(1876 Borna bei Leipzig - 1953 Berlin) "Speerwerfer". Originaltitel Bronze, dunkel patiniert, 1912. Sign. "Bildhauer K. Möbius Berlin Friedenau"; Gießer-Inschrift "Guss v. Heinze-Barth Berlin". Abnehmbarer Speer, in mehreren Teilen gegossen. Der gesamte Guss erfolgte wahrscheinlich noch 1914 (vor 1921). Der "Speerwerfer" von Karl Möbius gehört zu den bekanntesten Werken des Bildhauers. Die monumentale, annähernd lebensgroße Plastik zeigt einen auf einer flachen, rechteckigen Plinthe stehenden Athleten kurz bzw. im Moment des Abwurfs voll spannugsreicher Dynamik. Die erste Version des "Speerwerfers" zeigte er auf der Großen Berliner Kunstausstellung im Jahr 1912. Dort präsentierte er zunächst das Gipsmodell zu der Figur des "Speerwerfers" (Kat-Nr. 885). Im Folgejahr 1913 war er mit einem ersten Bronzeguss des "Speerwerfers" in der XI. Internationalen Kunstausstellung im Königlichen Glaspalast in München vertreten (Kat.-Nr. 2124) und 1913 in der Großen Berliner Kunstausstellung (Kat.-Nr. 742), wo er in Berlin hierfür mit der Staatsmedaille ausgezeichnet wurde (1914 war der "Speerwerfer" nochmals in der Großen Berliner Kunstausstellung, Kat.-Nr. 3028). Nach dem I. Weltkrieg beschickte Möbius mit dem "Speerwerfer" 1919 auch die "Juryfreie Ausstellung ehemals feldgrauer Künstler" in der Akademie der Künste in Berlin. Bei dem vorliegenden Exemplar handelt es sich wahrscheinlich um dasjenige, das 1921 erstmals im Volkspark Wilmersdorf aufgestellt wurde und von dem man bisher glaubte, dass es 1944 während des II. Weltkrieges für Rüstungszwecke eingeschmolzen worden sei. Ein weiteres großes Exemplar steht seit 1931 im ehemaligen Dr.-Hans-Hess-Stadion (Allianzstadion) in Berlin-Mariendorf (noch im Original vor Ort). In den 1920er Jahren wurden durch die Gießererei Heinze & Barth auch Reduktionen, also verkleinerte Versionen des "Speerwerfers", in drei Größen (36-38 cm, 60 cm und 80 cm) ausgeführt, deren Plinthen jedoch gebogt-gerundete Schmalseiten erhielten. 1954 ersetzte man den in den Kriegs- und Nachkriegswirren verschollenen Wilmerdorfer "Speerwerfer" durch einen Nachguss, der (vermutlich nach dem originalen Gussmodell) in der Berliner Gießerei W. Geisler ausgeführt wurde. Dieser Neuguss wurde an originaler Stelle wieder im Volkpark aufgestellt, er verlor spätestens in den 1970er Jahren seinen separat gegossenen Speer, der jedoch in jüngerer Zeit wieder ersetzt wurde. Jener Guss von 1954 unterscheidet sich vom vorliegenden Exemplar wesentlich durch die sichtlich abgeschrägten Ecken der rechteckigen Plinthe. Somit ist der vorliegende Guss das einzige Exemplar in Originalgröße und nach dem Originalmodell, das sich in Privatbesitz befindet. Möbius studierte erst an der Kunstgewerbeschule in Dresden, später als Schüler von Professor Peter Breuer (1856 - 1930) an der Kunstakademie Berlin, bevor er als freischaffender Bildhauer in Berlin tätig wurde. Seit er 1904 erstmals die gegen den Herero-Aufstand aufmarschierenden Verstärkungstruppen der sog. Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika in Berlin gesehen hatte, ließ ihn das Kolonialthema nicht mehr los und er wurde einer der profiliertesten und bekanntesten "Kolonialbildhauer". 1907 stellte er wohl erstmals in der Großen Berliner Kunstausstellung die Bronze "Feind in Sicht" aus, im selben Jahr schuf er bekannte, höchst populäre Bronzestatuette "Schutztruppler auf Patrouille". 1911 entstand nach dem Tode des bekannten Offiziers der Kameruner "Schutztruppe", Hans Dominik, ein Relief für die Grabanlage im Berliner Apostelfriedhof, das auch als verkleinerte Version vervielfältigt wurde, so dass er von Kameruner Handelsfirmen den Auftrag für ein Dominik-Denkmal in Kribi/Kamerun erhielt. Möbius selbst reiste 1912 zur Enthüllung nach Kamerun. Diesen Afrika-Aufenthalt nutzte Möbius, um dort die indigenen Afrikaner zu studieren, die er später in Plastiken umsetzte. 1914 beauftragte man ihn schließlich mit einem Denkmal für den berüchtigten Dr. Carl Peters, das für Daressalam geplant war. Auch nach dem I. Weltkrieg blieb Möbius ein gefragter Denkmalbildhauer (u. a. für weitere Kolonialdenkmäler), daneben schuf er auch Kleinbronzen. Im "Dritten Reich" arrangierte er sich als poltisch überzeugter Künstler mit dem neuem NS-Regime, nachdem er 1932 in die NSDAP und 1933 in die SA eingetreten war. H. 151 cm (ohne Speer) bzw. H. 181 cm (mit Speer). Die Kunstgießerei Heinze & Barth wurde am 01. Juli 1912 von Gustav Heinze und Gustav Barth in Berlin-Schmargendorf gegründet; diese existierte unter diesem Namen noch bis 1937; 1938 führte Gustav Heinze die Gießerei unter anderer Adresse in Berlin-Schöneberg weiter (schon 1929 hatte auch Richard Barth eine eigene Gießerei in Berlin-Mariendorf gegründet). Dies ist ein zweifelsfreier Beweis, das der Guss dieser Bronze vor 1937 erfolgte. Die Gießerei Heinze & Barth gehörte in Berlin zu den renommierten Firmen, sie führte Bronzeplastiken verschiedener Künstler aus, auch von Alexander Archipenko. /V/Lit./Vgl. zu K. Möbius den Online-Arikel von Arne Schöfert: "Karl Möbius - Ein deutscher Bildhauer", unter www.reichskolonialamt.de/download/pdf/karl-moebius-ein-deutscher-bildhauer_2026.pdf. Provenienz: 1921-um 1944 wohl Aufstellung im Volkspark Wilmerdor; 1944 auf Anordnung der nationalsozialistischen Regierung in eine Bildgießerei im Osten Berlins gebracht, um dort zu Kriegszwecken eingeschmolzen zu werden, das Einschmelzen wurde von der beauftragten Gießerei jedoch nicht durchgeführt,die Plastik stand bei der Gießerei für die folgenden Jahrzehnte und wurde Anfang der 1990er Jahre dort von einem Brauereibesitzers aus Franken für dessen Sammlung gekauft; 2024 vom vorigen erworben, seitdem in süddeutscher Privatsammlung. Dark patinated bronze, 1912. Signed "Bildhauer K. Möbius Berlin Friedenau", inscribed by the foundry "Guss v. Heinze-Barth Berlin". Cast probably from 1914 (absolutely certain before 1937) and formerly positioned 1921-1944 in the Volkspark in Berlin-Wilmerdorf.
MÖBIUS, KARL 1876 Borna - 1953 Berlin Speerwerfer Bronze. Auf der Plinthe signiert. Auf dem Sockel Plakette mit Widmung. H. 45 cm (inkl. Sockel). Steinsockel.
1876 Borna/Leipzig - 1953 Berlin. Studium an der Berliner Kunstakademie. Afrikanerin mit zwei Säuglingen. Bronze, braun patiniert. Auf der Plinthe Künstlersignet. Schwarzgrüner, runder Marmorsockel. (Kl. Abschlag). H. 43 cm.
bronze, dark patina, signed on the plinth, a nude of an athlete with a spear (removable), on an oval plinth, marble base subsequently supplemented, reduced version of the javelin thrower statue for which Möbius was awarded the state medal at the Große Kunstausstellung in 1913 and which was published in 1921 in the Volkspark Wilmersdorf, melted down in 1944 for armament purposes, erected as a cast in 1954, age-appropriate condition, circumferential crack on the upper arm, dark patina partially rubbed, H. 41 cm 360-degree-photo on our website. German Description Karl Möbius, Speerwerfer Bildhauer, Studium an der Kunstgewerbeschule Dresden und der Kunstakademie in Berlin (1876 Borna - 1953 Berlin), Bronze, dunkel patiniert, auf Plinthe signiert, Aktdarstellung eines Athleten mit Speer (abnehmbar), auf ovaler Plinthe, Marmorsockel nachträglich ergänzt, verkleinerte Version des Speerwerfer-Standbilds, für das Möbius auf der Großen Kunstausstellung 1913 mit der Staatsmedaille ausgezeichnet wurde und das 1921 im Volkspark Wilmersdorf platziert wurde, 1944 für Rüstungszwecke eingeschmolzen, 1954 als Nachguss aufgestellt, altersgemäßer Zustand, umlaufender Riss am Oberarm, dunkle Patina partiell berieben, H. 41 cm 360-Grad-Foto auf unserer Webseite.
Junge Schwarzafrikanerin mit zwei Säuglingen. Bronze mit schwarzer Patina Auf runder Plinthe sign. und dat. 1918. Grauer Marmorsockel rep. H. 33 bzw. 42 cm.
KARL MÖBIUS 1876 Borna (Leipzig) - 1953 Berlin Afrikanerin mit zwei Kindern Bronze, schwarz patiniert, Alabastersockel. Ges.- H. 41,5 cm, H. 32 cm (Figur). Auf der Plinthe bezeichnet 'K. Möbius', datiert '1918'. Über einem unten quadratischen und oben oktogonal ausgeführten Sockel runde Plinthe mit der ganzfigurigen Darstellung einer Afrikanerin, ihre zwei Kinder tragend. Sockel part. best.
KARL MÖBIUS 1876 Borna (Leipzig) - 1953 Berlin Diskuswerfer Bronze, braun patiniert, grüner Marmor. Ges.- H. 55,5 cm, H. 49,5 cm (Figur). Auf der Plinthe bezeichnet 'K. Möbius fec.', datiert '(19)19'. Über einem gestuften quadratischen Sockel korrespondierende Plinthe mit der vollplastisch ausgeführten Aktdarstellung eines Athleten, einen Diskus in seiner Rechten haltend. Sockel part. besch., min. Verluste der Patina.
Karl Mobius (German,1876-1953) "Javelin Thrower (Speerwerfer)," bronze sculpture depicting idealized nude man throwing javelin or spear, signed at bottom "K. Mobius," mounted to oblong stone base. 15" H x 19" W x 3.5" D. Minor fractures in stone.
Karl Mobius, Germany (1876-1953). Patinated bronze statuesque horse mounted on marble plinth. Signed by Karl Mobius on base. Horse 6.25"L X 8"H X 2.25"W; base 67/8"L X 3"W X 2.5"H. Examine all photos closely. Contact AAG for more detailed information if needed. AAG is not responsible for any errors or omissions to any lots. All sales are final and sold as is. Third Party Shipping Options: UPS Store 4875, 954.358.2800, store4875@theupsstore.com. BMC International Shipping, 954-972-5786, info@floridainternationalshipping.com. (1) PakMail 954.942.3101. us517@pakmail.org. (2) PakMail 954.522.4550. us770@pakmail.org. Raymies Trucking 954.980.3454. Raymiestrucking@yahoo.com
Karl Möbius (1876 - 1953) - Kamelreiter Bronze auf der Plinthe die Künstlersignatur "Möbius". Detaillierte Darstellung eines deutschen Kamelreiters mit seiner Ausrüstung. Auf schwarzem profiliertem Steinsockel. Maße ca. 32 x 11 5 x 43 cm. Sehr schön erhalten. Üblicherweise ein Erinnerungsgeschenk für einen scheidenden Kameraden der Kaiserlichen Schutztruppe. Karl Möbius wurde bei Leipzig geboren und genoss eine akademische Künstlerausbildung in Dresden und Berlin. Vgl. Thieme-Becker Bd. 24 S. 608.
Karl MÖBIUS (1876-1953). Cheval barbe. Bronze à patine brune signé. H. 25,5 cm Réduction d'un monument colonial africain commémorant les campagnes de 1904 contre les guerriers hottentots.
Karl MÖBIUS (1876-1953), école allemande Lanceur de Javelot, 1932 Sculpture en bronze signée sur la terrasse. Important socle en marbre. Hauteur: 37 cm
An Art Deco bronze ; " Javelin Thrower ", raised on shaped marble base and signed 'Mobius', 42 cm. ( Karl Mobius was a German sculpture ( 1876 - 1953 ) , a life size model of the " Javelin thrower " was exhibited in Berlin in 1921.)
Karl MÖBIUS (1876 - 1953) Jeune africaine Sculpture en bronze à patines brunes Figurant une femme portant dans ses bras deux enfants Fonte d'édition ancienne Signé sur la terrase et sur la plinthe maqué Heinze-Barth H : 33,5 cm