. Benzing 343. Knaake 133. Kuczynski 1374. Proctor 11865. Erste deutsche Ausgabe des "Sermo de duplici iustitia" (WA II, 144), wohl in der Übersetzung von Georg Spalatin (1484-1545). Sie beiden Sermones "könnten überschrieben werden 'Von der Gerechtigkeit eines Christenmenschen'. In beiden führt Luther in freiem Entwurf aus, was den Christen zum Christen macht: der Empfang der in Christus erschienenen göttlichen Gerechtigkeit und das als Frucht aus ihr hervorgehende Leben ... Die Definition dieser Gerechtigkeit gewinnt er aus der Konfrontation mit dem Sündenbegriff: Dem peccatum essentiale, natale, originale, alienum steht die iustitia natalis, essentialis, originalis, aliena entgegen. Die Reihe der Adjektive, gipfelnd in der Aussage des Fremdseins, wird anschließend zusammengefasst in der Bestimmung der Gerechtigkeit als iustitia Christi" (Karin Bornkamm, Christus - König und Priester, 1998, S. 99f.). - Titel mit kleiner Tintenzahl, durchgehend etwas wasserrandig und braunfleckig.

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Melanchthohn, Philipp: De clamatiuncula in divi Pauli. 1520

Lot 15: Melanchthohn, Philipp: De clamatiuncula in divi Pauli. 1520

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Description: Melanchthon, Philipp. De clamativncvla in divi Pauli doctrinam. Eiusdem Epistola ad Iohannem Hessum Theologum. 34 S. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und einer Holzschnitt-Initiale. 19 x 14,5 cm. Mit Marmorpapierstreifen geheftet. (Basel, Andreas Cratander, 1520).VD 16, M 2912. Corpus Reformatorum XI, 34. Panzer VI, 222, 357. Knaake II, 503: "Aeusserst selten!" Beuttenmüller 60. Zweite Ausgabe von Melanchthons Schrift zur paulinischen Glaubenslehre, der Theologia Pauli, die ebenfalls den Brief des Johann Heß enthält. - Die im schraffierten Laibungsrahmen "1520" datierte Titelbordüre zeigt eine detailreiche Darstellung der Actäon-Sage mit den nackten Nymphen um Diana im gargaphischen Thale, die von Actäon beobachtet wird, worauf ihn die Göttin in einen Hirsch - hier in einen stolzen Zehnender - verwandelte. - Zahlreiche alte Unterstreichungen und Marginalien in rotbrauner Tinte, ein Balken der Initiale koloriert, gelegentlich etwas gebräunt und leicht knapp beschnitten. Titel mit Besitzvermerk eines "Hieronimus".

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Lot 16: Melanchthon, Philipp: De D. Pauli Thologia. 1521

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Description: Melanchthon, Philipp. De D. Pavli Theologia et contra perniciosas theologorum aetatis nostrae scholas. 15 nn. Bl. 19 x 14,5 cm. Geheftet. (Augsburg, Sigmund Grimm und Marx Wirsung, 1520).VD 16, M 2911 und M 3184. Bindseil 478. Knaake II, 502. Strobel 18. Beuttenmüller 59. Vgl. Hartfelder 580, 23. Erste Ausgabe zweier Werke Philipp Melanchthons über die theologischen Ansätze aus den Paulusbriefen und ein Brief an den Theologen und Reformer Johann Heß (1490-1547), der 1520 in Breslau die Priesterweihe empfangen hatte und in regen Austausch mit den Wittenberger Reformatoren und insbesondere Melanchthon stand, der ihn oft wegen seiner Ängstlichkeit mahnte und im Glauben bestärkte. "Mit Luther kämpft hier Melanchthon gegen die mit der aristotelischen Philosophie verquickte theologia scholastica, aber er stellt ihr nicht wie Luther eine andere Theologie, eine theologia crucis entgegen, sondern allein die wahre doctrina christiana, wie sie in der doctrina Pauli gegeben ist" (Johannes Wallmann, Der Theologiebegriff bei Johann Gerhard und Georg Calixt, 1961, S. 20). Ganz im Sinne des großen Humanisten wurde der Druck auf weißem, gekalkten Papier in einer klaren Antiqua-Type gedruckt. - Wohlerhaltenes, sehr schönes Exemplar.

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Lot 17: Pascuillus: Ain warhafftiges buchiln. Augsburg 1520

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Description: Pascuillus. Ain warhafftiges buchiln Erklerend was list die Roemer brauchen, mit Creiren viler Cardinäl, auff das sy alle Bistumb Deütscher land vnder sich bringen. 6 nn. Bl. 21 x 15 cm. Pappband um 1890 mit Marmorpapierbezug. (Augsburg, Jörg Nadler, 1520).VD 16, P 851. Köhler 3664. Clemen, Beiträge I, 1ff. Böcking IV, 466 3b. Pegg 4374. Zorzin, Dialogflugschriften, 29. Lugt, Suppl., 2807b. Eine der frühesten deutschen Ausgaben des Pasquillus exul, der früher Hutten zugewiesenen, sehr seltenen Schrift. Diese zuvor auch lateinisch erschienene Satire ist in Form eines Dialoges zwischen Pasquillus und Cirus im Stile der "Epistolae Obscurorum Virorum" abgefasst und geißelt die Missstände in Rom. Clemen hatte sie einst dem Erfurter Humanisten Crotus Rubeanus zugewiesen, doch sprechen viele Gründe auch für die oberrheinischen Humanisten um Jacob Wimpheling. - Ränder teils unbeschnitten, kaum fleckig, Name des früheren Besitzers, des Germanisten Richard Zoozmann auf dem letzten Blatt, sein Exlibris auf dem Vorsatz.

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Ain Ewangelium Pascuilli : Augsburg, Melchior Ramminger, 1520

Lot 18: Ain Ewangelium Pascuilli : Augsburg, Melchior Ramminger, 1520

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Description: Pasquinade - Ain Ewangelium Pascuilli Darinn dasz Römisch leben gegründt vnd bestettiget würt. 3 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 17 x 13,8 cm. Moderner Kartonumschlag. (Augsburg, Melchior Ramminger, um 1520). VD 16, E 4673. Hohenemser 3895. Köhler 3661. Schade 2, X, 105-107. Erster von nur drei deutschsprachigen Drucken, sehr selten (das VD 16 verzeichnet nur vier Exemplare: in München, Halle, Wolfenbüttel und Wien). Berühmte Pasquinade mit einer bissigen Satire auf das Treiben des Papsts und der Kardinäle in Rom. "Der Name kommt von einem zu Anfang des 16. Jahrhunderts in Rom lebenden Schuhflicker Namens Pasquino, der die Gabe der Spötterei in einem hohen Grade besessen haben soll, daher seine Werkstatt stets von Leuten voll war, die sich an seinen Einfällen ergötzten. Dies gab Veranlassung, wie die einen sagen, eine nach seinem Tode in seinem verschütteten Hause aufgefundene Bildsäule nach ihm zu benennen und alle Spöttereien und Schmähungen, die man öffentlich bekannt machen wollte, an diese Bildsäule anzukleben. Nach andern wurde nur eine an der Ecke des Palastes Orsini ausgegrabene Säule dort aufgestellt, nach seinem Namen benannt und von der Zeit ab mit spöttischen Bemerkungen behangen (vgl. Campe, Fremdwörterbuch, 463; Brockhaus' Kleineres Conversations-Lexikon, Leipzig 1856, IV, 54). Die Kardinäle werden hier als "Carpinelen" bezeichnet, Schade vermutet darin eine Verbindung zudem Wort "carpere", um auf die Habgier der Würdenträger anzuspielen. Bezeichnenderweise endet die Schrift dann mit dem Schlusssatz "Eer sey dem gold vnd dem silber".Die Titelbordüre verzeichnet Johnson unter No. 64 (Mainz, Schöffer 1520). - Mehrere Bibliotheksstempel auf Titelrückseite mit blauem Durchschlag auf recto, darunter der rote Stempel der Preußischen Staatsbibliothek "Ex Biblioth. Regia Berolinensi" im Kreis und dem Verkaufsvermerk-Stempel derselben Bibliothek "Vend. ex Bibl. Reg. Berol.". Wie üblich ohne das letzte weiße Blatt, insgesamt sehr sauber und wohlerhalten.

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Lot 19: Karlstadt, Andreas Bodenstein von : De legis litera sive carne, & spiritu. Wittb. 1521

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Description: Bodenstein von Karlstadt, Andreas. De legis litera sive carne, & spiritu. 8 nn. Bl. 18,5 x 14,5 cm. Geheftet. Wittenberg, (Nickel Schirlentz), 1521. VD 16, B 6169. IA 120.712. Freys-Barge 65. Nicht bei Knaake und Kuczynski. Erste von zwei seltenen Ausgabe (einzige im Grundwerk VD 16, eine weitere unter ZV 2157 nur online abrufbar, 1521 gedruckt bei Johann Singriener d. Ä. in Wien). An die 1520 erschienene Schrift Welche bucher Biblisch seint anknüpfende Abhandlung, worin im Gegensatz zur unbedingten Verbindlichkeit des biblischen Wortlauts die Forschung nach dem Geiste der Vorschriften gefordert wird. Die Schrift, in der Karlstadt seine früheren Thesen spezifiziert und teils revidiert, galt lange als verschollen, bis sie von Hermann Barge 1901 wiederentdeckt wurde (Herrmann Barge, Über eine vergessene Schrift Karlstadts "De legis litera sive carne et spiritu enarratio", in: Theol. Studien und Kritiken 74, 1901, 522-533). "In Sept., 1521, appeared De legis litera sive carne et spiritu; here Carlstadt propounded for the first time an entirely new principle of interpretation which became of much importance in the further development of his theology the spiritual interpretation of the words of Scripture" (Philip Schaff, The New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge II, 415). - Leicht gebräunt und braunfleckig, erstes Blatt mit kleinem, alt angeränderten Ausbruch. Gutes Exemplar des höchst seltenen Drucks.

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Karlstadt, Andreas Bodenstein von : Super coelibatv monachatv. Rhau-Grunenberg 1521

Lot 20: Karlstadt, Andreas Bodenstein von : Super coelibatv monachatv. Rhau-Grunenberg 1521

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Description: Bo(denstein von) Karlstadt, And(reas). Super coelibatv monachatv et viduitate Axiomata per pensa Vittembergae. 18 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 19 x 14,5 cm. Mit altem Marmorpapierstreifen geheftet. Wittenberg, (Johann Rhau-Grunenberg), 1521. VD 16, B 6125. Kuczynski 401. Dritte Ausgabe, erste bei Grunenberg gedruckte, der fundamentalen Schrift, mit der der auch Karlstadt genannte Reformator Andreas Bodenstein (1482-1541) die sogenannte "Wittenberger Bewegung" ins Leben rief. Während Luther in seiner Sicherheitshaft auf der Wartburg als Junker Jörg die Bibel übersetzte, trieb Karlstadt zusammen mit Johann Drach die Reformation in Wittenberg voran. Er predigte gegen Ikonodulie und vor allem das Priesterzölibat, was er in der vorliegenden Schrift ausführlich niederlegt. - Die auffallend schöne Titelbordüre ist ausführlich bei Dommer (S. 236, Nr. 73) beschrieben: "Unten zwei geflügelte Amoretten, einen mit Voluten verzierten leeren Schild haltend. Oben eine Art Fruchtkorb mit zwei Blattranken, welche neben jenem zwei bösartige Vögel und in den Ecken zwei Mascarons tragen ... Auf dem r. Postament steht, mit schwunghaft vorgesetztem rechten Beine in defecter Bekleidung, ein Schalmeybläser, einen großen Säbel an der Seite, ein Beil im Gürtel, einen hinten aufgekrämpten Hut mit Feder auf dem Kopfe, hinter ihm eine Biene. Auf dem 1. Träger steht eine seltsame Figur mit hohen Stiefeln und kurzem Mantel mit Kapuze, welche einen mit zwei Hahnenfedern geschmückten Wolfskopf mit Tonsur, anstatt der Hände Tatzen, und in der rechten einen Rosenkranz hat. Hübsch gezeichnet, guter Humor in den beiden Figuren; die ganze Manier ... verräth Cranach'sche Schule. Auch der Schnitt ist gewandt und klar". Wird nur für die Jahre 1522 und 1523 zitiert, möglicherweise hier zum ersten Male verwandt, wofür auch die große Schärfe und Klarheit des Abdrucks spricht. - Exemplar oben und rechts etwas knapp beschnitten, aber ohne jeglichen Text- oder Bordüreverlust, minimal gebräunt, kaum angestaubt. Sehr schönes Exemplar.

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Lot 21: Karlstadt, Andeas Bodenstein von: Super coelibatu. Wittenberg 1521

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Description: Bo(denstein von) Karlstadt, And(reas). Svper coelibatv monachatv et vidvitate axiomata per pensa VVittembergae. 12 nn. Bl. 18 x 14 cm. Geheftet. Wittenberg, Nickel Schirlentz, 1521. VD 16, B 6126. Dritte Ausgabe von insgesamt vier Drucken. Karlstadt ging es vor allem um die Änderung der starren, kirchlich autorisierten Strukturen der Religionsausübung wie des sozialen Lebens schlechthin, die er nicht nur kritisieren, sondern auch reformieren, d. h. Alternativen zur Verfügung stellen wollte. Er fasste dies am 20. Juni 1521 in sieben Thesen zusammen, "die er als Überschriften in seine kurz darauf erschienene Schrift 'Super coelibatu, monachatu et viduitate' übernimmt. Die Radikalität, mit der er hier eine Verheiratung der Priester und Mönche fordert, ergibt sich aus eben dem planen Gesetzesbegriff, der das auf Gewinn gerichtete Gesetz des Papstes einem als einheitlich verstandenen biblischen Gesetz gegenüberstellt" (Berndt Hamm u. a., Frömmigkeit, Theologie, Frömmigkeitstheologie, 2005, S. 327). - Titel mit mehrere Einträgen, Text mit zahlreichen zeitgenössischen Unterstreichungen und Marginalien sowie Notabene-Händchen in Sepia und Rot, leicht fleckig und etwas knapp beschnitten.

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Bucer, Martin: Gesprech biechlin neüw Karsthans. Straßbg. 1521

Lot 22: Bucer, Martin: Gesprech biechlin neüw Karsthans. Straßbg. 1521

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Description: (Bucer, Martin). Gesprech biechlin neüw Karsthans. Zu dem Leser. 28 nn. Bl. 20 x 15 cm. Alt geheftet. (Straßburg, Erben Matthias Schürer, 1521).VD 16, B 8886. Proctor 10264. Köhler 379. Benzing, Schürer Erben, 9. Erste Ausgabe in der seltenen Druckvariante. Der Neu-Karsthans, der nichts mit der gegen Murner gerichteten Flugschrift Karsthans zu tun hat, ist ein eigenständiges Werk des konvertierten Mönchs Martin Bucer (1491-1551), der als Reformator in Strassburg tätig war. Die angehängten 30 Artikel, die "hart und fest zu halten Junker Helferich, Reiter Hans und Karsthans mitsamt ihrem Anhang" sich verschworen haben, sind erwiesenermaßen eine eigenmächtige Beigabe des Druckers, der damit seiner Flugschrift einen reißenden Absatz zu sichern hoffte. In idealistischer Betrachtungsweise wird hier der Gesichtskreis sehr weit gezogen, da es in diesem Gespräch des als Bauersmann auftretenden Karsthans mit dem Ritter Hans von Sickingen über die lutherische Lehre weniger um eine satirische Geisselung der Missstände, als um die ernste Belehrung über rechte geistliche Hirtenpflicht geht und das Recht der Obrigkeit zur Durchführung einer evangelischen Reformation, damit dadurch einem Aufstand der Massen vorgebeugt würde. Diese Schrift mit dem hübschen auf dem Titel vorangestellten Sechszeiler Ein neüwer Karsthans komm ich herVol gutter manung, rechter ler.Mit Edlen bin ich worden einsAls was ich weiß, do schweyg ich keins.Und würd mit henden greyffen zuEin ander auch sein bestes thu.besitzt nicht den kämpferischen Geist eines Hutten, zu dessen Mitarbeitern Bucer im Herbst 1520 bis 21 auf der Ebernburg gehörte, sondern zeichnet sich eher durch eine größere Weisheit und Gläubigkeit aus, die in der Geschichte vom Bäuerlein und seinem geliebten Pferdchen gar an Rührung grenzt. Der Text ist abgedruckt bei Schade, Satiren, II, 1-44, und bei Berger, Sturmtruppen der Reformation, Seite 167-204 und Anmerkungen S. 56f. sowie S. 322ff. und Kalkoff, Hutten und die Reformation, S. 540 ff u. 573 ff., mit der Bestimmung von Autor und Drucker. - Nur wenige Fleckchen, seitlicher Rand unbeschnitten mit einzelnen kleinen Einrissen, sonst sehr gut erhalten.

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Erasmus Roterodamus, Desiderius: De ratione studii. Mainz 1521

Lot 23: Erasmus Roterodamus, Desiderius: De ratione studii. Mainz 1521

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Description: Erasmus von Rotterdamus, (Desiderius). De ratione studii ac legendi interpretandique authores libellus. Officium discipulorum ex Quintiliano. 32 Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und 7zeiliger Holzschnitt-Initiale. 15 x 10,5 cm. Pergamentband d. Z. (Mainz, Johannes Schoeffer, 1521).VD 16, E 3544. Enthält die Werke: Carmina scholaria (VD 16, E 2111), Concio de puero Jesu (VD 16, E 2482) und Expostulatio Jesu ad mortales (VD 16, E 2999). - Die hübsche vierteilige Titelbordüre zeigt links einen Weinstock mit Trauben und unten Früchte pflückende Putten mit großem Korb in arkadischer Landschaft, die entzückende Initiale "P" mit einem Vogelfänger. - Titel mit Tintenvermerk, ersten Blätter mit vielen Interlinearglossen in zeitgenössischer Tinte, etwas fleckig.Vorgebunden: Julius II. Pont. Max. Dialogus viri cuiuspiam eruditissimi, festiuus sane ac elegans, quomodo Ivlius. II. P. M. post mortem coeli fores pulsando, ab ianitore illo D. Petro intromitti nequiuerit. 28 nn. Bl. (d. le. w.). Basel, Andreas Cratander, 1519. - VD 16, 1515. - Verso Titel eine Stempelrasur und Titel mit hinterlegtem Loch, gering fleckig, wenige Marginalien.

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Clag und bitt der deutschen Nation, Eyn: Mit Cranach-Holzschnitt. Wittenberg 1521

Lot 24: Clag und bitt der deutschen Nation, Eyn: Mit Cranach-Holzschnitt. Wittenberg 1521

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Description: Eyn Clag vnd bitt der deutschen Nation an den almechtigen gott vmb erloszung ausz dem gefencknis des Antichrist. 4 nn. Bl. Mit ganzseitigem Textholzschnitt von Lukas Cranach d. Ä. 19,5 x 14,5 cm. Dunkelgrüner geglätteter Maroquinband um 1900 mit goldgeprägtem RTitel, breiten Innenkantendentelles und KGoldschnitt (Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg, 1521). VD 16, K 1209. Maltzahn 914: "sehr selten". Kuczynski 452: "Selten!". Weller 1349. Goedeke II, 278, 1, 1. Pegg 1178. Schade, Satiren und Pasquille I, 1-6. Nicht bei Hohenemser, Knaake und im STC. Einzige Ausgabe des in 178 Versen abgefassten Spottgedichtes auf den Papst als den "Antichristen". Wahrscheinlich ist die Schrift in engem Zusammenhang mit dem ebenfalls 1521 erschienenen Passional Christi und Antichristi von Martin Luther und Philipp Melanchthon entstanden. Der Verfasser ist jedoch bis heute unbekannt geblieben, auch seine Herkunft ist trotz vereinzelter niederdeutscher Einflüsse in den Reimen nicht genau zu bestimmen. Der hübsche Holzschnitt von Cranach (Hollstein 66r, Jahn 575) zeigt den Papst mit seinen Kardinälen hoch zu Ross auf dem direkten Ritt in die Hölle, begleitet von zwei mit Hellebarden schwer bewaffneten Lanzknechten. Während die kirchlichen Reiter von links her aus einer Häuserzeile kommen - als Sinnbild für die geordnete, zivilisierte Stadt, wie etwa Rom es war - reiten sie um einen mächtigen Felsen herum, wo rechts die Höllenfeuer züngeln, in denen schon andere Menschen braten, überschwebt von einer Schar bizarrer Teufel - die Natur als Sinnbild für die Wildheit, für Unordnung und Chaos. Der Holzschnitt war bereits als Blatt 18 in dem oben genannten Passionale verwandt worden. Verso oben blasse Tintenziffern, sonst nahezu fleckenfreies, sehr schönes, wohlerhaltenes und breitrandiges Exemplar. Der Holzschnitt in gutem, kontrastreichen und scharfen Abdruck.

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Lange, Johannes: Epistola ad D. Martinum Margaritanum. 1521

Lot 25: Lange, Johannes: Epistola ad D. Martinum Margaritanum. 1521

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Description: Lange, Johannes. Epistola ad Excellentiss. D. Martinum Margaritanum, Erphurdieñ. Gymnasij Rectorem pro literis sacris, & seipso. 7 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 19 x 14,5 cm. Geheftet. Erfurt, Matthes Maler, 1521). VD 16, L 309. Einzige Ausgabe der seltenen Schrift des Erfurter Theologen, Humanisten und Reformers Johannes Lange (1487-1548). "Der Freund und Klosterbruder Luthers war in Erfurt als Prediger und Theologieprofessor im reformatorischen Sinne tätig geworden. Er selbst hatte zum Wintersemester 1500 in Erfurt sein Philosophiestudium begonnen und war 1507 dem Augustinereremitenorden beigetreten. 1511 folgte er Luther nach Wittenberg, hielt dort Vorlesungen über Aristoteles und fing an, Theologie zu studieren. Als Lang 1516 nach Erfurt zurückgerufen wurde, belebte er seine früheren Kontakte zum Humanistenkreis der Stadt wieder und erwarb 1519, nunmehr Prior des Augustinerklosters und Distriktvikar, trotz einigem Widerwillen streng scholastisch lehrender Fakultätsmitglieder die theologische Doktorwürde. Am 6. April 1521 war Luther auf seiner Reise nach Worms in Erfurt vom nur noch kurz amtierenden Rektor der Universität Crotus Rubeanus ehrenvoll empfangen worden. Als aber dann knapp vier Wochen später der Rektorenwechsel erfolgte, sah sich Lang einer schwerwiegenden Kampagne seiner Kritiker gegen ihn ausgesetzt, die seine Absetzung verlangten. Von dem Humanisten Helius Eobanus Hessus herausgegeben und mit einem Vorwort versehen, erschien daraufhin zur Verteidigung seiner Lehre und seiner Volkspredigten das oben bereits erwähnte Schreiben an den neuen Magnifikus der Universität, den Juristen Martin von der Marthen, der den Beinamen Margaritanus trug. Die Schrift zeigt eine deutliche 'Festigung des lutherischen Standpunktes Langes', da sie das Wort Gottes als letztgültige Autorität bestimmt und das reformatorische solus Christus rechtfertigungstheologisch als wesentliche Botschaft des Evangeliums erschließt ... Auf dieser Grundlage formuliert Lange dann seinen Appell an den Rektor der Hochschule zur Zurückweisung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe" (Thomas Hohenberger, Lutherische Rechtfertigungslehre in den reformatorischen Flugschriften der Jahre 1521-22, 1996, S. 343f.). Die prächtige Titelvignette mit einer Rundbogenaedikula im Stile der norditalienischen Frührenaissance ist datiert "1520" und monogrammiert "FB" (abgebildet bei Johannes Luther, Tafel 67). - Titel mit kleinen griechischen Tinteneinträgen, einige alte Marginalien, sehr schöner Antiqua-Druck aus der Offizin des Matthes Maler, des "bedeutensten Erfurter Druckers der Reformationszeit" (Benzig, Drucker, 103).

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Luther, Martin: Copia einer Missive. Erfurt, Mathes Maler, 1521

Lot 26: Luther, Martin: Copia einer Missive. Erfurt, Mathes Maler, 1521

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Description: Luther, Martin. Copia einer Missiue: so Doctor Martinus Luther nach seynem abschid zu Wormbs zurugk ann die Churfuerstenn, Fuerstenn, vnnd Stende des heyligenn Koemischenn [sic] Reichs da selbest versamlet geschrieben hat. [Übersetzung von Georg Spalatin]. 4 nn. Bl. 20 x 14,5 cm. Pappband um 1920. (Erfurt, Mathes Maler, 1521).VD 16, L 3680. Benzing 1038 (mit falschem Titelzitat "seinem" statt "seynem"). Der berühmte Erfurter Druck mit dem Setzfehler "Kömischenn Reichs" aus der Offizin des Erfurter Druckers Mathes Maler, auch Pictorius (tätig zwischen 1511 und seinem Tode 1536), der seiner Werkstatt "im schwarzen Horn vor der Krämerbrücke - in domo nigrocornu prope pontem mercatorum" hatte und "der bedeutendste Erfurter Drucker der Reformationszeit" war (Benzing, Drucker, 103). Am 29. April 1521 hatte Luther den ihn geleitenden kaiserlichen Herold Kaspar Sturm im Gasthaus "Zum Grünberg" in der Kaiserstraße 32 im hessischen Orte Friedberg entlassen, dem er ein lateinisches Schreiben an den Kaiser und ein deutsches an die noch in Worms versammelten Fürsten und Stände mitgab. Darin erklärt er in gesuchten, wohlgewogenen Worten sein Verhalten auf dem Reichstag in Worms An die Kurfürsten, Fürsten und Stände des Reichs (WA, Briefe II, 312ff.), wiederholt seine Argumentation und rechtfertigt seine Stellung, bevor er in die Landgrafschaft Hessen weiterreiste und dann auf der Wartburg als Junker Jörg untertauchte. Insgesamt war die Schrift in 15 Drucken, davon zwei niederländischen, erschienen. - Titel mit winzigem alt ersetztem Eckausrisschen und rückseitig mit ausgeschiedenem Bibliotheksstempel der Göttinger Universitätsbibliothek "Ex Bibliothekca Acad. Georgiae Augustae" (ausgeschieden am 26.5.1966), nur minimale Fleckchen, schönes Exemplar.

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Lot 27: Luther, Martin: Epistola Lutheriana ad Leonem X. 1521

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Description: (Luther, Martin. Epistola Lvtheriana ad Leonem Decimvm svmmvm pontificem dissertatio de libertate Christiana per avtorem recognita). 48 (statt 50) S., 1 w. Bl. 20 x 14,5 cm. Moderner Umschlag. (Basel, Adam Petri, 1521). VD 16, L 4631. Benzing 759. Erste Baseler (= fünfte lateinische) Ausgabe des erstmals 1520 in Wittenberg erschienenen Sendschreibens an Leo X., hier zusammen zusammengefasst mit der lateinischen Fassung von Luthers "Von der Freiheit eines Christenmenschen". - Es fehlt der Titel, durch Xerokopie ersetzt, nur minimale Fleckchen, auf dem letzten weißen Blatt eine masch. Titelaufnahme montiert.

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Luther, Martin: Eyn Sermon von der wirdigen empfahung. 1521 EA

Lot 28: Luther, Martin: Eyn Sermon von der wirdigen empfahung. 1521 EA

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Description: Luther, Martin. Eyn Sermon von der wirdigen empfahung des heyligenn waren Leychnamß Christi, gethann am gruendornstag zu Wittembergk, yn kegenwertigkeyt des Marggraff zu Brandenburgk etc. 4 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 20, x 15 cm. Halbpergament um 1920. (Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg), 1521.VD 16, L 6571. Benzing 873. Erste Ausgabe der von Luther am Gründonnerstag, am 28. März 1521 gehaltenen Predigt in Gegenwart des Fürsten und Markgrafen Albrecht von Brandenburg (1490-1545), der zunächst dem Humanismus gegenüber aufgeschlossen war, 1515 Hutten an seinen Hof in Halle berufen hatte, dann aber durch die Ablasstätigkeit seines Magdeburger Agenten, des Dominikaners Johann Tetzel in Widerspruch mit der Reformation und Luther geriet, dem er nicht zuletzt Anlass zu den 95 Thesen gab. - Die hübsche Titelbordüre (Johannes Luther Tafel 3) stammt von Lucas Cranach (Zimmermann 85) und zeigt oben das sächsische, unten das Wittenberger Wappen, links einen Mann mit Rosenkranz, rechts einen aus einer Flasche trinkenden Mann, von Bienen umschwärmt (vgl. Katalog 41). - Zwei winzige Wurmlöchlein, kaum gebräunt, sehr schönes, wohlerhaltenes Exemplar des seltenen Druckes.

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Lot 30: Luther, Martin: Von der Beicht. Wittenberg 1521

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Description: Luther, Martin. Von der Beicht ob die der Bapst macht habe zu gepieten. 28 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 18 x 15 cm. Geheftet. Wittenberg, (Johann Rhau-Grunenberg, 1521).VD 16, L 7184. Benzing 947 (dort jeweils mit Anhang). Erste Ausgabe der im Mai 1521 auf der Wartburg geschriebenen und dem Reichsritter Franz von Sickingen (1481-1523) gewidmeten Schrift Luthers über die Beichte und die Verantwortung des Christenmenschen gegenüber Gott direkt - ohne Vermittler der Geistlichkeit und vor allem des Papstes. Die drei ersten Bögen A-C wurden im August, Bogen D-G dann erst im September gedruckt. Als separater Anhang erschien dann noch Der Hundertt und achtzehend Psalm in weiteren drei Bögen, die hier jedoch nicht beigegeben sind. Die Titelbordüre abgebildet bei Johannes Luther 3. - Einige Wurmlöcher und teils etwas fleckig und angeschmutzt.

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Lot 31: Luther, Martin: Eyn Urteyl d' Theologen. 1521

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Description: Luther, Martin, und Philipp Melanchthon. Eyn Urteyl d' Theologen tzu Pariß vber die lere Doctor Luthers. Eyn gegen Urteyl Doctor Luthers. Schuczrede Philippi Melanchthon widder das selb Parisisch vrteyl fur D. Luther. (Übersetung v. Martin Luther). 26 nn. Bl. 18,5 x 14,5 cm. Moderner Pappband mit RTitel. (Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg, 1521). VD 16, L 4769, M 2435 und P 770. Benzing 973. WA 8. 262 B. Beuttenmüller 127. Hartfelder 36. Erste Ausgabe, zweiter verbesserter Druck. Nachdem die theologische Fakultät der Pariser Universität, die bislang hoch angesehene wissenschaftliche Autorität der mittelalterlichen Kirche und scholastischen Theologie, nun endlich ihr Urteil über Luther, dessen Thesen sie durchweg als ketzerisch verdammte, gesprochen hatte, trat Luther ihr im Verein mit Melanchthon scharf entgegen. Melanchthon schrieb eine wissenschaftliche Verteidigung, die Luther zwar meisterlich, aber zu sanft fand. Er selbst übersetzte das Pariser Urteil ins Deutsche und kritisierte es in einem Vor- und Nachwort aufs schärfste, ja beschuldigt die Pariser Theologen ihrerseits antichristlichster Ketzerei. - Einzelne leichte Schäden im weißen Rand sauber restauriert und gereinigt, sehr gut erhalten.

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Melanchthon, Philipp: Propositiones de missa. 1521

Lot 32: Melanchthon, Philipp: Propositiones de missa. 1521

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Description: Melanchthon, Philipp. Propositiones de missa. 2 nn. Bl. 18,5 x 14 cm. Ungeheftet. (Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg), 1521.VD 16, M 4018. Corpus Reformatorum I, 477. Kuczynski 1913. Beuttenmüller 126 (ohne Auflagen-Unterscheidung). Zweite Ausgabe der 65 Artikel Philipp Melanchthons zum Ritus der evangelischen Messe. - Titel mit alten Tinteneinträgen und Wischern, im Bug gebräunt und brüchig, unten kleiner Ausbruch, einige alte Marginalien und wenige Braunfleckchen. - Sehr selten.

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Nazarei, Judas: Vom alten vnd newen Got. 2.A. Witt. 1521

Lot 33: Nazarei, Judas: Vom alten vnd newen Got. 2.A. Witt. 1521

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Description: (Nazarei, Judas, Pseud.). Vom alten vnd newen Got: Glauben: vnnd Ler. 40 Bl. (le. w.). Mit Holzschnitt-Titelbordüre und einer Metallschnitt-Initiale. 18 x 14,5 cm. Geheftet mit Papierumschlag. Wittenberg, o. Dr. und J. (Melchior Lotter, 1521). VD 16, N 308. Pegg 3227. Jackson 2184. Zweiter Druck der über ein Duzend Mal in deutscher, niederländischer, friesischer und lateinischer Sprache erschienenen Schrift über die Problematik der durch den Papst ausgeübten weltlichen Macht: "Daß die reformatorische Lehre keinen neuen Glauben aufrichten, sondern zum biblischen Grund des Glaubens zurückkehren wollte, versuchte der 1521 in Basel erschienene Traktat Vom alten vnd nüen Gott geschichtstheologisch unter Beweis zu stellen ... Im ersten Teil beschreibt Judas Nazarei die Historie als eine fortschreitende Verfallsgeschichte des alten, wahren Glaubens bei gleichzeitiger Aufrichtung stets neuer Götter, [er] nimmt schließlich einen innerkirchlichen Verfall wahr, der durch neue Institutionen und Gebräuche sowie Abweichungen vom Ursprung entstanden sei und den Papst zu einem neuen Gott erhoben habe..." (Thomas Hohenberger, Lutherische Rechtfertigungslehre in den reformatorischen Flugschriften der Jahre 1521-22, 1996, S. 227). Über den unter Pseudonym schreibenden Autor ist nicht viel bekannt. Eine Zuschreibung der Schrift an Joachim Vadian erfolgte 1896 durch Ed. Kück anlässlich der Herausgabe eines Nachdrucks. Diese wurde jedoch endgültig 1927 durch T. Schiess in der "Festgabe des Zwingli Vereins zum 70. Geburtstag seines Präsidenten Hermann Escher" (S. 66ff.) widerlegt. Die aus der Cranach-Werkstatt stammende Titelbordüre zeigt aus Akanthusranken wachsende und auf Chimären reitende Fabelwesen sowie zwei Ritter, die um einen Wappenschild mit Kreuz und Schlange stehen (abgebildet bei Johannes Luther, Tafel 11). - Titel mit radiertem Rundstempel, bräunliche Wasserränder unten im Block, sonst nur gelegentliche kleine Stockfleckchen, Bordüre etwas schwach im Abdruck und wie üblich oben leicht knapp beschnitten.

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Rhegius, Urbanus: Ain predigt Von der junckfrauwen Catharina. 1521

Lot 34: Rhegius, Urbanus: Ain predigt Von der junckfrauwen Catharina. 1521

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Description: Rhegius, Urbanus. Ain predig Von der hailigen junckfrauwen Catharina, Doctoris Vrbani Regij Thumpredigers zu Augspurg, gepredigt im M.D.XXI. Iar. 8 Bl. mit kolorierter Holzschnitt-Titelbordüre in Grün und Rot. 18,5 x 14,5 cm. Geheftet. (Augsburg, Silvan Otmar, 1521). VD 16, R 1868. Kuczynski 2226. Hohenemser 2884. Liebmann D. 31. Panzer 1132. Pegg 3465. Weller 1934. Nicht bei Knaake und Adams. Erste und einzige Ausgabe der Predigt zum Fest der Schutzpatronin der Philosophen und Theologen am 25. November, die Rhegius aufgrund der Spannungen mit dem Augsburger Domkapitel nicht mehr als aktiver Domprediger hielt, obwohl der Druck ihn noch als solchen ausweist: "Thumprediger zu Augsburg". Rhegius war Mitte des Jahres durch seine Fonleichnamspredigt gegen das Ablasswesen in Gegensatz zum Domkapitel geraten und musste gegen Ende des Jahres seine Prädikatur aufgeben. Auch in der vorliegenden Predigt sind Einflüsse Martin Luthers auf ihn anzunehmenb (siehe hierzu ausführlich Liebmann 143ff.).Die prächtige Titelbordüre ist in vier Felder unterteilt, oben Gottvater, links und rechts auf Postamenten mit Relieftafeln die nackten Adam und Eva, unten ein Medaillonporträt Kaiser Maximilians. - Die Kolorierung etwas unsauber und stümperhaft, wenn auch durchaus geistreich: so tragen Adam und Eva Halsschmuck, Eva mit einer Kettenschnur und einem roten Herzen zwischen ihren Brüsten. Titel mit zahlreichen Eintragungen in Rot und Grün und gedunkelten Flecken oben, sonst nur wenige alte Tinteneinträge. Stellenweise leicht fleckig und gebräunt.

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Lot 35: Rhegius, Urbanus: Argument dises biechleins. Augsburg 1521

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Description: Rhegius, Urbanus. Argument dises biechleins. Symon Hessus zeigt an Doctori Martino Luther vrsach, warumb die Lutherische biecher von den Coloniensern vnd Louaniensern verbrent worden sein, dann Martinus hat das begert inn einem biechlein, darinn er vrsach sagt mit. xxx. articklen im geistlichen Recht begriffen, warumb er dem Bapst seine Recht zu Wittenberg verbrennt hatt. Frag vnd antwort Symonis Hessi, vnd Martini Lutheri, newlich miteinander zu Worms gehalten, nit vnlieplich zulesen. 30 Bl. 18,5 x 14,5 cm. Geheftet. (Augsburg, Sigmund Grimm und Marx Wirsung, 1521).VD 16, ZV 13190 (nicht im Grundwerk). Goedeke II, 265, 3f. Nicht bei Knaake und Kuczynski. Eine von fünf deutschen Ausgaben, die alle 1521 erschienen waren. Leo X. hatte in der Bulle "Exsurge Dominie" 1520 den Kirchenbann angedroht und die Verbrennung seiner Schriften angeordnet, die jedoch nur in wenigen Städten vorgenommen wurde, darunter in Löwen, Lüttich, Trier und in den Bistümer Mainz und Köln. Seinerseits inszenierte Luther zusammen mit seinem Freund Melanchthon am 10. Dezember 1520, nämlich am Tage, an dem die offizielle Widerrufsfrist ablief, eine Bücherverbrennung am Elstertor zu Wittenberg, nämlich von Büchern "in denen der Zwangscharakter des kirchlichen Systems zusammengefasst erschien: die päpstliche Bannandrohungsbulle und die maßgebenden kirchlichen Rechtsbücher sowie ein verbreitetes Beichthandbuch" (Bernd Moeller). Die Bulle warf er mit den Worten ins Feuer: "Weil Du getilgt hast die Wahrheit Gottes, so tilge Dich heute der Herr. Hinein mit Dir hier ins Feuer!" In seiner Schrift setzt sich Rhegius mit der Verbrennung und der Rechtmäßigkeit derselben ebenso scharfzüngig wie humorvoll auseinander. "Das Ganze ist eine gelungene Satire auf die Kölner und Löwener Theologen nach Art der Epistolae obscurorum virorum. Indem der Verfasser Gründe gegen die verbrannten lutherischen Bücher anführt, verspottet er die römischen Ketzerrichter" (Stroehlin 900). Der folgende, 18 Seiten umfassende Dialogus nit unlustig zu lesen, newlich von Martino Luther und Simone Hesso zu Worms geschehen gehört zu den wichtigsten Werken der Dialogliteratur der Reformationszeit (vgl. Huttens Werke, ed. Böcking, IV, 601ff.). - Nur ganz vereinzelte handschriftliche Marginalien in roter Tinte, minimal gebräunt, sehr sauberes, schönes Exemplar.

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Billicanus, Theobald: Perornata eademque verissima Christophori. 1522

Lot 36: Billicanus, Theobald: Perornata eademque verissima Christophori. 1522

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Description: Billicanus, Theobald. Perornata eademqve verissima D. Christophori descriptio. 10 nn. Bl. Mit großem Titelholzschnitt von Hans Springinklee. 20 x 14,5 cm. Fadenheftung. (Nürnberg, Friedrich Peypus, 1522). VD 16, G 1567. Dodgson I, 377, 20. Passavant III, 242, 65. Kuczynski 257. Weigel 19446: "Sehr selten". Monographische Schrift über den Heiligen Christophorus des Theologen, Juristen und Reformators Theobald Billicanus (auch Diepold Gerlacher), der um 1493 in Billigheim geboren wurde und am 8. August 1554 in Marburg starb. Schon 1510 war er an der Universität von Heidelberg mit Philipp Melanchthon und Martin Bucer zusammengetroffen, denen er nach Luthers Thesenanschlag von 1517 und der folgenden Heidelberger Disputation vom 26. April 1518 nach Wittenberg folgte, wo er zum eifrigen Lutheraner wurde. 1522 ging er, der Ketzerei angeklagt, nach Nördlingen, wo er begann, das Schul- und Kirchenwesen weiter reformistisch umzugestalten, die Predigt in deutscher Sprache einzuführen, den Laienkelch zu reichen und dann 1525 eine Kirchenordnung für Nördlingen zu verfassen, die Renovatio ecclesiae Nordlingiacensis. Ganz im Sinne Luthers und der Reformatoren, lehnte er den Kult um die Heiligen ab, was er in seiner Christophorus Schrift darlegt: "Der Nördlinger Reformator Theobald Billicanus, der in einer 1522 eigens dem Christophoruskult gewidmeten Schrift die herkömmliche, die Gnadenmittel herbeibittende Rolle des Bildes als 'lächerlich' einstuft, läßt den Heiligen ebenfalls noch als Sinnbild des Christen gelten und faßt die Größe des Riesen nicht als reale, sondern als geistliche auf: Ein Christ sei von gigantischem Körper und das nicht äußerlich, sondern innnerlich" (Horst Fuhrmann, Überall ist Mittelalter, 2003, S. 221f.).Der prachtvolle Holzschnitt von Hans Springinklee (monogrammiert "HSK" an der Säule unten rechts; nicht bei Bartsch) zeigt die mächtige Figur des Heiligen Christophorus in Zierrüstung mit wehendem Mantel wie er den Jordan überschreitet und sich an einem gewaltigen Baumstab festhält, um nicht von der Last des nackten Jesusknaben erdrückt zu werden, der sein rechtes Füßchen auf die Erdkugel mit Kreuz gestallt hat und in der Linken ein Schwert schwingt. Eingeschrieben in eine Triumphbogenarchitektur sieht man im Hintergrund die Gebirge des Golan und den reißenden Fluss säumende Bäume. - Sehr sauberes, durchgehend wohlerhaltenes, schönes Exemplar mit dem Holzschnitt in gutem, kontrastreichen und meist sehr scharfen Abdruck.

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Lot 37: Karlstadt von Bodenstein, Andreas: Das die Priester Eeweyber nemen mögen. 1522

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Description: (Bodenstein von Karlstadt, Andreas). Das die Priester Eeweyber nemen moegen vnd sollen. Beschutz red, des würdigen herren Bartolomei Bernhardi, probsts zu Camberg, so von bischoff von Meydburg gefordert, antwurt zu geben, das er in priesterlichem standt, eyn iungkfrauw zu der Ee genommen hatt. 8 nn. Bl. 18 x 14 cm. Geheftet. Straßburg, Erben Reinhard Beck d. Ä., 1522. VD 16, B 6106. Eine von vier Ausgaben ähnlichen Titels der Übersetzung durch Melius Johannes Eleutherius von Karlstadts berühmter, 1521 erschienener Schrift Contra papisticas leges sacerdotibus prohibentes matrimonium, apologia pastoris Cembergensis, qui nuper, suae Ecclesiae consensu, uxorem duxit. Auch als Schutzrede (vgl. Katalog 38) oder Apologia pro M. Bartholomeo Preosito Kembergensi erschienen, beschäftigt sich Karlstadt darin mit der Heirat des Kemberger Bartholomäus Bernhardi (1487-1551) aus Schlins in Vorarlberg, der als Priester eine "Jungfrau" geehelicht hatte und damit das Zölibat brach. Der Untertitel der Schrift lautet auf A1verso: "Beschütz büchlin für den würdigen Herren Bartolomeum Bernhardi, Propst zu Camberg, so im priester stand, ein iungkfraw zu d'Ee genommen". Am Schluss: "Gedruckt zu Arips, und durch Melium Joannem Eleutherium, zu eren dem würdigen Herren Probst zu Camberg, und beschirmung der christlichen warheit verdeütscht, Anno M.D.XXII". - Titel mit kleinem zeitgenössischen Eintrag, sonst nur kaum fleckig.

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Lot 38: Karlstadt, Andreas Bodenstein von : Schutzrede vor Mag. Bartholomeo. Erfurt 1522

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Description: (Bodenstein von Karlstadt, Andreas). Schutzrede vor Magister Bartholomeo Probst zu Kemmerig der ein eehweib so er priester ist genummen hat. 8 nn. Bl. 18 x 14 cm. Geheftet. (Erfurt, Matthes Maler, 1522). VD 16, B 6104. Knaake 592. Hase 486. Höchst seltene Verteidigungsrede für die Priesterehe mit einer Vorrede des Erfurter Augustiner-Priors und Lutherfreundes Johann Lange (1487-1548). Karlstadt hatte seine Schrift Contra papisticas leges sacerdotibus prohibentes matrimonium, apologia pastoris Cembergensis, qui nuper, suae Ecclesiae consensu, uxorem duxit schon 1521 in lateinischer Sprache veröffentlicht. Sie ist der erste Meilenstein im Zölibatstreit. Anlass war die Heirat des Kemberger Bartholomäus Bernhardi (1487-1551) aus Schlins in Vorarlberg, der damit der erste verheiratete christliche Priester war. Wegen seiner Schutzhaft auf der Wartburg konnte Luther an der ersten Verehelichung des Priesters seinem großen Bedauern nicht teilnehmen. Er gratulierte ihm aber in gewohnt deftiger Weise von seinem Refugium und schrieb: "dass er den neuen Ehemann bewundere, der in dieser stürmischen Zeit nichts fürchte und dazu so sich beeilt habe. Gott wolle ihn leiten und geben, dass er in dem sauren Salat, den er sich damit angerichtet habe, doch auch einige Süßigkeiten verspüren möge." Zu seiner Rechtfertigung hatte Bernhardi dem Erzbischof eine Verteidigungsschrift mit dem Titel Apologia pro M. Bartholomaeo praeposito, qui uxorem in sacerdotio duxit gesandt, die in mehreren lateinischen und deutschen Ausgaben in Erfurt und Wittenberg 1521 und 1522 erschien. Da sich der Erzbischof mit dieser Rechtfertigungs- und Verteidigungsschrift nicht zufrieden gab, wandte sich Bernhardi an seinen Landesherrn, den Kurfürsten von Sachsen, der seinen Prediger schützte und nicht auslieferte. Karlstadt, der Luther 1512 promoviert hatte, wandte sich zunächst gegen seinen Schüler und wollte ihn aus Augustinus widerlegen, kam aber durch das Studium der Schriften Augustinus' zu der Erkenntnis, dass Luthers Schüler Bartholomäus Bernhardi, der am 7. September 1516 die ockhamistische Lehre, dass der Mensch aus eigener Vernunft und Kraft die Gebote Gottes erfüllen könne, bestritten hatte, doch recht habe, und trat nun selber am 26.04.1517 mit 151 Disputationsthesen "de natura, lege et gratia" öffentlich für die neue Lehre ein (Heinz Starchl). - Kaum fleckiges, sauberes und wohlerhaltenes Exemplar.

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Cronberg, Hartmut von: Drey Christliche schrift. Wittenberg 1522

Lot 39: Cronberg, Hartmut von: Drey Christliche schrift. Wittenberg 1522

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Description: Cronenberg, Hartmut von. Drey Christliche schrifft. Die erst an Bapst Leo des namens den tzehenden. Die ander an die einwoner tzu Cronenberg. Die dritte an die Bettelorden. Die vierd an Jacoben Kobeln. 16 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 18 x 14 cm. Geheftet. Wittenberg, (Melchior Lotter d. J., 1522). VD 16, C 5924. Hohenemser 1873. Kuczynski 536. Weller 2016. Nicht bei Knaake. Erste Ausgabe der Variante (mit der Signatur auf Blatt A3, vgl. dazu Kück IV, 1). "Die hier vereinigten Sendbriefe sind ausführlich beschrieben bei W. Bogler. Hartmuth von Kronberg, Halle 1897, S. 25-28. Den Papstbrief kann man dabei als den 'Höhepunkt der eigentlich polemischen Schriften Hartmuths bezeichnen - gleich scharfe Worte findet er kaum jemals wider' (Bogler). Im zweiten ... fällt auf, das Cronberg hier noch an den 'Ceremonien odder kirchen gebrengk, so fer die tzymmilich geschehen' (Bl. 4recto) festhalten will ... Der dritte Brief über den Bettelorden galt früher als Schrift Luthers und findet sich entsprechend auch in den Jenaer und Wittenberger Ausgaben. (Noch Seckendorf ist sich über den wahren Sachverhalt im Unklaren). Tatsächlich hatte Luther (wohl im Gedanken an eine Veröffentlichung) auf der Wartburg eine korrigierende Abschrift genommen. Der vierte Teil (ein bloßes Begleitschreiben zum zweiten) scheint erst nachträglich aufgenommen worden zu sein, woraus sich der Widerspruch in den Titelangaben erklären ließe" (Gose in: Edelmann, Kat. 75, Ref. Nr. 62). "Hartmut von Cronberg, der treue Kampfgefährte Franz von Sickingens, verfocht in mehreren Flugschriften die Sache Luthers. Im Gegensatz zu Hutten blieb er unbeeinflußt vom Humanismus und vertrat einen strengen, fast puritanisch anmutenden Biblizismus, so dass ihn Ranke als den ersten, im Sinne einer späteren Zeit frommen, vollkommen überzeugten Lutheraner würdigen konnte" (NDB III, 422). - Die hübsche Titelbordüre stammt von Cranach und ist in Clair-obscur-Technik gearbeitet. Sie zeigt aus Akanthusranken wachsende und auf Chimären reitende Fabelwesen sowie zwei Ritter, die um einen Wappenschild mit Kreuz und Schlange stehen (abgebildet bei Johannes Luther, Tafel 11 sowie Koepplin-Falk 212, Abb. 175). - Die Bordüre unten etwas knapp beschnitten (kein Bildverlust) und nicht mehr ganz klar im Abdruck, wenige Fleckchen, etwas gebräunt, insgesamt gutes Exemplar.

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Lot 40: Güttel, Kaspar: Dialogus oder gesprechbüchleyn. 1523

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Description: Güttel, Kaspar. Dialogus oder Gesprechbüchleyn wie Christlich vnd Euangelisch zu leben, nach dem vnd lustig, Auch in hayliger schrifftgegrundt fast nutzlich. 48 nn. Bl. 19,5 x 14,5 cm. Pappband um 1900 (Kaptiale lädiert, berieben). (Augsburg, Heinrich Steiner und Philipp Ulhart d. Ä.), 1522. VD 16, G 3980. Schottenloher, Ulhart, Anhang 7. Interessanter Dialog zwischen einem Schüler, seinem Meister und einem Drescher über die in allen Ständen herrschende Verwilderung der Sitten. Mehrfach sind Reime in den Text eingefügt. Der aus München stammende Kaspar Güttel (1471-1542) gehört zu den ältesten Freunden Martin Luthers. Er trat 1498 in den Augustinerorden ein und wurde von Staupitz 1516 nach Thüringen berufen, um dort ein Augustinerkloster zu gründen. 1517 erwarb er in Leipzig den Doktortitel der Theologie, wandte sich aber bald der evangelischen Lehre zu und wirkte als Reformator bis er auf dem Heidelberger Konvent zum Prior in Eisleben erwählt wurde. Auch in den schweren Zeiten trat er mit seinen Predigten vehement für Luther und dessen Lehre ein. Als der Konvent in Eisleben im Jahre 1523 aufgelöst wurde, blieb Güttel in dieser Stadt und setzte seine Tätigkeit als Prediger der Hauptkirche fort. Viele seiner Predigten erschienen im Druck - zumeist in Zwickau, aber auch in anderen evangelischen Orten, wie eben etwa in Augsburg. Stets spielt in seinen Predigten die christliche, an der Bibel orientierte Moral eine zentrale Rolle, auch in seinen Augen "kirchliche Missbräuche" der Katholiken wie etwa die Heiligenverehrung , vor allem auch Marienkult, den er früher selbst befürwortet hatte, bekämpfte er nun vehement. Kaspar Güttel ist es vor allem zu verdanken, dass die Reformation in Luthers Geburts- wie Sterbeort Eisleben wie in der gesamten Grafschaft Mansfeld eingeführt und dauerhaft befestigt wurde. - Einzelne zeitgenössische Marginalien und Anstreichungen, Jahreszahl auf dem Titel von "1522" auf "1523" handschriftlich geändert, Ränder leicht gebräunt, sonst sehr gut erhalten.

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Korn, Gallus: Eyn handlung Prediger Munch Nurmberg. 1522

Lot 41: Korn, Gallus: Eyn handlung Prediger Munch Nurmberg. 1522

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Description: (Korn, Gallus). Eyn handlung wie es eynem Prediger Munch czu Nurmberg mit seynen Ordens brudern von wegen der Euangelischen warheyt gangen ist. 4 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 18,5 x 14,5 cm. Geheftet. (Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg), 1522.VD 16, K 2132. Vierte und letzte Ausgabe der Predigt des Dominikaner Mönchs Gallus Korn über die Wahrheit des Evangeliums. Luther hatte den eifrigen Reformer Korn geschätzt und ihn gefördert: "Aus einem Brief an Georg Spalatin vom August 1522 geht hervor, dass Luther ein nicht mehr ermittelbares decretum generale de licentia exeundi & reliquende Monastice der Kartäuser sowie die Rechtfertigungsschrift des reformatorischen Nürnberger Dominikaners Gallus Korn gelesen und zur Herausgabe empfohlen hatte" (Holger Flachmann, Martin Luther und das Buch, 1996, S. 46). Die hübsche Titelbordüre (Johannes Luther Tafel 3) stammt von Lucas Cranach (Zimmermann 85) und zeigt oben das sächsische, unten das Wittenberger Wappen, links einen Mann mit Rosenkranz, rechts einen aus einer Flasche trinkenden Mann, von Bienen umschwärmt (vgl. Katalog 28). - Minimal braunfleckig, letzte Seite mit angesetzter fehlender Ecke unten (nur im weißen Rand). - Seltener Druck.

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Luther, Martin: De abroganda missa privata. Straßburg 1522

Lot 42: Luther, Martin: De abroganda missa privata. Straßburg 1522

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Description: Luther, Martin De abrogando missa privata sententia. 44 nn. Bl. (le. w.). Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 21 x 15 cm. Pappband um 1880 mit Kibitzpapierbezug (beschabt und bestoßen) und goldgeprägtem RSchild. (Straßburg, Ulrich Morhart d. Ä.,1522).Benzing 998. VD 16, L 3617. Vgl. Drommer 262. Zweite Ausgabe, die erste war Anfang 1522 bei Melchior Lotter d. J. in Wittenberg erschienen. Es handelt sich um eine der wichtigsten Schriften des Reformators überhaupt. Luther richtet sich gegen die Messe in der bisher üblichen katholischen Form, indem er wesentliche Neuerungen einbringt und erklärt, dass jeder Christ das Amt und die Aufgaben des Priesters wahrnehmen, vor allem das Volk lehren und für es beten könne (WA VIII, 422, 35ff.). Als Beleg führt Luther dafür ein Wort Christi an: "Wer euch hört, der hört mich" (Lukas 10,16) ebenso wie den Wiederholungsbefehl, den Jesus bei der Einsetzung des letzten Abendmahls gesprochen hat, indem er sich eben nicht nur an den Kreis der Jünger, sondern an die gesamte Christenheit wendet: "aliud nihil est quam praedicare verbum" (siehe Lukas 22,19). Scharf wendet er sich auch gegen das Papsttum und das Priesterzölibat. Die Schrift war im Herbst 1521 auf der Wartburg entstanden und ist seinen Brüdern des Augustiner Ordens in Wittenberg gewidmet: "Fratribus suis augustinienses" Insgesamt waren nur vier Drucke erschienen. Bei der prachtvollen Titeleinfassung handelt es sich um die berühmte so genannte "Indianerbordüre" wohl eines Basler Künstlers, die zahlreiche wilde mit Masken und Federschmuck, auf Elefanten und Kamelen reitend, Zauberstäbe und exotische Vasen haltend etc. Die Bordüre ist unten rechts "1519" datiert (nicht bei Johannes Luther; vgl. auch Katalognummer 95). - Titel verso mit Stempel und Ausscheide-Stempel, ganz wenige saubere Tintenunterstreichungen, gelegentlich etwas gebräuntes, sehr schönes Exemplar mit der Bordüre in kräfigtem, gratigen und sehr guten Abdruck.

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Luther, Martin: Epistel odder unterricht. 3. A. Erfurt 1522

Lot 43: Luther, Martin: Epistel odder unterricht. 3. A. Erfurt 1522

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Description: Luther, Martin. Epistel odder vntterricht von den heyligen, an die kirch tzu Erffurdt ynn gott verßamlet. 4 nn. (le. w.). Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 20 x 14 cm. Inkunabelpapierumschlag. (Erfurt, Matthes Maler, 1522). VD 16, L 4573. Benzing 1215. Pegg 2196. WA X/2, 160. Dritte Auflage, die erste Erfurter. Luther sandte diesen Brief 1522 an seinen Freund Lang in Erfurt mit der Vollmacht, ihn auch in Druck zu geben, falls er ihm dazu geeignet erschiene. "Schon am 28. März 1522 hatte Luther in einem Briefe an Johannes Lange die Absicht ausgesprochen, einmal, wenn er Zeit fände, einen Brief ad Erphordiensem ecclesiam zu schreiben ... diesmal war es ihm von Wert, an eine ganze Kirchgemeinde 'in Gott versammelt' sich zu wenden ... Daß er bei seiner Klage über diejenigen, welche Ursach zum Aufruhr geben, und über die 'ehrgeizigen Sonderlinge', welche meinen, sie wären nicht recht Prediger, wo sie nicht über die schlichte Einfalt der Predigt von Christo hinaus gingen, auch einige seiner Erfurter Anhänger treffen wollte, ist deutlich herauszulesen. Die Mahnung, nichts im Gutdünkel anzufangen, sondern betend alles Gott anheimzustellen, klingt an die Ausführungen in den acht Sermonen und 'von beider Gestalt des Sacraments' an; von dem Schonen der Schwachen wird auch hier mit sittlichem Ernste geredet. Die Verehrung der Heiligen sei nicht notwendig für einen, der allein an Christo hänge; wiederum sei aber der Schwachen zu schonen, daß sie allmählich auch zu Christo geführt würden" (WA). Die hübsche Titelbordüre, bei der zwei geflügelte und im Bauernwams gekleidete, auf den Postamenten einer Rundbogenarkade stehenden Putten das Schild mit dem Titel präsentieren, ist unten mit "FB" monogrammiert und trägt auf dem linken Sockel die in der Platte korrigierte Jahreszahl "1521" (abgebildet bei Johannes Luther, Tafel 67a). - Einige kleine Wurmlöcher, sonst frisch und fleckenlos.

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Luther, Martin: Eyn Sermon von dem unrechten Mammon. 1522

Lot 44: Luther, Martin: Eyn Sermon von dem unrechten Mammon. 1522

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Description: Luther, Martin. Eyn Sermon von dem vnrechten Mammon Luce xvi. 8 nn. Bl. 20 x 14,5 cm. Ungebunden. (Erfurt, Wolfgang Stürmer), 1522.VD 16, L 6068. Benzing 1432 (Setzfehler "Lutter"). Fünfte, zugleich erste und einzige Erfurter Ausgabe der mindestens ein Duzend Male gedruckten Predigt, die auch ins Französische und Lateinische übersetzt wurde (vgl. Benzing 1441f. und 1194). Luther greift hier eine Thematik seiner früheren Schriften wieder auf, in denen er seine Ansichten gegen Wucher und überflüssigen Reichtum bekundet anhand des bei Lukas 16,1-9 erzählten Gleichnisses vom ungerechten Haushalter (vgl. Roscher, National-Ökonomik 54ff): "das alle yn der glaube frum und gottis freunde mache ... Das alle werck sollen und mussen frey umbsonst geschehen ... Das nicht die heyligen szondern alleyn got yn die ewigen hutten nympt und lohn gibt". - Kaum ins Gewicht fallende winzige Randschäden, durchgehend gleichmäßig etwas gebräunt, schönes Exemplar des seltenen Erfurter Drucks von Wolfgang Stürmer.

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Oecolampadius, Johannes: Ain schöne Epistel Meß in teutsch. EA 1522

Lot 45: Oecolampadius, Johannes: Ain schöne Epistel Meß in teutsch. EA 1522

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Description: Oecolampadius, Johannes. Ain schoene Epistel an Caspar Hedion, das es zymlich, nutz, vnn gut sey, das die Epistel vnd das Euangelium in dem ampt der Meß, in teütscher sprach, dem volck vorgelesen vnd verkündet wird durch Johannen Diepolt zu Vlm verteütscht. 14 nn. Bl. 18,5 x 14 cm. Geheftet. (Augsburg, Heinrich Steiner, 1522).VD 16, O 387. Kuczynski 2061. Staehelin 67. Erster Druck der ersten deutschen Ausgabe, kenntlich an der Trennung "Epi-stel" statt "Ep-istel". Die "Deutsche Messe" wurde von Martin Luther im Jahre 1526 herausgegeben. Aber auch vorher gab es immer wieder Versuche, die Abendmahlsgottesdienste in deutscher Sprache zu feiern. Der Baseler Reformator Johannes Hussgen, genannt Oecolampadius (1482-1531) war einer der ersten, der in seinem Schreiben an den Straßburger Historiker und Theologen Kaspar Hedio (1494-1552) seine Forderung nach der Messe in Deutsch niederschreibt, wobei ihn der Freund um eine Stellungnahme gebeten hatte: "Sy sagten, du lesest und sagtest allain in teütsch die epistel und das Evangelium. die still meß, wird von dir nit verstanden oder gehört, oder mit kurzten wortten verricht ... Darumb bit ich dich durch Christum ... das du mich, auff das beidest durch ain Epistel berichtest ..."Auch Karlstadt von Bodenstein, Martin Bucer, Johann Schwebel hatten schon ähnliche Forderungen gestellt, wobei aber oft nur einzelne Teile des Gottesdienstes in die deutsche Sprache übersetzt wurden. Erst Luther führt dann eine gültige deutsche Messordnung ein, indem einige Umstellungen vornimmt, einige Passagen der katholischen Messfeier - wie das Gloria in excelsis und Halleluja weglässt und neue Melodien für den liturgischen Gesang bringt.Verfasst hat Oecolampadius seine Schrift "zu Ebernburg, im Brachmonat" (am Schluss), also auf der Burg des Reichsritters Franz von Sickingen, der ihn als Kaplan einsetzte, nachdem er das Kloster Altomünster wegen seiner reformatorischen Schriften, die auf den Streit mit Johannes Eck folgten, verlassen musste. - Sehr schönes Exemplar, nur ganz leicht gebräunt.

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Lot 46: Rhegius, Urbanus: Anzaygung das die Roemisch Bull. 1522

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Description: Rhegius, Urbanus. Anzaygung das die Roemisch Bull mercklichen schaden in gewissin manicher menschen gebracht hab, vnd nit Doctor Luthers leer, durch Henricum Phoeniceum von Roschach. 16 (statt 28) nn. Bl. 18 x 14,5 cm. Geheftet. (Straßburg, Johann Prüß d. J., 1522.). VD 16, R 1726. Zweite Ausgabe der unter dem Pseudonym Henricus Phoeniceus von Roschach erschienenen Schrift, in der Rhegius an sein Argumentum libelli Simon Hessus Luthero ostendit causas von 1521 anknüpft (siehe Katalog-Nummer 35): "Charakteristisch für den Fortschritt, den Rhegius hier gemacht hat, ist es, dass er denselben Zweck wie in seiner vorigen Schrift, nämlich Luther zu verteidigen, hier auf ganz anderem Wege zu erreichen sucht. Zwar ist die Schrift ebenfalls unter einem Pseudonym erschienen, der Verfasser nennt sich Phoeniceus von Rosebach ... Nun trieb Urbanus wohl seine Überzeugung für den gebannten Luther einzutreten gegenüber einer Verurteilung, deren Härte auch ein Erasmus anerkannte (vgl. Epistolae S. 53 "Res odiosius agi vix potuit"). Aber mit seiner Person dem Reformator zur Seite zu treten, auch für seine Person den Bruch mit der Kirche zu vollziehen, dazu konnte sich Rhegius noch nicht entschließen. Seine Schriften aus dieser Zeit lassen erkennen, was ihn daran hinderte: er hatte noch immer die Hoffnung, dass die hochnotwendige Besserung der kirchlichen Verhältnisse sich ohne einen offenen Bruch mit den in der Kirche herrschenden Gewalten werde vollziehen lassen). So findet sich denn auch nirgends in der vorliegenden Schrift eine Stelle, an der er das Verfahren Luthers mit der Bannbulle zu rechtfertigen versuchte.Im Übrigen aber beschränkt sich Rhegius nicht mehr wie in der früheren Schrift darauf, durch negative Ausführungen für Luther einzutreten, wie das der Titel der Schrift erwarten lassen könnte; sondern der größte Teil der Schrift dient dazu, die Sätze Luthers, dem man fälschlich viel zuschreibt, "das er nit redt oder nit also redt" (vgl. Titelblatt), unverfälscht darzulegen und eingehend zu rechtfertigen" (Otto Seitz, Die theologische Entwickelung des Urbanus Rhegius: Speziell sein Verhältnis zu Luther, 1898). - Es fehlen am Schluss drei Lagen mit 12 Blättern. Titelblatt mit hinterlegten Randausbrüchen, teils stärker fleckig und teils hinterlegten Randläsuren.

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Sermon Von der Anbeetung, Ain: Augsburg, Melchior Ramminger, 1522

Lot 47: Sermon Von der Anbeetung, Ain: Augsburg, Melchior Ramminger, 1522

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Description: Ain Sermon Von der Anbeetung. oder Eerpietung, Gelübt, Opfferung der hayligen, geprediget, von aim Carmelit, auß der götlichen hailigen geschrifft. 4 nn. Bl. Mit 5-teiliger Holzschnitt-Titelbordüre. 20 x 14,5 cm. Moderner Kleisterpapierumschlag (mit Klebeschildern). (Augsburg, Melchior Ramminger), 1522.VD 16, S 6043. Köhler 4195. Pegg 484. Panzer II, 1521. Einzige Ausgabe der seltenen reformatorischen Schrift, deren Verfasser bis heute nicht ermittelt ist. "In Herrn Zapfs Sammlung. Wer dieser Carmelit gewesen seyn möchte, ist unbekannt" (Panzer).Besonders hübsch ist die fünfteilige Titelbordüre: in den beiden Flankenleisten sind Renaissance-Grotesken mit Trommel, Becken und einer nackten weiblichen Figur sowie einem Kopf zu sehen - und unten sind zwei reizende Platten mit den beiden Erzaposteln Petrus und Paulus eingefügt. Petrus steht vor einer massiven, sicher aus Felsquadern geschichteten Mauer und hält das Buch und einen gewaltigen Schlüssel in Händen, Paulus mit seinem Schwert vor einem kostbaren Vorhang mit Bändern und Fransen. Jeweils im Hintergrund Ausblicke auf Hügellandschaften mit Städten. - Blatt 1 im Falz verstärkt, sonst gut erhaltenes, kaum fleckiges Exemplar aus der Fürstlichen Bibliothek Donaueschingen mit deren Stempel auf Titelrückseite.

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Turcken puechlein: Ein Nutzlich Gesprech. 1522

Lot 48: Turcken puechlein: Ein Nutzlich Gesprech. 1522

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Description: Turcken puechlein. Ein Nutzlich Gesprech, oder vnderrede etlicher personen, zu besserung Christlicher ordenung vnd lebens, gedichtet. Jn die schweren leüff dieser vnser zeyt dienstlich. 28 nn. Mit 11zeiliger Holzschnitt-Initiale. Bl. 20 x 14,5 cm. Fadengeheftet. (Basel, Valentin Curio, 1522). VD 16, T 2234. Göllner 172. Maltzahn I, 171, Weller 2286. Heyse 263. Apponyi III, 1643. Riant 3521. Kertbeny 161. Panzer 1574. Hubay 47. Ballagi 261. Erste Ausgabe der zur Dialogliteratur der Reformationszeit gehörigen Schrift, die eine Anleitung zum christlichen moralischen Wohlverhalten als notwendige Grundlage der Abwehr der Türkengefahr gibt:Das Türcken puechlin bin ich frey genantUnd beger den Cristen werden bekannt.Domit Sy sich zu besserung kerenUnd dester bas des Türcken erweren.Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im Jahre 1453 waren die Türken weiter auf dem Balkan vorgedrungen, hatten die Territorien bis hinauf nach Ungarn unterworfen, von wo aus sie das Habsburgerreich massiv bedrohten - bis es 1529 zur Belagerung Wiens kommen sollte. Neben den innereuropäischen Problemen, wie der Spaltung der Konfessionen oder der Feindschaft mit Frankreich oblag es dem Kaiser Karl V. sein Habsburgerreich, das Heiliges Römisches Reich deutscher Nation und damit im Grunde das Christentums selbst gegen den Islam zu verteidigen. Karl war also auf die Unterstützung der protestantischen Fürsten und Städte angewiesen, denen er im Gegenzug immer wieder weit reichende Zugeständnisse machen musste. Auch wenn er gegen die Reformatoren nicht so hart vorging, wie er den katholischen Glauben als einzigen rechtmäßigen Glauben ansah, wurde sein Handeln in dieser Zwangssituation oftmals von Kompromissen und einer milderen Gangart gegenüber den Reformern bestimmt, was sicherlich einer der entscheidenden Gründe für die zügige Etablierung des neuen Glaubens und Luthers Erfolg war. "In Form eines Gesprächs zwischen einem Einsiedler, einem Ungarn, einem Türken und einem Zigeuner werden hier die politischen Verhältnisse und die ganze Zeitlage, die abzustellenden Missbräuche, die notwendige Besserung der Sitten und die erforderlichen Maßnahmen erörtert. Der Einsiedler will vor allem dem deutschen Volk das Gewissen schärfen, der Ungar politisiert, während der Türke in dem mit Satire geführten Dialog mit schadenfreudiger Genugtuung von den sozialen Mängeln und politischen Fehlern in Ungarn und Europa spricht, die den Türken die Siege leicht machen, 'die weil wir beide wissen, daz in den landen unsers Keysers meer nach gunst der gewaltigen und weniger nach gleich und rechter billigkeit geurteylt würdet'. Auch dem Papst und der Geistlichkeit werden die Sünden vorgehalten: 'Aber der geytz und zeytliche ere hat jre der lestern Bäpste Conscientz, gewissen und vernunnft hochlich überwunden, dadurch wir yetzo werlasz und dem Römischen Reich etwas ungehorsamb befunden werden.' Diese Fehler sind: die Faulheit des Adels, die Armut aus bösem Regiment des ungarischen Königs, das lasterhafte Leben der Geistlichkeit, Sittenverderbnis, die Uneinigkeit der Ungarn, der Hispanier, Engländer und Franzosen böse Art, sowie der Hochmut der Päpste" (Göllner). Das anonyme Turcken Puechlein war außerordentlich erfolgreich und ist in mindestens acht Drucken bekannt, die alle außergewöhnlich selten sind (unsere Ausgabe nur in vier deutschen Bibliotheken nachgewiesen: München, Wolfenbüttel, Wittenberg und Mainz). Die hübsche Initiale "A" mit drei musizierenden Engeln. - Gebräunt und mit leichten Braunschatten.

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Zwingli, Ulrich: Ain goetliche ermanung an die Ersamen. EA 1522

Lot 49: Zwingli, Ulrich: Ain goetliche ermanung an die Ersamen. EA 1522

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Description: Zwingli, Ulrich. Ain goetliche ermanung an die Ersamen Weisen Erenuesten, eltisten Aydgnossen zu Schweytz das sy sich vor frembden herren hüten vnd entladen. 10 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und roter Kapitalstrichelung. 18 x 14 cm. Geheftet. (Augsburg, Jörg Nadler), 1522.VD 16, Z 853. Finsler 2e. Panzer, DA, 1499. Pegg, Swiss libraries, 5526. Erste Ausgabe der zweiten Veröffentlichung Ulrich Zwinglis (1484-1531), seiner ersten großen politischen Programmschrift gegen das Söldnertum, das "Reislaufen" und die Bindung an "Fremde", gipfelnd in der berühmten Schlusssentenz "Hüt dich Schweytz vor frembden herren, Sy brechten dich zu uneeren." Das Pensionenwesen als die wirtschaftliche Seite des Reislaufs war eine der wichtigsten Kritikpunkte Zwinglis und gehörte damit zu den wesentlichen Auslöser für seine Reformation: "Jetzt begann Zwingli auch als politischer Volksschriftsteller ebenso epochemachend zu wirken. Die Teilnahme an den italienischen Feldzügen hatte ihn längst gegen das Reislaufen der Schweizer Söldner aufgebracht. Sein Fortschreiten im kirchlichen Kampf spornte ihn zu einem größeren Wurf auch auf diesem Gebiete, zur Ein göttlich Vermanung an die Ersamen Weisen Eidgenossen zu Schweytz (Mai 1522) an". - Titel mit alter Tintenunterstreichung des Autors, untere rechte Ecke mit Wasserrand, winzige Randläsuren, sonst gutes, sauberes Exemplar.

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Zwingli, Ulrich: Von erkiesen und freyheit der speisen. 1522

Lot 50: Zwingli, Ulrich: Von erkiesen und freyheit der speisen. 1522

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Description: Zwingli, Ulrich. Von erkiesen vnd freyheit der speisen. Von ergernüsz vnd ver-boeserung. Ob man gewalt hab die speyßen zu etlichen zeiten verbieten. 26 nn. Bl. 17,5 x 14 cm. Ältere Marmorpapierstreifenheftung. (Basel, Adam Petri, 1522). VD 16, Z 924. Kuczinsky 2889. Vgl. Knaake III, 1132. Finsler 1e. Usteri 1b. Weller 2311. Pegg 4012. Hohenemser 2943. Zweite Ausgabe von insgesamt fünf im selben Jahr - und einziger Druck bei Adam Petri in Basel. Die erste Reformationsschrift Ulrich Zwinglis, in der er sich gegen die kirchlichen Fastengbote und alles äußere Zeremonienwesen richtet: "Seine erste reformatorische Schrift. Sie offenbart aus seinem Munde die Absichten und Anschauungen, welche er bis dahin als Prediger vertreten hatte, und die Missstimmung des Züricher Volkes über verschiedene mit den neuen Lehren nicht mehr verträgliche Gebräuche und Lasten. Vor allem bekundete hier zuerst Zwingli seine von Luther unabhängige Eigenart" (Wolf, Quellenkunde, II, 1, S. 311). - Autorname auf Titel unterstrichen, unterer Rand mit blasser Wasserspur, sonst sehr gut erhalten und frisch.

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Lot 51: Blarer, Ambrosius: Warhafft verantwortnng. Augsburg 1523

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Description: Blarer, Ambrosius. Warhafft verantwortnng an aynen ersamen weysen Rat zu Costentz anzaygend warumb er auß dem kloster gewichen vnd mit was geding er sich widerumb hynein begeben woel. Von Luterischer maysterloszkait. 19 nn. Bl. 18 x 14 cm. Geheftet. (Augsburg, Sigmund Grimm), 1523. VD 16, B 5700. Kuczinsky 263. Knaake 106. Panzer II, 1822. Rechtfertigungsschrift des Theologen, Kirchenliederdichters und Reformators Ambrosius Blarer (Blaurer; 1492-1564) über seinen Austritt aus dem Kloster, dem er das Motto "Erger dich nit ab meiner that / Die christlich grund und ursach hat" auf den Titel setzt. Blarer "entfaltete zeitweilig eine rege literarische Tätigkeit. Seinen Austritt aus dem Kloster rechtfertigte in Wahrhafte Verantwortung an einen ehrsamen weisen Rath zu Konstanz (1523), einer Schrift von hohem autobiographischen Wert, welche vor dem Konstanzer Rat verlesen wurde und für die dortige Reformation Bedeutung gewann" (Wolf, Quellenkunde, S. 12, § 94). - Autor auf Titel unterstrichen, kaum sichtbar fingerfleckiges, gutes Exemplar.

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