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François Honoré Georges Jacob (1770 - 1841)

Lot 1334A: *IMPORTANT BED "AUX SPHINGES",Directoire/Empire, attributed to F.H.G. JACOB-DESMALTER (François Honoré Georges Jacob-Desmalter, 1770-18

Koller Auctions

December 3, 2007
Zurich, Switzerland

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Description

IMPORTANT BED "AUX SPHINGES",Directoire/Empire, attributed to F.H.G. JACOB-DESMALTER (François Honoré Georges Jacob-Desmalter, 1770-1841), Paris circa 1800.
Mahogany support decorated with caryatids and sphinxes. 200x132x142 cm.

Provenance: from a Paris collection.



PRUNK-BETT "AUX SPHINGES", Directoire/Empire, F.H.G. JACOB-DESMALTER (François Honoré Georges Jacob-Desmalter, 1770-1841) zuzuschreiben, Paris um 1800.
Mahagoni geflammt und fein beschnitzt. Gerades Bettgestell mit gleich hohem Kopf- und Fussteil sowie vorstehenden Eckstollen mit Karyatiden und Sphingen bzw. Vasen als Abschluss. 200x132x142 cm.


Notes

Provenienz: Aus einer Pariser Sammlung.



Es gibt zwei Strömungen der ägyptisierenden Formensprache: Die eine ist von pittoreskem Charakter und übernimmt die Einflüsse, wie für das späte 18. Jahrhundert üblich, auf schematisch-dekorative Weise. Die zweite richtet sich nach den originalen Vorbildern, die durch eine Vielzahl von Dokumenten, Berichten, Zeichnungen und Skizzen von Napoleons Feldzug durch Ägypten nach Europa gebracht wurden. Auch die dekorativen Elemente unseres Prunkbettes wurden nach originalen Vorlagen gefertigt.

Als Hauptwerke von Möbeln im "goût égyptien" müssen die Stützen der mit Porphyr- und Jaspisplatten versehenen Tische von G. Gouthière erwähnt werden, die für den Duc d''Aumont gefertigt und nach dessen Tod 1782 von Louis XVI und Marie-Antoinette gekauft wurden. 4 Jahre später gab die Königin 2 Leuchter in Auftrag, die nach dem Vorbild der Sphinx von Gizeh von L.S. Boizot modelliert und von P.P. Thomire ziseliert wurden. 1788 lieferte J.B. Séné ein Ameublement mit Karyatiden "coiffés du némès" für das königliche Kabinett in Saint-Cloud.



Als zweiter Sohn des berühmten Georges Jacob (Meister 1765) lernte F.H.G. Jacob-Desmalter die Handwerkskunst im Atelier seines Vaters. Dem Nachnamen fügte er "Desmalter" zu, eine Anlehnung an sein Herkunftsland "Les Malterres". Als die "association" mit seinem Bruder George II durch dessen plötzlicher Tod ein abruptes Ende fand, begann F.H.G. Jacob-Desmalter eine neue Zusammenarbeit mit seinem Vater und erhielt den Titel "menuisier-ébéniste fabricant de meubles et bronzes LL.MMII. et RR". Während der gesamten napoleonischen Herrschaft belieferten sie als "fournisseurs principals" die kaiserlichen Paläste. Die Jahre um 1800 waren geprägt von der schier grenzenlosen Imagination und Produktion sowie von der engen Beziehung zum kaiserlichen Hof, die ihm die wichtigsten Aufträge einbrachte. Das florierende Unternehmen beschäftigte zeitweise bis 600 Arbeiter und fertigte in diesen Jahren Möbel im Wert von über 10 Millionen Francs, was in der damaligen Zeit eine ungeheure Summe war. Es war jedoch nicht nur die Menge, sondern vor allem auch die bereits von den Zeitgenossen hochgelobte "diversité" ihrer Produktion, die den Ruhm der Familie Jacob begründete. D. Ledoux-Lebard schreibt: "...depuis les meubles en bois peint vert antique en passant par les meubles incrustés d''ébène, d''étain, de nacre, les meubles d''acajou ornés de bronzes, les meubles en bois indigènes, jusqu''aux meubles ornés de plaques de porcelaine ou de faience de Wedgewood, aux meubles en chêne, aux copies de meubles de Boulle, sans compter les fournitures plus ordinaires en bois noirci, en poirier, chêne, hêtre ou noyer..." in: Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 270.
Die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Künstlern, "bronziers" und Entwerfern, wie z.B. mit C. Percier, P.L. Fontaine, T. Brogniart, F. Bélanger, J.L. David, C. Odiot oder P.P. Thomire, führte zu den wohl bedeutendsten Werken jener Epoche und manifestiert die grosse Bedeutung der Jacob-Dynastie. Die künstlerische Brillanz der Möbel und Einrichtungsgegenstände litt unter der wirtschaftlichen Situation; viele Auftraggeber waren wegen der Kriegswirren jener Jahre nicht in der Lage, die Rechnungen zu begleichen, zahlreiche Möbel mussten "en stock" gehalten werden. 1809 offenbarte F.H.G. Jacob-Desmalter die Schwierigkeit, die Entlöhnung seiner Dienste am kaiserlichen Hof zu erhalten, und beschrieb die prekäre Lage wie folgt: "Je ne pouvais prévoir, que les affaires éprouveraient une stagnation aussi grande; l''étranger ne fait aucune demande et les travaux que j''ai fait depuis sont pour les services de S.M. l''Empereur et Roi... Les délais sont si longs... Je ne vois par le moment où je pourrai toucher tout ce que j''ai fait pour les palais des Tuileries, Fontainebleau, Compiègne, Rambouillet et autres." 1813 erhielt F.H.G. Jacob-Desmalter einen allgemeinen Schuldenerlass mit der nicht unkorrekten Bemerkung, dass er "uniquement victime des événements politiques" gewesen sei.



Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 434/435 (biogr. Angaben).




Für weitere Angaben zu ägyptisierenden Motiven siehe auch die Fussnote der Katalognr. 1349.

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Dezember 2007

by
Koller Auctions
December 3, 2007, 10:00 AM CET

Zurich, Switzerland